Klimaforschung

17. Februar 2011 23:43; Akt: 18.02.2011 07:50 Print

Gigantisch viele Böden werden auftauen

Die globale Erwärmung wird laut einer neuen Studie ein bis zwei Drittel der weltweiten Dauerfrostböden bis zum Jahr 2200 auftauen. Das hat extreme Folgen.

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Viele Dauerfrostböden werden in Zukunft auftauen. (Symbolbild: Keystone)

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Bis zum Jahr 2200 sollen bis zu zwei Drittel der Dauerfrostböden keine Dauerfrostböden mehr sein. Dadurch muss die Atmosphäre voraussichtlich etwa 190 Milliarden Tonnen Kohlenstoff in Form klimaschädlicher Treibhausgase zusätzlich verkraften.

Die gegenwärtig angestrebten Klimaschutzziele seien daher vermutlich viel zu niedrig, warnen Forscher des US-Schnee- und Eisdatenzentrums NSIDC an der Universität von Colorado in der am Mittwoch (Ortszeit) veröffentlichten Studie.

Aufgetaute Pflanzenresten setzen Gase frei

In den sogenannten Permafrostböden, die zum Beispiel in Kanada und Russland vorkommen, lagern seit der letzten Eiszeit grosse Mengen an gefrorenen Pflanzenresten. Tauen sie, fangen sie an zu verrotten und setzen Treibhausgase frei - besonders das stark klimaschädliche Methan (CH4), aber auch Kohlendioxid (CO2).

«Die Menge an freigesetztem Kohlenstoff entspricht der Hälfte des Kohlenstoffs, der seit dem Beginn des industriellen Zeitalters freigesetzt worden ist», erläuterte NSIDC-Forscher Kevin Schaefer. Das sei rund ein Fünftel der Menge, die sich heute in der Atmosphäre befinde.

Emissionen müssen noch mehr gesenkt werden

Diese zusätzlichen Emissionen müssten bei der Definition von Klimaschutzzielen eingerechnet werden. «Es ist sowieso schon schwierig genug, unsere Emissionen zu senken, aber nun werden wir sie noch mehr senken müssen», sagte Schaefer.

Für ihre Studie erstellten die Forscher ein Modell des Zerfalls pflanzlichen Materials unter den Klimabedingungen, die gemäss den gängigen Annahmen im Jahr 2200 herrschen werden. Dabei gingen sie von einer Erwärmung der weltweiten Durchschnittstemperatur um zwei bis drei Grad Celsius aus.

(sda)