Strahlendes Erbe

11. April 2019 18:03; Akt: 11.04.2019 18:03 Print

Schmelzende Gletscher als radioaktive Zeitbomben

Als wären verschwindende Gletscher noch nicht schlimm genug: Der Rückgang des ewigen Eises könnte Radioaktivität freisetzen.

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Um die Gletscher auf dieser Welt ist es schlecht bestellt: Seit 1961 haben sie über 9000 Milliarden Tonnen Eis verloren. Eine Entwicklung, die so weitergehen wird, Bis 2100 könnten Gletscher in manchen Gebirgszügen komplett verschwunden sein. Ein ETH-Forscher lässt sich wie folgt zitieren: Bis Ende des Jahrhunderts wird es in den Alpen praktisch keine Gletscher mehr geben, wenn es nicht gelingt, die Treibhausgasemissionen massiv zu senken. ... hat das auch das Auftauchen von Leichen beispielsweise am Mount Everest zur Folge. Bislang waren deren sterbliche Überreste vom Schnee bedeckt. Doch ... ... aufgrund der Erderwärmung tauten Eisfelder und Gletscher immer schneller, und die Leichen, die all die Jahre begraben gewesen seien, würden nun freigelegt. Durch den Rückgang des ewigen Eises könnten auch prähistorische Erreger wieder an die Oberfläche kommen – so wie in Sibirien, wo Forscher ein Virus entdeckt haben, das nach rund 30'000 Jahren Doch das sind nicht die einzigen Horrorszenarien, die bei einem Schmelzen der Gletscher die Menschheit bedrohen, wie Carolin Clason von der University of Plymouth warnt. (Im Bild: Clason nimmt Eisproben zur Analyse) Bei der Generalversammlung der European Geosciences Union (EGU) in Wien berichtete sie, dass die Menschheit angesichts der durch den Klimawandel schmelzenden Gletscher auf einer Zeitbombe sitze. So hätten ... ... Reaktorkatastrophen wie Tschernobyl und ... ... Fukushima deutliche Spuren hinterlassen: ... (Im Bild: Satellitenfoto der Reaktorblöcke 1 bis 4 (von rechts nach links) am 16. März 2011) ... Radioaktivität. Auch die Atombombentests, die in den 1950er-Jahren in der Wüste von Nevada unter freiem Himmel abgehalten wurden, haben ihren Teil zu der Bedrohung beigetragen. Genauso wie ... ... die Kernwaffentests der Amerikaner im Pazifik. (Im Bild: Nuklearbomben-Test «Operation Hardtack-1 – Nutmeg 51» im Eniwetok-Atoll, 1958) Auch die Fallouts nach den Atombombenabwürfen von Nagasaki und ... (Im Bild: Atompilz von «Fat Man» über Nagasaki, 9. August 1945) ... Hiroshima sind nicht ganz unschuldig an der aktuellen Bedrohung. (Im Bild: Atompilz von Little Boy über Hiroshima, 6. August 1945)

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Auf den Gletschern der Alpen, Islands, Kanadas, des Kaukasus sowie der Arktis und Antarktis haben die Reaktorkatastrophen wie etwa Tschernobyl und Fukushima deutliche Spuren hinterlassen: Radioaktivität. Diese, so warnen Forscher, könnte durch das Schmelzen des ewigen Eises freigesetzt werden.

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Wie Carolin Clason von der University of Plymouth bei einer Generalversammlung der European Geosciences Union (EGU) in Wien sagte, seien die Mengen potenziell gesundheitsgefährdend. Angesichts der durch den Klimawandel schmelzenden Gletscher sitze die Menschheit auf einer tickenden Zeitbombe.

Clason und ihre Kollegen untersuchten 17 verschiedene kontaminierte Standorte. Die radioaktive Konzentration habe dort «die höchsten Level erreicht, die man in der Natur ausserhalb nuklearer Sperrzonen findet», so die Forscherin bei der Versammlung.

Todeszone Fukushima

Radioaktiver Niederschlag

Wenn radioaktives Material freigesetzt wird, steigt es in die Atmosphäre auf und fällt mit dem Regen wieder auf die Erde. Pflanzen und das Erdreich nehmen Teile der Partikel auf, die nuklearen Bestandteile werden erst nach und nach ausgewaschen. Nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl beispielsweise ging 1986 wochenlang radioaktiver Regen über Nordeuropa nieder.

Der Super-GAU in Tschernobyl

Radioaktiv verseuchter Schnee hingegen setzt sich über Jahrzehnte im Gletschereis fest. Durch die Schmelze gelangt das radioaktive Material laut Clason dann in Bäche und Flüsse. Wie sich das auf die Natur auswirkt, zeigt sich nach ihren Angaben unter anderem in Schweden: Wildschweinfleisch in dem skandinavischen Land enthält seit einigen Jahren zehnmal höhere Mengen an Caesium, als für den Menschen sicher wäre. Auch im Tessin wurden erhöhte Werte gemessen.

Langfristige Auswirkungen

Besonders die seit den 1950er-Jahren betriebenen Atomwaffentests könnten laut den Wissenschaftlern langfristig ungeahnte Bedrohungspotenziale entfalten. Denn bei ihnen wurde Plutonium freigesetzt, das eine Halbwertszeit von 14 Jahren aufweist und zum hochgefährlichen Americium wird, wenn es zerfällt.

Atombombentests als Touristenattraktion

Americium hat eine Halbwertszeit von 400 Jahren, ist in der Umwelt leicht löslich und gibt starke Alpha-Strahlung ab. Somit sei es besonders dazu geeignet, «in die Nahrungskette zu gelangen», warnte Clason. «Unser nukleares Erbe ist noch nicht verschwunden.»



(fee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thomas Schneiter am 11.04.2019 19:16 Report Diesen Beitrag melden

    Und was ist damit? Schon vergessen?

    Auf den Marshallinseln wurden zwischen 1946 -1958 insgesamt 67 nukleare Sprengladungen gezündet. Die Zerstörungskraft entsprach laut Aussage der Amerikaner 7000 Hiroshima-Bomben. Millionen von Tonnen radioaktiv verstrahlten Wassers wurde in die Luft geschleudert. Und jetzt machen wir uns Sorgen um radioaktives Eis das schmiltzt?

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  • John am 11.04.2019 18:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geldquelle?

    Oh eine Geldquelle entdeckt, welche Gebühr soll es denn sein?

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  • Doris R. am 11.04.2019 18:34 Report Diesen Beitrag melden

    Was wäre wenn Sie Wachsen würden?

    Ich möchte nur zu gern wissen, was die Leute tun würden, wenn die Gletscher nicht schmelzen sondern monatlich 3 Meter wachsen und alles unter sich begraben würden. Ich denke die Leute würden dann mit einem Föhn vor dem Gletscher stehen und diese zum Schmelzen bringen wollen......

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Die neusten Leser-Kommentare

  • EllEff am 12.04.2019 14:48 Report Diesen Beitrag melden

    Satire ein oder aus?

    Zumindest was Tschernobyl angeht, hatte die CH-Atomlobby "Kettenreaktion" frühzeitig "Entwarnung" Gegeben: Infolge des Reaktorunglücks hätte es keine Toten gegeben, und die Kranken seien bis auf 2 alle geheilt. Es ist also alles nicht so schlimm.

  • Phil am 12.04.2019 14:19 Report Diesen Beitrag melden

    Es ging dem grössten Teil der Menschen..

    noch nie so gut wie jetzt, wir leben hier besser als die Könige im Mittelalter. In einem Zeitraum von 25 Jahren hat sich der Hunger trotz Bevölkerungszunahme um 2 Milliarden Menschen von einer Milliarde auf 800 Millionen abgenommen. Das ewige Katastrophengewinsel und die Medial verbreitete Untergangsstimmung geht mir auf den Zeiger und ist lediglich dazu gut eine unpopuläre Steuerpolitik oder mannigfaltige Eingriffe des Staates in das Eigentum seiner Bürger zu verkaufen (Klimawandel, Waldsterben, Oekokatastrophen usw...).

    • Enjoy yourself am 12.04.2019 14:23 Report Diesen Beitrag melden

      @Phil

      Ich sags ja, uns geht es hervorragend, deshalb werden wir auch sicherlich nichts ändern!!! Egal was passiert...

    • Rafi am 12.04.2019 14:44 Report Diesen Beitrag melden

      Unkontrollierte Vermehrung

      Phil.Richtig.Was mir Sorgen macht ist die Uneinsicht der Menschen in Sachen unkontrollierte Vermehrung.

    • Renate am 12.04.2019 17:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rafi

      Eine hohe Kinderzahl ist für viele Menschen ohne Altersversorgung die einzige Möglichkeit auch im Alter nicht völlig zu verarmen. Das war vor über 100 Jahren in der Schweiz auch nicht viel anders. Gerade bei der Landbevölkerung waren 10 Kinder und mehr durchaus üblich.

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  • Iro Nymus am 12.04.2019 13:23 Report Diesen Beitrag melden

    wenn alles Eis geschmolzen ist

    wird kein Wasser mehr in die Flüsse fliessen, sie werden Niedrigstwasser führen und in betroffenen Gebieten die Bomben aus dem 1. und 2. Weltkrieg freilegen. Nochmehr als man eh schon findet, wenn sie nicht bis dahin alle durchgerostet sind und das Wasser vergiftet haben... achne, das ist ja durch das radioaktive Schmelzwasser welches in die Bäche, Flüsse, Meere strömte schon verseucht... jede Generation hinterlässt neuen Generationen nicht nur Schönes. Mal schauen was unsere Kinder mit ihrem Plastik und Handyschrott ihren Kindern hinterlassen. Es lebe der technische Fortschritt...

    • Pausenclown am 12.04.2019 14:24 Report Diesen Beitrag melden

      super Input

      stimmt, alte Generationen machten ja schon fehler, wieso sollten wir dann etwas ändern oder daraus lernen! :)

    • Phil am 12.04.2019 14:29 Report Diesen Beitrag melden

      Der technische Fortschritt....

      welchen sie hier Anprangern ermöglicht ihnen, Marktwirtschaft sei dank, ein angenehmes Leben im Überfluss und die Liberalen Grundwerte welche langsam am aussterben sind eröffnen ihnen die Möglichkeit jeden Quark zu äußern ohne dafür irgend welche Repressionen zu spüren zu bekommen. Aber das sind selbstverständlich keine Errungenschaften die es zu verteidigen gilt, da "schützt" man doch lieber das Klima, dass ist viel einfacher und erst noch Mainstream.

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  • Jörg am 12.04.2019 13:12 Report Diesen Beitrag melden

    Gammablitze

    ein treffer auf die erde sterben die ersten 15 min die halbe weltbevölkerung wenn das vorbei ist den ist auch den uv schutz zerstört und den sterb den rest auf dem planet und da kann KEIN mensch etwas dagegen unternehmen

  • Paul am 12.04.2019 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    Keine sorgen

    hey Mir doch egal sterben werden wir Alle sowiso es gib noch andere gefahren wo 1000 fach gefährlicher sind alls das da z.b wenn ein Gamma blitz die erde trifft denn gibts mehr tote als 1000 chernobyl