Fleischproduktion

23. Juni 2016 23:41; Akt: 23.06.2016 23:41 Print

Glückliche Kühe, traurige Umweltbilanz

Ein Kilogramm Rindfleisch aus Weidenmast schneidet in Sachen Umweltbelastung schlechter ab als Fleisch aus der Grossviehmast. Dies zeigt eine Agroscope-Studie.

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Schweizer Fleisch-Luftballon und Kühe auf einer Weide bei Flüeli. (Archivbild) (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

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Fleisch von «glücklichen Kühen» aus Weidehaltung hat ein positives Image. In Sachen Ökobilanz des Rindfleischs schneidet die Weidemast jedoch schlechter ab als die Grossviehmast. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Forschungsanstalt Agroscope im Auftrag des Fleischverarbeiters Micarna AG, eines Unternehmens der Migros.

Die schlechtere Ökobilanz liegt insbesondere daran, dass Weiderinder weniger Kraftfutter erhalten und dadurch langsamer wachsen. Brauchen Tiere in Grossviehmast rund 15 Monate bis sie ihr Schlachtgewicht erreichen, brauchen diejenigen in Weidemast mehr als 20 Monate. Daher fressen diese Tiere insgesamt mehr, produzieren mehr klimaschädliches Methan und scheiden mehr Nährstoffe aus, welche die Umwelt belasten können.

Insgesamt höhere Belastung

Pro Tag sei die Umweltbelastung der Weiderinder zwar kleiner als die durch Rinder in Grossviehmast, das eigentliche Endprodukt, ein Kilogramm Fleisch, sei aber mit höheren Umweltbelastungen verbunden, schrieb die Agroscope heute in einer Mitteilung.

Bei der Studie verglichen die Forschenden der Agroscope die Umweltbelastung von Fleisch aus Weidemast, Grossviehmast nach Standard des Ökologischen Leistungsnachweises ÖLN sowie aus IP-Suisse-Produktion, das unter dem Migros-Label «TerraSuisse» im Handel ist. Der Unterschied zwischen den beiden letzteren Mastformen beruht insbesondere darauf, dass der IP-Suisse-Standard ständige Auslaufmöglichkeit verlangt.

Im Vergleich der Grossviehmast nach ÖLN-Standard mit TerraSuisse-Fleisch fanden die Experten keine grossen Unterschiede. In einigen der untersuchten Umwelteffekte schnitt TerraSuisse-Fleisch besser ab als das mit ÖLN-Standard produzierte, bei anderen, wie beispielsweise der Ammoniakemission, schlechter.

«Ammoniak entsteht an der Grenzfläche zwischen den Tierausscheidungen und der Umgebungsluft», erklärte Martina Alig von der Agroscope auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. «Im Laufhof verteilen sich die Ausscheidungen auf einer grösseren Fläche und es gibt draussen mehr Luftaustausch als im Stall.»

Konsumierte Menge ist entscheidend

Dass Fleisch aus Weidehaltung eine schlechtere Ökobilanz hat, müsse bezüglich der Umweltwirkungen für die Ernährung noch nichts heissen, betont Alig. «Es kommt auch auf die Essgewohnheiten der Konsumenten an, insbesondere auf die Menge konsumierten Rindfleischs.»

Damit die Fleischproduktion in der Weidemast effizienter und damit umweltschonender wird, könnte man beispielsweise durch Zucht auf Rinderrassen setzen, die Grünfutter besser umsetzen und so schneller ihr Schlachtgewicht erreichen, so Alig. «Aber um konkrete Massnahmen zu ergründen, bräuchte es weitere Untersuchungen.»

(nag/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Xsasan am 24.06.2016 06:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Magere Aussage

    Ich hoffe sehr, bei der Studie wurde berücksichtigt, dass während der Weidemast nur lokales Gras "verfüttert" wird, bei der Grossvieh-/Stallmast häufig auf Kraftfuttet zurück gegriffen wird, welches ausländisches Soja und Mais enthält. Nicht umsonst erreichen ja die Kühe schneller ihr Schlachtgewicht. Leider verschweigt der Beitrag, wieviel Prozent mehr der von Agroscope errechnete Unterschied ist. Reden wir hier von 5 oder 50%? Wieviel im Verhältnis zur generellen Fleischproduktion? Aber ist ja auch klar, dass Agroscope bzw deren Auftraggeber nur die Studien veröffentlichen, welche dem jeweiligen Unternehmen passen. Ist leider so...

  • protect the animals am 24.06.2016 02:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...genau..

    ..darauf habe ich noch gewartet..war ja ganz klar...jetzt sofort nur noch massentierhaltung..gesund und gut für das tier und den menschen...da kann ich nur lachen..denkt doch auch mal an das tier..wie wolltet ihr leben wenn ihr eine kuh wärt...wieder mal unglaublich so etwas...

  • milie am 24.06.2016 00:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glücklichere Tiere

    Dafür leben sie glücklicher auf der Weide, ist doch auch wichtig. Das nehme ich jedenfalls jetzt mal an.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Luvi am 24.06.2016 12:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weniger Fleisch und Milchprodukte, dafür hochwerti

    Wenn die notorischen Fleischesser weniger Fleisch essen, die Vegetarier etwas mehr für hochwertige Produkte zahlen, und mehr Leute vegan würden, ginge die Rechnung bestens auf! Massentierhaltung ist auch in Sachen Wasserverschmutzung ein Problem! Resistente Keime und Antibiotika Rückstände, das war doch kürzlich zu lesen. Ich finde die Logik des Verfassers des Artikels etwas unausgegoren!

  • Xsasan am 24.06.2016 06:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Magere Aussage

    Ich hoffe sehr, bei der Studie wurde berücksichtigt, dass während der Weidemast nur lokales Gras "verfüttert" wird, bei der Grossvieh-/Stallmast häufig auf Kraftfuttet zurück gegriffen wird, welches ausländisches Soja und Mais enthält. Nicht umsonst erreichen ja die Kühe schneller ihr Schlachtgewicht. Leider verschweigt der Beitrag, wieviel Prozent mehr der von Agroscope errechnete Unterschied ist. Reden wir hier von 5 oder 50%? Wieviel im Verhältnis zur generellen Fleischproduktion? Aber ist ja auch klar, dass Agroscope bzw deren Auftraggeber nur die Studien veröffentlichen, welche dem jeweiligen Unternehmen passen. Ist leider so...

  • protect the animals am 24.06.2016 02:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...genau..

    ..darauf habe ich noch gewartet..war ja ganz klar...jetzt sofort nur noch massentierhaltung..gesund und gut für das tier und den menschen...da kann ich nur lachen..denkt doch auch mal an das tier..wie wolltet ihr leben wenn ihr eine kuh wärt...wieder mal unglaublich so etwas...

  • hj am 24.06.2016 02:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Berechnung

    Das Fleisch ist einfach besser. Da gibt es es keine Diskussion. Anscheinend wurde der Energie verbraucht bei der Kraft futer Produktion nicht berücksichtigt. Dann sehe das ganze Anderst aus.

  • dave am 24.06.2016 02:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    glaub ich nicht.

    Lieber glückliche Kühe als mit Antipiotika verseuchte und auf engsten raum eingeschperte Kühe. Da schpielt die Umweltsbilanz auch keinne rolle mehr.