Zürcher Forscher

11. Oktober 2018 21:32; Akt: 11.10.2018 21:32 Print

Grosse Familie, geringeres Krebsrisiko

Viele Kinder zu haben, bedeutet mehr Stress. Trotzdem wirkt sich das Miteinander positiv auf die Gesundheit aus.

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Kinderreiche Familien haben ein geringeres Krebsrisiko. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Universitäten Zürich und Adelaide in ihrer im Fachjournal «BMC Cancer» veröffentlichten Studie. Überraschend ist, dass die Familiengrösse Männer sogar noch besser schützt als Frauen.

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Bei der Auswertung von Daten aus 178 Ländern haben Forscher des Instituts für Evolutionäre Medizin der UZH und der Adelaide Medical School einen Zusammenhang zwischen der Familiengrösse und dem Krebsrisiko gefunden, wie die UZH am Mittwoch mitteilte.

Deutlicher Effekt

Weltweit nimmt die Häufigkeit verschiedener Krebsarten zu, je kleiner eine Familie ist. Dieser Effekt ist unabhängig von Einkommen, Urbanisierungsgrad und Alter. Eine schützende Wirkung hat dabei nicht nur die Kernfamilie, also Eltern und Kinder, sondern auch die Grösse des Haushalts einschliesslich der Mitglieder der Grossfamilie.

Konkret zeigte das Team um Frank J. Rühli: Je grösser die Familie ist, desto weniger häufig treten bestimmte Krebsarten auf wie Hirntumor, Blasen-, Lungen-, Magen-, Haut-, Brust-, Dickdarm-, Eierstock- und Gebärmutterkrebs.

Emotionales Umfeld macht den Unterschied

Bislang war bekannt, dass Krebsarten wie Brust- oder Eierstockkrebs von der Anzahl der Schwangerschaften abhängt: Je grösser die Anzahl der Schwangerschaften, desto geringer die Gefahr, an diesen Krebsarten zu erkranken.

Überraschenderweise hat die aktuelle Studie nun gezeigt, dass Männer durch eine grosse Familie sogar noch besser geschützt sind als Frauen. Dies sei zwar erstaunlich aber erklärbar, heisst es in der Mitteilung. So schaffe das Familienleben, auch wenn es in mancher Hinsicht stressig sein könne, ein besonderes emotionales Umfeld, das sich positiv auf die allgemeine Resistenz gegen Krankheiten und eben auch gegen Krebs auswirken könne.

(fee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kelly Fan am 11.10.2018 21:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsches Beispiel

    Also die Kellys sind ja wohl das falsche Beispiel für eine "krebsfreie" Familie. Jeder weiss, dass ihre Mutter Barbara an Brustkrebs gestorben ist. Patricia Kelly hatte ebenfalls Brustkrebs und ihn Gott sei Dank überstanden

  • A.S. am 11.10.2018 21:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Quatsch

    So was hab ich noch nie gehört. Komische Studie!

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  • Rüdiger am 11.10.2018 22:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fehler Ursache/Wirkung

    Wenn die Familienmitglieder nicht an Krebs wegsterben, dann hat man automatisch eine grössere Familie. Die Studie ist doch völlig unsinnig.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Big B. am 18.10.2018 15:12 Report Diesen Beitrag melden

    Schwachsinn

    Diese Studie erinnert mich irgendwie an die South Park Folge, wo Randy Marsh den Schülern erklären will, wie man die korrekte Penislänge berechnet. Lustig aber einfach nur schwachsinnig ...

  • Ernst Gettle am 14.10.2018 19:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Globifrosch

    Wie sagt man etwas abgeändert so schön: Glaube keiner Studie, die du nicht selbst gefälscht hast. Jepp!!!

  • Esther am 14.10.2018 12:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Großfamilie

    Ich kann das überhaupt nicht bestätigen. Mein Vater kam aus einer Großfamilie und Starb an Krebs. Meine Mutter kam aus einer Großfamilie und starb auch an Krebs. Meine Eltern hatten neun Mädchen und einen Jungen. Mein Bruder und eine Schwester starben beide an Krebs. Für mich stimmt diese Studie überhaupt nicht, gemessen an unserer Familie.

    • Denkerin am 14.10.2018 13:32 Report Diesen Beitrag melden

      Ungefähr dasselbe

      bei mir: Grossvater+4 Töchter von 6 (darunter meine Mutter, und 1 Onkel von 3en, hatten alle Krebs

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  • Hella am 13.10.2018 22:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genmutation

    Wir sind eine Grossfamilie mit einer vererbten Genmutation, die zu Brust- und Darmkrebs führen kann. Zwei Geschwister sind bereits erkrankt. Ich bin Trägerin der Mutation.

  • Forscher am 13.10.2018 19:53 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte zuerst denken dann kommentieren

    Auch wenn es verständlich ist, dass man gerne solide wissenschaftliche Studien in Frage stellt, gibt es selbstverständlich immer auch Fälle, die dem Trend entgegen gerichet sind. Als Wissenschaftler finde ich oberflächliche Kommentare nicht so toll. Diese Forscher haben solide Arbeit geleistet und verdienen es, dass man die Arbeit zuerst liest und zu verstehen versucht, bevor man wiedermal alles leichtfertig zerreisst.

    • Denkerin am 14.10.2018 00:36 Report Diesen Beitrag melden

      Kosten/Nutzen-Verhältnis

      Von einer Studie - die wohl auch einiges kostet - erwartet man eben einen gewissen Nutzen. Und ein Mix aus Daten von 178 Ländern, mit sicher extrem unterschiedlichen Kulturen und Bräuchen, erscheint auch bei einigem Nachdenken ziemlich sinnlos. Dazu noch in unserer heillos übervölkerten Welt kinderreiche Familien als Krebs-Schutz anzupreisen.

    • Denkerin am 14.10.2018 09:03 Report Diesen Beitrag melden

      Zum Beispiel ..

      ... müsste das chinesische Einkinder-Volk demnach total "verkrebst" sein und in Kürze aussterben. Diese "solide" Studie zeigt eigentlich einzig den Tunnelblick der Forscher. Und die verärgerten Kommentare hier den gesunden Menschverstand der Durchschnittsbevölkerung.

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