Affen-Studie

10. April 2019 21:19; Akt: 10.04.2019 21:19 Print

Die Auffälligsten haben die kleinsten Hoden

Forscher der Uni Zürich haben herausgefunden, dass Affenmännchen entweder grosse Hoden oder ein auffälliges Aussehen haben. Beides geht nicht.

Je auffälliger Affenmännchen sind, desto kleiner sind ihre Hoden. (Video: 20 Minuten/Wibbitz)
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Entweder grosse Hoden, oder besonders auffälliger Schmuck – beide Merkmale gleichzeitig auszubilden kostet Affenmännchen offenbar zu viel Energie, berichtet Evolutionsbiologe Stefan Lüpold von der Universität Zürich mit Kollegen der University of Western Australia.

Stark gerötete Hautstellen, Wangenwülste, Bärte oder Mähnen drücken bei den verschiedenen Affenarten Männlichkeit aus und helfen beim Werben um Weibchen. Zugleich schüchtern sie Rivalen ein. Paaren sich diese jedoch auch mit den Weibchen, sorgt die Spermienkonkurrenz für einen Selektionsdruck auf die Spermienproduktion. Es braucht also auch grosse Hoden.

Je grösser die Konkurrenz, desto stärker die Sexualmerkmale

Das internationale Forscherteam hat die Sexualmerkmale von über 100 Affenarten und dem Menschen miteinander verglichen, wie die Uni Zürich am Mittwoch mitteilte. Damit wollten sie der Frage nachgehen, wie die Männchen ihre limitierten Ressourcen unter den Geschlechtsmerkmalen aufteilen, um ihren Fortpflanzungserfolg zu maximieren.

Je grösser die Konkurrenz unter den Männchen einer Art, desto stärker sind die Sexualmerkmale ausgeprägt, so das Fazit der Forscher, von dem sie im Fachblatt «Proceedings of the Royal Society B» berichten. Allerdings geht ein aufwändiger Schmuck auf Kosten der Hodengrösse und Spermienproduktion, erklärte Lüpold. «Oder anders formuliert: Die auffälligsten Männchen haben die kleinsten Hoden.»

Nicht eins zu eins auf Mensch anwendbar

Dieser Zusammenhang zeigte sich bei der Analyse über alle Arten hinweg, betonte Lüpold im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Innerhalb einer Art sei diese Regel schwer anwendbar, da von Art zu Art teils unterschiedliche evolutionäre Mechanismen zum Tragen kämen.

So bezogen die Forscher den Mensch als eine von gut 100 Primatenarten zwar in die Analyse ein. Eins zu eins auf den Menschen anwenden lässt sich der entdeckte Zusammenhang zwischen Männlichkeitsmerkmalen und Hodengrösse aber eben nicht.

(vro/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • mamupilami am 11.04.2019 00:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Menschenaffen/Affenmenschen

    Das Menschenforschungsinstitut hat vor einigen Jahren ziemlich dasselbe bei Menschen festgestellt; vor allem je lauter und aufmerksamkeitserregender desto kleinere Hödelchen. Somit genügt einwenig Beobachtung eines Männchens, um herauszufinden wie es im Schritt aussieht - der Nacktscanner vom Jamba ist somit nun endlich sinnlos (geworden).

  • Helve Tia am 10.04.2019 22:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Machos unter sich

    Ich lach mich fast etwas kaputt. Liebe Männer, sorry, aber ein bisschen erinnert mich das an was....was war das nochmals?

  • Peter Zöhrer am 11.04.2019 06:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur ....

    Das ist nicht nur bei Affen so :-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • PeterU am 11.04.2019 07:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Irgendwie kommt mir das bekannt vor

    Irgendwie kommt mir das bekannt vor. Ist es bei uns nicht irgendwie gleich? Die welche die protzigsten Autos fahren haben doch ....... und müssen das irgendwie kompensieren. Es ist nicht bewiesen, doch eine gängige Volksmeinung. Wenn ich einen Artikel wie den über die Affen lese wird mir doch immer wieder bewusst wie klein doch der Unterschied zwischen Primaten und Menschen doch ist.

  • S. B. am 11.04.2019 06:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aushängeschild

    Ob das wohl auch bei uns Männern zutrifft...?

  • Vorname / Name am 11.04.2019 06:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genau gleich bei den menschen

    Dass heisst es ist erwa genau gleich wie bei den menschen.

  • Equiso am 11.04.2019 06:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ewiger Artikel

    Diesem Artikel werde ich speichern und aufs Smartphone laden. Jedes Mal, wenn ein Macho oder ein vorlauter Möchtegern-Vorzeigemensch rumbrüllt, dann halte ich dem den Artikel unter die Nase.

  • El Diablo am 11.04.2019 06:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ähnlich, aber doch anders

    Zwar lässt sich das Ergebnis nicht auf den Menschen übertragen, aber das ist auch nicht nötig. Denn auch ohne Forschungen ist bekannt, je kleiner das Selbstwertgefühl bei jugendlichen Menschen ist, desto auffallender ist ihr Verhalten. Beim Menschen hat die Evolution eben dafür gesorgt, dass nicht mehr die Hodengrösse das Mass alles Dinge ist. Ein funktionierender Denkapparat ist beim Menschen wichtiger um sich im Fortpflanzungswettbewerb zu behaupten. Fehlt es aber daran sind die Auffälligkeiten im Verhalten nicht zu übersehen. Und im Zuge der Gleichberechtigung stehen junge Frauen den jungen Männern nichts nach wenn es darum geht sich auffällig zu benehmen.