Neue Studie

11. Juni 2014 05:50; Akt: 11.06.2014 14:23 Print

Heuschnupfen wirkt am Steuer wie 0,5 Promille

von Deborah Onnis - Pollenallergiker können im Verkehr eine Gefahr darstellen. Wer sich mit Heuschnupfen-Symptomen ans Steuer setzt, fährt laut einer Studie wie mit 0,5 Promille Alkohol im Blut.

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Wenn man mit einer triefenden Nase und tränenden Augen Auto fährt und gleichzeitig einen Gedächtnistest durchführen muss, beherrscht man das Fahrzeug genauso wie mit 0,5 Promille im Blut. Dies zeigt laut der «Deutschen Ärzte Zeitung» eine Studie der niederländischen Universität Maastricht, bei der Pollenallergiker einen einstündigen Fahrtest absolvierten. Eine Kamera hielt dabei millimetergenau fest, wie stark die Fahrer von der Spur abkamen, wenn sie unter Symptomen litten. Satte 2,35 Zentimeter mehr kamen die von Heuschnupfen geplagten Lenker von der Spur ab. Hatten sie hingegen ein modernes Allergikum eingenommen, war die Abweichung deutlich geringer.

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Dass gewisse Symptome im Strassenverkehr ernste Folgen haben können, zeigten schon einige Unfälle. Als ein Buschauffeur in Möhlin AG letztes Jahr einen heftigen Niesanfall hatte, geriet sein Fuss auf das Gaspedal. Das Postauto kam dadurch von der Strasse ab und fuhr in einen Vorgarten. Auch bei einer Kollision in einem Kreisel in St. Gallen ein Jahr zuvor sagte der Unfallautofahrer, er habe wegen «heftigen Niesens» die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. «Bei schweren Symptomen muss man mit Einschränkungen rechnen, deshalb ist es wichtig, diese mit modernen Medikamenten zu behandeln», so Professor Thomas Krämer, Leiter der Abteilung Forensische Pharmakologie und Toxikologie am Institut für Rechtsmedizin der Uni Zürich.

«Heuschnupfen-Symptome nicht unterschätzen»

Nicht jeder kleine Nieser bewirkt, dass der Lenker die Kontrolle über sein Fahrzeug verliert. Trotzdem kann man bei einer Niesattacke nicht ausschliessen, dass die Aufmerksamkeit nicht 100 Prozent gewährleistet ist. Dies bestätigt auch Krämer. Zudem schliesst man beim Niesen meist unwillkürlich die Augen und kann dadurch im schlimmsten Fall während einigen Sekunden nicht auf die Strasse schauen. Ist man dabei mit 100 Kilometern pro Stunde unterwegs, kann dies schlimme Folgen haben.

Aus diesem Grund sollte man laut Sereina Maibach, Projektleiterin und Beraterin bei Aha! Allergiezentrum Schweiz, Heuschnupfen-Symptome – sei es eine triefende Nase, tränende Augen oder Niesen – nicht unterschätzen: «Man sollte diese Beschwerden ernst nehmen und vor dem Losfahren unbedingt die eigene Fahrfähigkeit einschätzen.» Im Zweifelsfall solle man lieber die Finger vom Autofahren lassen. Allenfalls könnten Medikamente bei der Symptomlinderung helfen. «Am besten nimmt man Präparate der neueren Generation. Die machen normalerweise nicht mehr so müde.»

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ernst am 11.06.2014 07:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verbote über alles

    Heuschnupfen am Steuer muss sofort verboten werden. Mit dem gleichen Gesetz. Muss auch Kaugummi, Husten ,nasenbohren und gähnen verboten werden

  • Roland E.S. am 11.06.2014 06:58 Report Diesen Beitrag melden

    Verkaufsfördernde Studie?

    Welcher Pharmakonzern, der moderne Alergikum herstellt, hat der Uni Maastrich diese Studie finanziert?Oder besser gesagt, hat diese Studie bestellt?

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  • Sandro, BE am 11.06.2014 06:44 Report Diesen Beitrag melden

    ich staune

    Ich staune immer wieder wie man alles versucht um das Auto fahren als brandgefährlich zu positionieren. Egal was man macht, sei es im oder um das Auto, immer das gleiche Resultat. Der verbitterte Kampf gegen das umnweltschädliche Auto nervt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Morgan Schwab am 16.07.2014 18:13 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist für alle Allergiker.

    Tips für Allergiker : Nehmt Eure Medikamente, baut euch Pollenfilter in eure Autos ein, und sorgt dafür dass Pollenfilter an den Fenstern montiert sind ( damit kann man lüften), das ist wie ein Fliegengitter, nur dass es pollensicher ist. Wascht Euch eure Haare jeden Abend, wenn das nicht geht, bindet euch ein Tuch um den Kopf ( die Pollen gelangen sonst vom Kopf auf das Kissen - und damit in die Augen) Bei Regen könnt ihr Eure Wohnung sehr gut lüften, da keine Pollen, und ansonsten die Hinweise für Stadt und Land nutzen, wird von Pollenmesszentren rausgegeben, gibts als App und im Teletext.

  • Adrian am 13.06.2014 08:27 Report Diesen Beitrag melden

    Und ich kriege einen lebenslange Rente

    Weil ich ebenfalls an Heuschnupfen leide, aber unregelmässig arbeite (wenn noch keine ÖV bedient werden) und so ja nicht ans Steuer darf, bekomme ich von Februar bis August eine IV-Rente, oder? Ich meine, so liesse sich's ganz gut Leben...

    • Morgan Schwab am 16.07.2014 18:03 Report Diesen Beitrag melden

      Es ist in eurem Interesse !

      Ich fahre Elektrorollstuhl, und bin auch Allergikerin. Aber ich nehme ein modernes Antiallergikum. Das bedeutet : kein Niesen mehr, aber auch kein Tränen mehr. Ich weiss genau, wie gefährlich das werden kann, wenn man nicht mehr sicher fahren kann. Und schon allein deshalb nehme ich mein Antiallergikum, damit ich eben nicht niese, und nicht träne. Und mal davon abgesehen : Eine Allergie zu haben ist nicht lustig. Mit Heuschnupfen bedeutet das nämlich Kopfweh, gerötete Augen, Niesen, Gereiztheit.. Ganz zu schweigen vom Risiko eines Etagenwechsels = Asthma. Das riskier ich lieber nicht..

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  • ZG am 13.06.2014 07:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heuschnupfen chauffeur

    Hab Starkes Heuschnupfen mit Niesen verstopfter Nase und Roten Augen ohne Sonnenbrille gehts nichts bei mir. Zum Glück bin ich LKW Chauffeur ;)

  • Andy am 12.06.2014 18:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alle Jahre wieder

    Lasst doch den Menschen mehr spielraum. Gönnt euren Mitbürgern was. Warum tolleriert ihr in den Ferien alles, zuhause aber wird alles verboten und überreguliert?

  • Ruth am 12.06.2014 16:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fahrtüchtig

    Es gibt viele fahruntüchtige Leute.Auch heute haben sich wieder Unfälle auf Autobahnen, Hauptstraßen und Tunnels ereignet. Mich wunderts nicht.Einfach schrecklich,wie heut zu Tage gefahren wird.Sicherheitsabstand wird nicht eingehalten, telefonieren am Steuer und vieles mehr.Kein Wunder, dass sich dauernd Unfälle ereignen.Und es sind nicht immer Heuschnupfen oder Senioren, welche die Unfälle verursachen.Oft sind es jüngere Leute, die unkonzentriert fahren.