Weltraum-Architektur

05. Januar 2016 11:33; Akt: 05.01.2016 11:33 Print

Hightech-Hütte für Menschen auf dem Mars

Forscher haben eine selbstentfaltende Unterkunft für Astronauten entwickelt. Im April soll es bei einer simulierten Marsmission erstmals getestet werden.

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Der Mensch soll zum Mars. Um es ihm auf dem roten Planeten so angenehm wie möglich zu machen, forschen, entwickeln und tüfteln Wissenschaftler weltweit. Neuster Streich: eine selbstentfaltende Hightech-Hütte, die den Astronauten alles bietet, was sie fernab der Heimat benötigen.

Entwickelt wurde das ungefähr 6000 Kilogramm schwere, erste europäische Weltraumsimulationshabitat («Self-deployable Habitat for Extreme Environments», kurz Shee) in einem von der EU geförderten Projekt in Kooperation mit Kollegen aus Frankreich, Belgien, Estland und Tschechien.

Hohe Ansprüche

Die grösste Herausforderung dabei: Auf möglichst kleinem Raum möglichst viel Funktionalität unterzubringen. Der Wohn- und Arbeitsraum ist so konzipiert, dass zwei Habitate zusammengefaltet in eine für künftige bemannte Weltraummissionen geplante Schwerlastrakete passen würden.

Mit 50 Kubikmetern bietet Shee Platz für zwei Personen. Es soll ihnen zunächst als Basis für simulierte Weltraum-Missionen dienen. Das System ist so ausgelegt, dass mehrere Module zu grösseren Strukturen zusammengefügt werden können. «Um die Forschungskapazitäten zu erhöhen, kann Shee eine ständige Präsenz mit guter Ausstattung in der zu beforschenden Gegend ermöglichen, auch ohne einen grossen ökologischen Fussabdruck zu hinterlassen», heisst es.

Wohneinheit und Einrichtung Marke Selbstaufbau

Wegen der extremen Umweltbedingungen, der hohen Sicherheitsrisiken und der Kosten von Bauarbeiten auf einem anderen Himmelskörper, muss sich die Wohneinheit dort möglichst eigenständig aufbauen. Auch die meisten Einrichtungselemente sind auffalt- und veränderbar. Neben Ein- und Ausgangsbereichen gibt es Arbeits- und private Bereiche, eine Küche sowie eine Hygieneeinheit mit WC. Im Inneren kann das Habitat individuell eingerichtet und damit dem Forschungsbedarf angepasst werden.

Ein erster Härtetest des Prototyps ist für den kommenden April bei einer simulierten Marsmission im spanischen Testgebiet Rio Tinto geplant. Im Rahmen des europäischen «Moonwalk»-Projekts wird dort auch die Kooperation zwischen Astronauten und einem gestengesteuerten Rover getestet.

(fee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Eckaaat am 05.01.2016 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    Auf möglichst kleinem Raum?

    Sollte man nicht eher eine möglichst grosse Marsunterkunft planen, wenn man sich schon ausserhalb dieser nicht ohne Raumanzug bewegen kann? Da drehen die Leute da oben doch durch mit so wenig Bewegungsfreiheit. Für 2 - 3 Tage mag das ja reichen, aber für Monate?

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  • patrick am 05.01.2016 12:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht nur eine

    "das system ist darauf ausgelegt das mehrere module zu einer grösseren struktur zusammengebaut werden kann" in einem raumschiff haben sie ja auch nicht viel mehr platz

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  • Örliket am 05.01.2016 12:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alternative

    Die feuerpolizeilich problematischen IKEA Häuschen ließen sich doch hervorragend anderweitig absetzen lassen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Steve am 06.01.2016 01:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gewicht

    Vergessen Sie nicht das grösserer Raum auch mehr Gewicht bedeutet. dieses Gewicht will zuerst auch einmal befördert werden. Höheres Gewicht = höherer Treibstoffverbrauch.

  • Chris am 05.01.2016 15:34 Report Diesen Beitrag melden

    Kaum für den Mars

    Ich denke kaum, dass die Menschen je auf den Mars kommen. Diese Experimente sollen eher das Wohnmodell der Zukunft auf Erden testen.

  • Dani B. am 05.01.2016 13:42 Report Diesen Beitrag melden

    Anstiftung zum Suizid

    Für mich ist es kriminell, solche Himmelsfahrtskommandos nur schon auf dem Papier zu planen. Irgend so ein Naivling wird tatsächlich mal Mars einfach fliegen. Auf der Erde werden dann die Senderechte an seinem Tod versteigert.

    • Phew am 05.01.2016 14:03 Report Diesen Beitrag melden

      Bedingungen

      Dieser "Naivling" wird mit hoher Wahrscheinlichkeit über einen massiv höheren Bildungsgrad als du verfügen; hast du mal die Anforderungen an Astronauten geprüft? Und was ist naiv daran, tatsächlich zum Mars zu fliegen? Dass man da sterben wird? Denn genau das erwartet auch jeden Erdenbürger. Bloss weil du scheinbar über keinerlei Pioniergeist verfügst sollten Planungen für künftige Missionen im All nicht in Frage gestellt werden..

    • Dani B. am 05.01.2016 14:15 Report Diesen Beitrag melden

      es gibt einen Planeten, der nur von...

      ...Robotern bewohnt ist. Psychische Stabilität ist die wichtigste Voraussetzung für den Flug. Die Schnittmenge von Menschen, die psychisch stabil sind UND auf so einen letzten Trip gehen würden, ist gleich null. Überlasst den Mars den Robotern!

    • zuki am 05.01.2016 19:13 Report Diesen Beitrag melden

      @Dani B.

      Ach um es unwissenschaftlich und plakativ zu sagen: in der Steinzeit haben die in Höhlen wohnenden Jäger und Sammler das gleiche über diejenigen gesagt, die von einem sesshaften Bauerndasein mit domestizierten Tieren träumten. Fortschritt heisst Träumen und diese Träume verfolgen in dem man versucht und probiert und Risiken eingeht und vielleicht auf die Nase fällt vielleicht aber auch nicht, vielleicht entdeckt man einen neuen Kontinent und vielleicht ist es nicht einmal der, den man erwartet hätte. Forscherdrang zeichnet den Menschen schon seit jeher aus und das macht das Leben ja spannend

    • Dani B. am 05.01.2016 20:59 Report Diesen Beitrag melden

      Hallo zuki!

      Ja, die Neugier liegt in uns. Wir müssen sie befriedigen. Wir wissen bereits über den Mars: Anziehung 38% der Erde, Temperaturen von -80° bis 20°C, kaum Luftdruck, hohe Radioaktivität. Dort einen Menschen sterben zu lassen hat nur einen zweifelhafen symbolischen "Wert". Lasst den Mars den Robotern!

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  • Örliket am 05.01.2016 12:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alternative

    Die feuerpolizeilich problematischen IKEA Häuschen ließen sich doch hervorragend anderweitig absetzen lassen.

  • Jean Weiss am 05.01.2016 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    weiss es jemand?

    Warum genau wollen wir den Mars bevölkern?

    • huhu am 05.01.2016 12:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jean Weiss

      Forschen... den Mars kan man so ändern das er wie die Erde ist. Mittels Pflanzen und mikroben usw

    • Guschdi am 05.01.2016 12:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jean Weiss

      Keine Ahnung, aber so wie ich die Forscher kenne, hat es wahrscheinlich etwas mit Militär und/oder Spionage zu tun

    • Rouly am 05.01.2016 13:03 Report Diesen Beitrag melden

      @Jean Weiss

      Ich denke, zum jetzigen Zeitpunkt möchten wir den Mars nicht direkt bevölkern, sondern vorallem Forschung vor Ort betreiben. Die Menscheit möchte erfahren, woher sie stammt und was es da draussen noch alles gibt. Es ist die Suche nach andrem Leben im Weltall.

    • Jeannette Gruber am 05.01.2016 19:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jean Weiss

      Damit die Übervölkerung der Erde irgendwann dort angesiedelt werden kann.

    • Der Realist am 05.01.2016 23:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @huhu

      Korrekt, dauert auch nur einige schlappe Milliarden Jahre, bis der Mars der Erde ähnelt. Wenn die Menschheit in Zukunft weiter so vor sich hin wurstelt wird wohl eher die Erde in Kürze dem Mars ähneln.

    • ASP Explorer am 05.01.2016 23:29 Report Diesen Beitrag melden

      Frag den Lesch

      Wenn du aus deiner Frage immer noch nicht schlau wurdest, schau dir mal die Alpha Centauri-Folge "Was sollen wir auf dem Mars" an. Es geht nicht darum den Mars zu bevölkern - soviel sei verraten ;)

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