Sonde in Sonnenatmosphäre

12. August 2018 10:06; Akt: 12.08.2018 12:47 Print

Historische Sonnen-Mission der Nasa gestartet

Mit einem Tag Verspätung hat die Nasa ihr neuestes Projekt in den Weltraum geschickt. Eine Sonde soll in die Sonnenatmosphäre hineinfliegen.

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Die «Parker Solar Probe» hob am Sonntag an Bord einer «Delta IV Heavy»-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ab. Der zunächst für Samstag geplante Start war nach Angaben der US-Raumfahrbehörde Nasa gestoppt worden, weil eine Unregelmässigkeit während der letzten Minuten des Countdowns beobachtet worden sei.

«Parker Solar Probe» soll die Sonne in grossen elliptischen Bahnen umkreisen und dabei die äussere Schicht der Sonnenatmosphäre, die Korona, durchqueren. An ihrem geringsten Abstand werde sie eine Geschwindigkeit von 700'000 Kilometer pro Stunde erreichen. Damit würde sie von Hamburg nach Berlin gut eine Sekunde benötigen. Geschützt von einem fast zwölf Zentimeter dicken Karbonpanzer werde die «Parker Solar Probe» mehr Hitze und Strahlung aushalten müssen, als je ein Flugkörper zuvor, berichtete die Nasa. Die Sonde sei 700 Kilogramm schwer und etwa so gross wie ein Kleinwagen. Sie soll sich dem Stern unseres Planetensystems bis auf rund 6,2 Millionen Kilometer nähern und dabei über 1370 Grad Celsius aushalten.

Auf Tuchfühlung mit der Sonne: Das Projekt der Nasa. (Video: Tamedia)

Neue Erkenntnisse über Evolution

Die Sonde wird laut Nasa durch eine Region in der Sonnenatmosphäre fliegen, die eine Temperatur von vielen Hunderttausend Grad hat. Warum schmilzt sie dennoch nicht? Neben dem Hitzeschild und anderer technischer Raffinessen liege das vor allem an der dünnen Sonnenatmosphäre, erläutert die Nasa: Die Temperatur ist ein Mass dafür, wie schnell sich Teilchen bewegten, die Hitze aber für die Energie, die diese zusammen übertragen. Da es im All sehr wenige Teilchen gibt, können sehr hohe Temperaturen herrschen, ohne ein Objekt sonderlich zu erhitzen.

Stecke man eine Hand in kochendes Wasser, so halte man das viel kürzer aus, als mit einer Hand in einem 100 Grad heissen Ofen, erläuterte die Nasa mit dem Verweis, dies bitte nicht daheim auszuprobieren. Die Sonnenkorona enthalte so wenige Teilchen, dass die Hitze, die die Sonde auszuhalten haben, vor allem von den intensiven Lichtstrahlen der Sonne stamme.

Die Nasa-Forscher versprechen sich von der bis 2025 angesetzten Mission Erkenntnisse darüber, warum die Korona um ein Vielfaches heisser ist als die Oberfläche der Sonne und somit auch über die Funktionsweise von Sternen.

Die Daten könnten zudem künftige Wettervorhersagen genauer machen. Da die Sonne die Quelle von Licht und Wärme für das Leben auf der Erde ist, erhoffen sich die Forscher auch neues Wissen über die Evolution. Das Projekt soll zudem Auskünfte über die schnellen Solarwinde geben, die Satelliten empfindlich stören können.

Nicht erster Versuch

Mit der «Parker Solar Probe» benannte die Nasa erstmals eine Sonde nach einem lebenden Wissenschaftler, dem Astrophysiker Eugene Parker (91), einem emeritierten Forscher der University of Chicago. Er habe schon als junger Mann in den 1950er-Jahren die Existenz von Sonnenwinden vorhergesagt.

Die Nasa-Sonde ist nicht die erste, die die Sonne aus der Nähe untersuchen wird. Bereits in den 1970er-Jahren starteten die deutsch-amerikanischen Sonden Helios 1 und Helios 2, die jedoch mit rund 45 Millionen Kilometern einen gebührenden Abstand zum Hitzeball hielten. Sie befanden sich damit innerhalb der Umlaufbahn des sonnennächsten Planeten Merkur. Zum Vergleich: Die Sonne ist im Schnitt 150 Millionen Kilometer von der Erde entfernt.

Auf die Sonnen-Expedition der Nasa soll 2020 eine europäische folgen: Dann ist der Start des «Solar Orbiter» der europäischen Raumfahrtagentur Esa geplant. Die Missionen wurden unabhängig voneinander entwickelt.

(fal/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Delta IV am 12.08.2018 11:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    launch

    War live dabei :) einmaliges Erlebnis!

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  • Hon Sunny am 12.08.2018 11:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rekordjahr 2018

    Irgendwie hab ich das Gefühl die gesamte Erde fliegt der Sonne entgegen!

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  • MariO am 12.08.2018 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    mit an Board

    Mein Sohn hat mein Namen bei der Nasa eingetragen, der fliegt nun mit zur Sonne. Super cooles Geburtstagsgeschenk. Danke

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Die neusten Leser-Kommentare

  • NiemerWeis am 14.08.2018 14:03 Report Diesen Beitrag melden

    Schwarzes Loch

    Am Ende entdecken sie, dass unsere Sonne schon bald zu Ende geht... und das der einzige Grund ist für diese Mission.

  • Hirntoter am 13.08.2018 21:02 Report Diesen Beitrag melden

    Witziges Projekt

    Die werden dort nichts finden was wir nicht schon längst wissen.

  • Didi am 13.08.2018 10:26 Report Diesen Beitrag melden

    Konfrontation ...

    Jetzt müssen die Ofekenoken, die ihr Schlachtschicht in der Sonnenkorona versteckt haben, aber aufpassen, dass die NASA sie nicht aufspürt ...

  • Boris am 13.08.2018 06:48 Report Diesen Beitrag melden

    Zwei Fragen

    Also hat die Sonne wirklich eine Atmosphäre die sechs Millionen Kilometer weit ins All reicht ? Was ist das miltärische Ziel dieser Sonnen Mission ? Der Hauptsponsor der Nasa ist nämlich die U.S. Army.

    • MArtin am 13.08.2018 13:33 Report Diesen Beitrag melden

      @Boris

      Die NASA ist eine NICHT Militärische Organisation, sagt man jedenfalls ;-)

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  • Kriwa am 13.08.2018 03:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    NASA

    Waren beim Start dabei. Coole Sache. Besuchten das Space Center. Wahnsinn, an welchen Entwicklungen die NASA arbeitet. Wir sind nur eine winzige Galaxie im Universum und denken immer wir sind die grössten.