Von Taliban zerstört

02. März 2011 16:58; Akt: 03.03.2011 15:45 Print

Hoffnung für Buddhas von Bamiyan

Vor zehn Jahren zerstörten die Taliban die weltbekannten Buddha-Statuen im afghanischen Bamiyan-Tal. Forscher halten einen Wiederaufbau für möglich.

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Die grössere Statue vor der Zerstörung (l.), rechts die leere Nische. (Bild: Reuters)

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Wissenschaftler des Lehrstuhls für Restaurierung, Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaft der Universität München hätten die Überreste eineinhalb Jahre untersucht und dabei festgestellt, dass die vielen hundert Bruchstücke zumindest teilweise eventuell zusammengefügt werden könnten, teilte die Hochschule am Freitag mit.

Experten des Internationalen Rats für Denkmalpflege (ICOMOS) haben die Reste der im März 2001 von den Taliban gesprengten Statuen mit einer Höhe von 53 und 38 Metern in provisorischen Hallen gelagert, um sie vor weiterem Verfall zu schützen. Andere, noch am ursprünglichen Standort in einer Felswand befindliche Bruchstücke seien abgedeckt worden. Die Münchner Restaurationsexperten hatten die Fragmente vor Ort eingehend untersucht.

Mit einem neuartigen Konservierungsverfahren könnten die Bruchstücke des weichen und verwitterungsanfälligen Sandsteins eventuell von innen gehärtet und anschliessend mit Hilfe einer dreidimensionalen Computer-Rekonstruktion wieder zusammengesetzt werden, erklärte Lehrstuhlinhaber Erwin Emmerling. Theoretisch lasse sich so zumindest die kleinere Statue aufbauen. Zur Konservierung müsste im Bamiyan-Tal aber eine kleine Fabrik gebaut werden, da ein Abtransport der teils tonnenschweren Bruchstücke zu aufwendig wäre.

ETH Zürich erstellte digitales Modell

Auch Forscher der ETH Zürich hatten sich kurz nach der Zerstörung mit dem Wiederaufbau der Statuen beschäftigt und aus zahlreichen Fotografien ein digitales, dreidimensionales Modell der grösseren der beiden Buddha-Statuen errechnet. Zudem baute und eröffnete die ETHZ 2006 in Bamiyan ein so genanntes «House Of Science».

Die Zerstörung der aus dem 6. Jahrhundert stammenden Buddha-Statuen von Bamiyan durch die Taliban hatte vor zehn Jahren weltweit für Empörung gesorgt. Die UNESCO hat ihre Überreste als Mahnmal gegen religiösen Fanatismus und Intoleranz auf die «Rote Liste» der bedrohten Kultur- und Naturdenkmäler gesetzt. Ab Mittwoch berät die UNO-Organisation während drei Tagen über den Erhalt der Bruchstücke und der Welterbe-Stätte.

(pbl/sda)