Immuntherapie

03. Februar 2014 15:33; Akt: 03.02.2014 16:23 Print

Hoffnung für Kinder mit Erdnussallergie

von Maria Cheng, AP - Immer mehr Kinder reagieren allergisch auf Erdnüsse – schon Spuren in anderen Lebensmitteln können gefährlich werden. Ärzte haben jetzt ein Gegenmittel gefunden.

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Viele Lebensmittel enthalten Spuren von Erdnüssen, was für Allergiker ein grosses Problem ist. (Bild: Keystone)

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So wie der zwölfjährigen Lena Barden geht es vielen Kindern weltweit: Kaum isst sie Erdnüsse oder Lebensmittel, die Spuren davon enthalten, bekommt sie Schwellungen und Atemprobleme, die lebensbedrohlich sind. Ungefähr jedes 50. Kind leidet an Erdnussallergie, die Zahl der Betroffenen steigt beständig. Besonders Kinder in Industriestaaten sind davon betroffen. Erdnüsse sind der häufigste Grund für allergische Reaktionen auf Lebensmittel.

Eine am Addenbrooke's Hospital im britischen Cambridge erstellte experimentelle Studie gibt den Betroffenen neue Hoffnung. Dort gelang es Ärzten, das Immunsystem der Kinder mit der Einnahme speziellen Erdnussmehls zu stärken. Die Methode ziele darauf ab, die Toleranz der Kinder gegenüber Erdnüssen stufenweise zu erhöhen, sagt der Leiter der Studie, Andrew Clark von der Universität Cambrigde. Das Fachjournal «The Lancet» veröffentlichte am Donnerstag die von britischen Gesundheitsbehörden finanzierte Forschungsarbeit auf seiner Website.

Ein Schuss Erdnussmehl zum Essen

99 Kinder unter 16 Jahren, die an schwerer Erdnussallergie leiden, nahmen am Versuch teil und bekamen mit ihrem Essen einen «Schuss» des Erdnussmehls verabreicht. Zunächst setzten die Mediziner eine klitzekleine Dosis von zwei Milligramm ein und steigerten die Menge langsam auf zuletzt 800 Milligramm.

Zeitgleich beobachteten sie bei den Kindern, ob sich lebensbedrohliche Reaktionen einstellten. Die häufigsten Beschwerden, die während der Zeit auftraten, waren Juckreiz im Mund, Magenschmerzen und Übelkeit. Doch nach sechs Monaten der Behandlung konnten mehr als 80 Prozent der jungen Probanden ohne Probleme eine Handvoll Erdnüsse essen. «Das macht einen dramatischen Unterschied in ihrem Leben», betont Clark. «Vor der Studie konnten sie nicht einmal kleinste Mengen an Erdnüssen vertragen und ihre Eltern mussten ständig alle Lebensmittelkennzeichnungen lesen.»

Der Alltag wird einfacher

Die Absicht der Studie ist nicht etwa, dass die bisherigen Allergiker nun Riesenmengen an Peanuts essen. Vielmehr sollen die lebensgefährlichen Reaktionen vermieden werden, falls Kinder doch einmal aus Versehen Spuren von Erdnüssen in anderen Lebensmitteln zu sich nehmen.

«Früher habe ich nie Donuts gegessen, weil sie Erdnussteilchen enthalten konnten», sagt Lena, die an der Studie ebenfalls teilnahm und dank der aufgebauten Immunität heutzutage fünf Peanuts pro Tag essen kann. Als ihre Behandlung schon weit fortgeschritten war, kaufte ein Freund ein Päckchen Donuts und bot ihr einen an. «Es war Wahnsinn», sagt sie. «Ich ass alle auf.»

Bleibender Effekt unsicher

Matthew Greenhawt von der Universität Michigan dämpft in einem begleitenden Kommentar zur Studie allerdings allzu grosse Erwartungen. Die Ergebnisse seien «ausserordentlich vielversprechend», doch ist die Behandlung seiner Einschätzung nach noch «Jahre von einer routinemässigen klinischen Anwendung» entfernt. So sei unter anderem noch unklar, ob die Erdnussmehl-Therapie einen «bleibenden Effekt» produziere.

Auch Studienleiter Clark nimmt an, dass die Kinder wohl noch mehrere Jahre lang Erdnussmehl einnehmen müssten, um die erzielte Toleranz aufrechtzuerhalten. Ungeachtet dessen hat der Erfolg der Studie ihn und seine Kollegen ermutigt: Sie wollen die Behandlung bald in einer speziellen Klinik für Erdnussallergien anbieten und die Studien fortführen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • sarina am 04.02.2014 07:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht neu

    das ist nichts neues, hyposensibilisierung wird schon seit jahren erfolgreich angewendet...

Die neusten Leser-Kommentare

  • sarina am 04.02.2014 07:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht neu

    das ist nichts neues, hyposensibilisierung wird schon seit jahren erfolgreich angewendet...