Mit Trick gerettet

02. November 2019 06:59; Akt: 02.11.2019 06:59 Print

Bub (7) steckt mit Zunge in Flaschenhals fest

Weil er den letzten Rest Saft aus der Glasflasche lecken wollte, schob ein 7-Jähriger seine Zunge in deren Hals. Ein fataler Fehler.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ein 7-jähriger Junge aus Hannover dürfte beim Safttrinken den Schreck seines Lebens bekommen haben. So bekam er seine Zunge zwar mit Leichtigkeit in den Flaschenhals, aber nicht wieder heraus. Denn diese lief nicht nur dunkelviolett an, sondern schwoll auch stark an. Er drohte, keine Luft mehr zu bekommen.

Umfrage
Sind Sie auch schon einmal mit einem Körperteil irgendwo stecken geblieben?

Erst in der Notaufnahme des Kinder- und Jugendspitals Auf der Bult konnte dem stark sabbernden Buben schliesslich geholfen werden – mit einem einfachen Trick, wie die behandelnden Mediziner im «European Journal of Anaesthesiology» schreiben.

Wie eine Weinflasche ohne Korkenzieher öffnen

Zuerst hätten sie versucht , den Flaschenhalsrand gleitfähig zu machen. Als das nichts brachte, hätten sie eine dünne Kunststoffkanüle zwischen Zunge und Flasche geschoben, so die Ärzte. Dies, weil einer von ihnen, Christoph Eich, auf diese Weise früher schon einmal eine Weinflasche ohne Korkenzieher geöffnet habe.

Durch die Kanüle spritzten die Mediziner dann 60 Milliliter Luft in die Flasche, wodurch sich ein Überdruck bildete, der die Zunge sanft herausdrückte.

Simpel, effektiv und sicher

Ganz neu sei dieses Verfahren nicht, heisst es in einer Mitteilung. «Wir fanden einen Bericht über eine Überdrucktechnik, die derjenigen ähnelt, die wir angewendet haben», so die Forscher. Der Bericht sei vor 30 Jahren veröffentlicht worden, aber offenbar in Vergessenheit geraten.

Dabei ist diese Technik deutlich sanfter als die sonst angewendete. In den meisten Fällen, die bislang in der Fachliteratur beschrieben wurden, mussten die Flaschen aus Glas, Plastik oder Metall zerschnitten werden. Mitunter sogar mithilfe der Feuerwehr. Das sei nicht nur aufwendig, sondern bedeute auch «eine höhere Verletzungsgefahr», wird Eich zitiert. Die Überdruckmethode sei dagegen simpel, effektiv und sicher.

Der Junge blieb noch 24 Stunden zur Beobachtung in der Klinik. Nach 14 Tagen sei von dem Bluterguss und der Schwellung nichts mehr zu sehen gewesen, so die Mediziner.

(fee)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • M.L. am 02.11.2019 08:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Im Fall:

    Wenn ich Luft in ein geschlossenes Gefäss drücke, dann erzeugt das einen Überdruck und keinen Unterdruck.

    einklappen einklappen
  • Ropa am 02.11.2019 07:48 Report Diesen Beitrag melden

    Mund?

    Vermutlich pumpten sie es in die Flasche, nicht in den Mund, wie oben geschrieben.

    einklappen einklappen
  • Alberto DerStein am 02.11.2019 07:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Physik-Fensterplatz

    Durch den entstandenen Unterdruck wurde die Zunge hinausgedrückt? Echt?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Junge am 02.11.2019 14:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die andern dürfen zahlen..

    wegen dem zum Dok... einfach Flasche zerschlagen/Loch bohren, fertig

  • Ottili am 02.11.2019 13:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gewusst wie

    Der Junge hätte auch einfach feste in die Flasche blasen können, hätte wahrscheinlich den selben Effekt. Durch das Saugen, entstand Unterdruck.

  • Bu. H. Wiler am 02.11.2019 13:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfacher geht immer

    Mit etwas Menschenverstand hätten sie die Flasche sauber mit Isolierband umwickelt. Dann am Ende mit einem Hämmerchen darauf geschlagen. Es hätte keine Splitter gegeben und die Zunge wäre ruckzuck wieder frei gewesen. Das Endergebnis wäre das Gleiche gewesen nur hätte es nichts gekostet und wäre schneller gegangen denn man hätte den Spital gespart!

  • PhilippGlanzmann am 02.11.2019 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    Mit der Zunge in die Flasche

    Wie kann nur eine Zunge in der Flasche stecken bleiben das ist mir noch nie passiert und wird mir sicherlich auch nie passieren

  • Phil Krill am 02.11.2019 12:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ... Überdruck ...

    ... ja, das gab es doch tatsächlich. Ein Weinflaschen-Entkorker auf Basis mit Überdruck. Dazu musste das dünne vorn, zugespitzte Metall-Röhrchen durch den Korkzapfen getrieben werden, um dann mit dem Ausgeklappten Hebel Luft in die Flasche zu pumpen. Hat sehr gut funktioniert. Aber nach einmal fallen lassen war das Kunststoff-Pumpengehäuse gerissen ...