Reederei Hurtigruten

27. November 2018 19:49; Akt: 27.11.2018 19:49 Print

17 Kreuzfahrtschiffe sollen mit Fischresten fahren

Kreuzfahrtschiffe geraten zunehmend in die Kritik, weil sie Dreckschleudern sind. Eine norwegische Reederei will ihre Schiffe «sauberer» machen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die norwegische Reederei Hurtigruten will für den Antrieb ihrer Kreuzfahrtschiffe künftig auch Fischreste nutzen. Dazu würden Reste aus der fischverarbeitenden Industrie und andere organische Abfälle erst zu Biogas verarbeitet. Dieses werde dann verflüssigt und ersetze den Treibstoff Schweröl, teilte Hurtigruten am Montag mit. «Was andere für ein Problem halten, sehen wir als Ressource und Lösung», sagte Hurtigruten-Chef Daniel Skjeldam.

Umfrage
Waren Sie schon einmal mit Hurtigruten unterwegs?

«Während die Wettbewerber mit billigem, umweltschädlichem Schweröl fahren, werden unsere Schiffe buchstäblich von der Natur angetrieben», wird der Leiter in einer Mitteilung zitiert.

Biogas sei der umweltfreundlichste Kraftstoff im Bereich der Schifffahrt und ein grosser Fortschritt für den Schutz der Umwelt. «Wir würden uns freuen, wenn andere Kreuzfahrtunternehmen unserem Beispiel folgen würden.»

Nicht die erste Aktion

Mit Biogas als Schiffsantrieb werde seine Reederei die erste, deren Schiffe ohne fossile Energie auskämen, kündigte Skjeldam an. Hurtigruten besitzt 17 Schiffe. Ihr Antrieb soll binnen sechs Monaten umgestellt werden.

Es ist nicht die erste Änderung, die das Unternehmen zum Schutz der Umwelt vollziehen will. Erst im Mai 2018 hatte die Reederei bekannt gegeben, ab Juli auf ihren Schiffen komplett auf Wegwerfartikel aus Plastik zu verzichten.


(fee)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mark Cole am 28.11.2018 01:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gezwungenermassen

    Die Reederei macht das ja nicht ganz freiwillig, die neuen Konzession für die Postschiff Route werden von der norwegischen Regierung nur vergeben wenn die eingesetzten Schiffe Umweltauflagen (z.Bsp Gas) erfüllen , und ab 2021 gibt es dann ja auch Konkurrenz. Nur 1 % aller Schiffe sind Kreuzfahrtschiffe. Alle Schadstoffe und Abgase werden weltweit reglementiert ausser die 2 Schlimmsten, die von Flugzeugen und die von Schiffen ?! Sicher ein guter Anfang aber da sollte sich Grundsätzlich was ändern.

  • Gilles Marquand am 27.11.2018 21:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kreuzfahrt vs. Fracht

    Ich bin weder Petrochemiker noch Seefahrtspezialist und habe ein paar Fragen und Bemerkungen, mit Bitte um Stellungnahmen anders als mittels Daumen nach oben oder nach unten: 1. Gemäß Google gibt es weltweit ca. 310 Hochseekreuzfahrtsschiffe und ca. 40000 Hochseefrachter. 2. Soviel ich weiss fahren die Frachter auch mit Schweröl, und die meisten sind älteres Baujahrs, und daher womöglich schädlicher für die Umwelt als die in der Regel moderneren Kreuzfahrtschiffe. 3. So gesehen sollte die Umweltbelastung durch "Kreuzer" nur einen Bruchteil der Gesamtumweltbelastung darstellen, die von der Seefahrt ausgeht. Daher: Sollte ich wirklich ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich mir mal eine Kreuzfahrt gönnen würde? (wie gesagt, ich bin kein Experte, lasse mich aber gerne belehren). 4. Wie entsteht Schweröl? Ist es so wie ich glaube ein Restprodukt der Ölreffinerien, nachdem leichte Kraftstoffe (Benzin, Kerosin) extrahiert wurden? Wenn ja: besteht eine andere, umweltverträgliche Möglichkeit, dieses Restprodukt Schweröl zu eliminieren, ohne es umweltbelastend in Schiffsmotoren zu verbrennen? Ich habe nämlich den Verdacht, die ganze Ölindustrie ist froh, dass es Hochseeschiffe gibt, denn sie wüsste sonst nicht, wie diese riesigen Mengen Schweröl loszuwerden wären.

    einklappen einklappen
  • Illumination am 27.11.2018 21:13 Report Diesen Beitrag melden

    Problem endlich angehen..

    Schweröl enthält mehr als 3500-mal soviel Schwefel wie Dieselkraftstoff für Pkw - Schadstoffe werden ohne Kat/Russfilter in die Luft geblasen.. In Hamburg gehen 40 Prozent Stickoxid-Belastung auf Schiffsverkehr zurück. Erd-/Biogas kann in denselben Diesel-/Schweröl-Schiffsmotoren verbrannt werden, Erdgas-Preis mittlerweile auf Schweröl-Niveau.. Technik ist serienreif - nahezu kein Feinstaub, keine Schwefelverbindungen, weniger als ein Viertel bisheriger Stickoxide.. Problem ist ca. 4-fach höheres Tank-Volumen ggü. gleich gehaltvollem Schweröl-Tank/ca. 25 Prozent höhere Kosten Antriebseinheit..

Die neusten Leser-Kommentare

  • Zweifler am 29.11.2018 17:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gas & Oel nicht kompatibel

    Gute Idee nur glaubw ich nicht daran Schiffsmotoren sind riesige Dieselmotoren welche so ziemlich alle Oelsorten verbrennen können. Gas gehört da definitiv nicht dazu. Niemals. Die schmeissen sicher nicht die Millionen teuren Antriebe weg und bauen Gasturbinen ein.

  • Päde am 29.11.2018 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    Finde das super

    Aber dies hat sicher einen faden Beigeschmack. Schmeckt dann auf dem Schiff wohl nicht nach leckeren Pommes? ;)

  • wale am 29.11.2018 06:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Junges Erdgas

    Biogas muss man sich einfach als junges Erdgas vorstellen. Der ansatz ist ja gut, jedoch giebt es einen hohen Methanschlupf bei der Aufbereitung von Biogas damit es in der benötigten mänge an Bord gebunkert werden kann. Es wrde auch Sinvollere Alternativen geben.

  • Mary J am 28.11.2018 09:24 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gut

    Sehr vorbildlich! Ich hoffe das bringt viele Nachahmer!!! Da könnte ich mir direkt vorstellen mal eine Tour mit den Hurtigruten zu machen!

  • martin aus glis am 28.11.2018 07:48 Report Diesen Beitrag melden

    Geld vor Klima

    Die gesamten Meeresbewohner inkl. Klima würden es begrüssen wenn man die ganzen Schwachsinnigen Meeresverschmutzer aus den Weltmeeren verbannen würde..