Klimawandel

05. September 2016 13:30; Akt: 05.09.2016 13:30 Print

Im Jahr 2050 wird der Kaffee knapp

Schlechte Nachrichten für Koffein-Junkies: Experten prognostizieren, dass schon in wenigen Jahrzehnten die Kaffeetassen für immer leer bleiben könnten.

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Im Jahr 2080 könnte es in unseren Kaffeetassen so aussehen. Schuld ist der Klimawandel, besagt eine Studie. Demnach kommt es aufgrund des Klimawandels zu immer stärkeren Ernteausfällen. Laut der Forscher reicht schon ein halbes Grad Celsius zum falschen Zeitpunkt aus, um Ertrag, Geschmack und Aroma von Kaffee massgeblich zu beeinflussen. Doch nicht nur höhere Temperaturen stellen eine Gefahr für den trinkbaren Wachmacher dar: So regnet es aufgrund des Klimawandels immer häufiger an Orten, wo es früher trocken blieb. Das führt zu einem verstärkten Aufkommen von Kaffeerost (Hemileia vastatrix), einem Pilz. Weiteres Ungemach geht von Schädlingen wie dem Kaffeekirschenkäfer aus, der ursprünglich aus dem Kongo stammt, heute aber bereits weltweit anzutreffen ist. Um Abhilfe zu schaffen, empfehlen die Wissenschaftler, die Plantagen zu zügeln. Und zwar weg vom Äquator hinauf in die Berge. Dabei sind der Studie zufolge nicht nur die Kleinbauern, sondern vor allem auch die Konzerne gefragt, die den Kaffee für ihre Produkte nutzen. Noch mehr Wissenswertes über das wachmachende Gebräu erfahren Sie in den nächsten Bildern. - allerdings nur während zweier Tage, wie US-Forscher herausgefunden haben. Danach zeigt das Koffein keine Wirkung mehr. Die Kaffeebohnen sind eigentlich Kerne, die immer paarig in einer kirschenähnlichen Frucht am Kaffeestrauch wachsen. Von den unterschiedlichen Kaffeesorten, die in ungefähr 70 Ländern angebaut werden, werden zur Kaffeeproduktion hauptsächlich Arabica und Robusta verwendet. Bis die Bohne in der Maschine landet, muss die Kaffeekirsche zuerst bis zu elf Monate reifen. Aus rund 2,5 kg Kirschen gibt es gerade mal 500 Gramm Kaffeebohnen. Bedingt durch diesen geringen Ertrag bei der Kaffeeernte und die stetig steigende Nachfrage nach dem edlen Arabica-Kaffee wird künftig immer mehr Regenwald abgeholzt werden müssen, um genügend Kaffeebohnen produzieren zu können. Das im Kaffee enthaltene Koffein hat eine allgemein anregende Wirkung und kann die körperliche Leistungsfähigkeit positiv beeinflussen. Diese stimulierende Wirkung nimmt bei einem regelmässigen Konsum koffeinhaltiger Getränke ab (Gewöhnungseffekt). Wer kaum Kaffee trinkt und plötzlich zu mehreren Tassen greift, kann mit Nebenwirkungen wie Zittern, erhöhter Nervosität, Schlafstörungen, Herzrasen, Kopfschmerzen oder unregelmässigem Puls darauf reagieren. Kaffee kann eine positive Wirkung auf Herz-Kreislauf-Krankheiten haben und migränebedingte Kopfschmerzen mildern, indem die Blutgefässe im Hirn erweitert werden. Auch im Sport wird Koffein eingesetzt, da sich die Wahrnehmung von Müdigkeit, Belastung und Schmerzen reduzieren lässt und Koffein direkt auf die Muskelzellen wirkt. Von 1984 bis 2004 stand Koffein sogar auf der Dopingliste des IOC. Kaffee wird immer noch eine harntreibende Wirkung nachgesagt. Studien haben gezeigt, dass Kaffeetrinken die Nierentätigkeit zwar anregt, doch beinahe im gleichen Ausmass wie beim Trinken derselben Menge Wasser. Kaffee darf also als Flüssigkeit betrachtet werden und muss nicht zwingend mit einem Glas Wasser kompensiert werden. Eine Tasse Kaffee zum Frühstück kann die Verdauung in Schwung bringen und eines der Hausmittel bei zu Verstopfung neigenden Menschen sein. Auch die Ausschüttung von Magensaft wird angeregt. Die Tasse Kaffee nach dem Essen hilft also auch beim Verdauen. : empfindliche Menschen können auf Kaffeegenuss mit Sodbrennen reagieren. Bei der Verträglichkeit von Koffein bestehen grosse individuelle Unterschiede. Für Gesunde gilt die Faustregel, dass täglich bis zu unbedenklich sind. Ein hoher Koffeinkonsum in der Schwangerschaft kann zu einem verringerten Geburtsgewicht des Neugeborenen führen. Daher wird schwangeren Frauen empfohlen, nicht mehr als ein bis drei Tassen Kaffee pro Tag zu trinken. Auch in der Stillzeit ist ein massvoller Koffeinkonsum empfehlenswert, da Koffein in die Muttermilch übertritt. Nicht nur die Zubereitungsmöglichkeiten des Kaffees sind vielfältig, sondern auch die möglichen Zutaten. Lieber schwarz, mit viel Zucker und Rahm oder gar mit süssen Toppings? Manche Kaffeegetränke entpuppen sich als wahre Kalorienbomben und die positiven gesundheitlichen Wirkungen gehen verloren.

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Ohne die obligatorische Tasse Kaffee geht für viele Menschen am Morgen gar nichts. Doch damit könnte laut einer aktuellen Studie bald Schluss sein: Denn die Bohnen – Basis aller Kaffeegetränke – werden zusehends knapper.

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Schon im Jahr 2050 dürfte sich die Zahl der Anbauflächen – und damit die Menge des vorhandenen Kaffees – halbiert haben, prognostizieren die Wissenschaftler vom australischen Climate Institute in dem Bericht zur Studie. Bis 2080 könnten sie sogar ganz verschwunden sein.

Dreierlei Gefahren

Schuld an den düsteren Zukunftsaussichten ist laut den Experten der Klimawandel, der die Temperaturen auf der Erde bis zum Jahr 2050 um zwei Grad ansteigen lassen dürfte. Das Problem: Schon ein halbes Grad Celsius zum falschen Zeitpunkt reicht aus, um den Ertrag, den Geschmack und das Aroma von Kaffee massgeblich zu beeinflussen.

Davon würden laut den Studienautoren wichtige Kaffee-Anbauländer wie Honduras, Nicaragua, Vietnam oder Guatemala besonders betroffen sein.

Guter Rat ist teuer

Doch nicht nur höhere Temperaturen stellen eine Gefahr für den trinkbaren Wachmacher dar, sondern auch Niederschläge und Schädlinge. Durch den Klimawandel regnet es beispielsweise immer häufiger an Orten, wo es früher trocken blieb. Das führt wiederum zu einem verstärkten Aufkommen von Kaffeerost (Hemileia vastatrix), einem Pilz. Weiteres Ungemach geht von Schädlingen wie dem Kaffeekirschenkäfer aus, der ursprünglich aus dem Kongo stammt, heute aber bereits weltweit anzutreffen ist.

Um Abhilfe zu schaffen, empfehlen die Wissenschaftler, die Plantagen zu zügeln. Und zwar weg vom Äquator hinauf in die Berge. Das können die Kleinbauern jedoch nicht allein stemmen, so die Autoren. Vielmehr müssten die Grosskonzerne ihnen finanziell unter die Arme greifen und bei der Auswahl von Ausweichflächen helfen. Ganz einfach dürfte das jedoch nicht sein. Denn dort, wo der Kaffee wachsen könnte, stehen meist schützenswerte Wälder – oder das Land wird bereits anders genutzt.


(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Budweiser am 05.09.2016 14:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beer

    Solange es noch Hopfen und Malz gibt im Jahr 2050 sehe ich da keine Probleme :-)

  • wianve am 05.09.2016 13:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer weiss es wirklich?

    Wer kann das schon wissen? Immer diese Angst schüren, bevor man sicher ist. Was wurde schon alles in meinen 70 Jahren Prophezeit, seit ich lebe und es ist nicht eingetroffen. So vieles ist auch besser, wenn ich nur schon an die sauberen Seen denke

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  • Remo Kaiser am 05.09.2016 13:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eine gute Nachricht

    Zumindest für die Migros, Coop und Nespresso: Sie können die Preise erhöhen und mehr kassieren, ab morgen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kein Klimawandler am 06.09.2016 20:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abwarten und Tee trinken

    2050 wissen wir ob hier wieder einmal nur Klimahysterie gepflegt wurde. Mein Tipp ist Ja.

  • Joker am 06.09.2016 17:59 Report Diesen Beitrag melden

    Tieflandkaffee auf dem Monte Rosa

    Das Klima wird sich bis 2050 so verändern, dass man auf der Dufourspitze Tieflandkaffee anbauen wird

  • Cafy Bohne am 06.09.2016 16:55 Report Diesen Beitrag melden

    Zukunft

    Alter Kaffee! Das Gute vorweg: im Jahre 2222 wird es wieder genügend Kaffee geben !!!!

  • Eckzahn am 06.09.2016 16:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Knapp wird vermutlich vieles

    Bis dann können noch viele andere Dinge knapp werden. Erdöl, Erdgas, klares reines Wasser, Lebensmittel ganz allgemein; na, ja. Hoffen wir das beste.

  • K. Puccino am 06.09.2016 14:12 Report Diesen Beitrag melden

    Müsste eigentlich bestraft werden!

    Der Verfasser dieses Artikels sollte nun bestraft werden und für die Preiserhöhungen für jede Tasse Kaffee aufkommen (von der Migros-Imbissecke bis zum Nobel-Café).