Rekord-Bienensterben

22. Mai 2012 23:06; Akt: 23.05.2012 00:02 Print

Imker massiv in der Kritik

Im letzten Winter ist jedes zweite Bienenvolk verendet. Schuld sind laut Experten schlecht ausgebildete Imker.

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Viele Imker haben im letzten Jahr ganze Völker ihrer Bienen verloren. (Bild: Fotolia)

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Noch nie sind in der Schweiz so viele Bienen verendet wie 2011. 100 000 Völker haben den bitterkalten Winter nicht überlebt. «Das ist ein dramatisches Ausmass, wie wir es in der Schweiz noch nie hatten», sagt Peter Gallmann vom Zentrum für Bienenforschung, Agroscope. Hauptursache für die Rekordverluste sei ein bekannter Parasit, die Varroa-­Milbe: «Wegen des milden Frühlings im letzten Jahr konnte sie sich früher entwickeln und vermehren. Damit wurde der kritische Wert des Milbenbefalls bereits erreicht, bevor die Imker mit der Behandlung beginnen konnten.»

Alles Unsinn, sagt Klaus Maresch vom deutschen Berufs­imker-Verband: «Die Imker sind selber schuld, wenn sie ihre Völker an der Varroa-Milbe eingehen lassen. Wenn alle frühzeitig und gemeinsam mit der Behandlung beginnen würden, könnten sich die Insekten nicht gegenseitig anstecken. Es fehlt an Professionalität.» In Deutschland diskutiere man deshalb über eine Art Imkerausweis. Auch in der Schweiz findet diese Idee Zustimmung. «Obligatorische Einstiegs- und Wiederholungskurse wie beim Jagen oder Golfen würde ich begrüssen», so Richard Wyss, Präsident des Vereins deutschschweizerischer und rätoromanischer Bienenfreunde.

Laut Nationalrätin Maya Graf (Grüne) haben aber auch gut ausgebildete Imker Probleme mit dem Bienensterben. «Die Stöcke sind oft schon vor dem Milbenbefall geschwächt, weil sie ab dem Frühling unter aggressiven Pestiziden aus der Landwirtschaft leiden.» Mit einer Motion will sie deshalb den Einsatz solcher Pestizide verbieten.

(sda/sma/20 Minuten)