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13. Dezember 2017 10:36; Akt: 13.12.2017 12:08 Print

In 30 Jahren wird diese Insel verschwunden sein

Ende 2014 entstand im Südpazifik eine Insel, die längst wieder weg sein sollte. Doch sie hält sich tapfer. Fragt sich nur wie lange noch.

Die Zeitrafferaufnahme zeigt, wie sich die Insel seit Januar 2015 entwickelt hat. (Video: Nasa)
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Hunga Tonga-Hunga Ha'apai lautet der inoffizielle Name eines kleinen Eilandes, das noch nicht einmal drei Jahre alt ist. Es entstand, als zum Jahreswechsel 2014/15 nahe des Inselstaates Tonga ein Unterwasservulkan ausbrach. Damals gaben die Experten der neuen Landmasse eine Lebensdauer von wenigen Monaten. Doch nun zeigt eine Studie der Nasa, dass die Insel bis zu 30 Jahre lang existieren könnte.

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Die US-Raumfahrtbehörde hat die Insel seit ihrer Entstehung monatlich von einem Satelliten aus sowohl optisch als auch mit Radar überwacht. Die Forscher erhoffen sich von den Beobachtungen nicht zuletzt auch Aufschlüsse über vergleichbare Formationen auf dem Mars.

Blick in die Vergangenheit des Mars

Joe Gavin vom Nasa Goddard Space Flight Center, der Hauptautor der Studie, sagte in einer Mitteilung: «Alles, was wir über den Mars lernen, basiert auf Erfahrungen, die wir beim Interpretieren von Phänomenen auf der Erde gewonnen haben.» Man gehe davon aus, dass vergleichbare Eruptionen stattfanden – zu einer Zeit, als es dauerhaft mit Wasser bedeckte Gebiete auf dem Mars gab. «Vielleicht können wir die Tonga-Insel und ihre Entwicklung dazu nutzen, um herauszufinden, ob diese Gebiete beständige Ozeane oder nur kurzlebige Seen waren», sagt Gavin.

Noch im Mai 2016 erwarteten die Wissenschaftler, dass Hunga Tonga-Hunga Ha'apai zerfällt, als das Meer die südöstliche Kraterwand überflutete und den Kratersee öffnete. Im Juni hatte sich dann allerdings eine Sandbank gebildet, während sich die Insel weiter stabilisierte.

Vergleich mit Surtsey

Wieso die Insel aus Vulkanasche so lange hält, können die Forscher nicht sagen. Einen Hinweis könnte aber die Insel Surtsey geben, die 1963 vor Island entstanden ist. Dort wirkte das erwärmte Meerwasser nach der Eruption auf die Asche ein, veränderte deren chemische Zusammensetzung und machte sie dadurch widerstandsfähiger. Etwas Ähnliches könnte nun in der Südsee passiert sein.

Wie lange Hunga Tonga-Hunga Ha'apai tatsächlich durchhält, ob sechs oder 30 Jahre, hängt gemäss der Nasa schlussendlich von verschiedenen Umweltfaktoren wie etwa der Wellenerosion ab.


Nasa-Experten diskutieren die Entstehung der Insel und welche Rückschlüsse sie daraus für die Mars-Forschung ziehen wollen. (Video: Nasa)

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Maler50 am 13.12.2017 11:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    neues lernen

    Auch y gerade die Wissenschaft lernt immer wieder dazu. Mal sehen ob sie jetzt mit ihrer Prognosen richtig liegen werden. In wenigen Jahren werden wir es sehen!

    einklappen einklappen
  • Ziller Klaas am 13.12.2017 13:08 Report Diesen Beitrag melden

    Spannende neue Erkenntnisse

    Spannend ist doch vorallem, dass mit zunehmenden technischen Möglichkeiten die Wissenschaftler immer wieder bisher gültige Theorien über den Haufen werfen müssen. Selbst bei Altersbestimmungen ist man sich heute nicht mehr einig und das Zeug wird immer älter. Erst hiess es den ersten Tempel gab es vor 6000 Jahren, jetzt weiss man es sind mindestens 12'000... Wir dürfen gespannt sein, was da noch so alles kommt.

  • lu.1 am 14.12.2017 13:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    immer Werbung!

    wieso muss am anfang des videos ommer werbung kommen? euer ernst?

Die neusten Leser-Kommentare

  • lu.1 am 14.12.2017 13:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    immer Werbung!

    wieso muss am anfang des videos ommer werbung kommen? euer ernst?

  • Housi am 14.12.2017 11:47 Report Diesen Beitrag melden

    Klimarappen

    Ich finde, man sollte die "Klimabeiträge" unbedingt massiv erhöhen, um dieses wertvolle Einod vor dem Untergang zu bewahren!

  • J. Lehmann am 13.12.2017 21:36 Report Diesen Beitrag melden

    wie ungebildet muss man eigentlich sein

    Die Kommentare find ich immer wieder sehr lustig... ihr könnt froh sein, dass "die Wissenschaft" und die selbsternannten Experten solche enorme Fortschritte gemacht haben, dass ihr eure Meinug (wie gebildet, die auch immer sein mag) hier zum Besten geben könnt.... oder habt ihr gemeint, dass eure elektronische Geräte und die Grundlagenforschung dazu von "Machern/Praktikern" entwickeln worden wären?

  • gustel am 13.12.2017 19:05 Report Diesen Beitrag melden

    da haben wir es

    nach einer (meistens sehr lange Zeit) verschwinden alle Vulkaninsel wieder, von wegen Meeresspiegelaufstieg.

  • André Gubelmann Brasilien am 13.12.2017 17:46 Report Diesen Beitrag melden

    Klima und Kultur-Katastrofe

    Ich freue mich jetzt schon auf die Klimaflüchtlinge,die Europa überfluten werden.Siehe Bangladesh und Moslems noch dazu.Die echte Kuturbereicherung.Gute Nacht Europa.