Vegane Würstchen

19. November 2017 10:01; Akt: 19.11.2017 10:01 Print

In Fleischersatz steckt wenig Gutes

Schnitzel aus Quorn, Würste aus Tofu oder Hackfleisch-Ersatz aus Seitan: Fleischersatzprodukte gibt es viele. Doch gesund sind sie nicht – im Gegenteil.

Bildstrecke im Grossformat »
Auf Fleisch zu verzichten, gilt bei vielen Menschen als gesund und nachhaltig. Laut den deutschen Verbraucherzentralen ist zumindest Ersteres nicht immer der Fall. Zwar sind die Alternativ-Wurstwaren im Schnitt kalorienärmer als das Original und enthalten weniger gesättigte Fettsäuren, aber in einem Grossteil der Ersatz-Produkte steckt viel zu viel Salz. Zudem enthalten einige Ersatzprodukte bis zu acht – teils bedenkliche – Zusatzstoffe. Zu einem ganz ähnlichen Ergebnis waren im Jahr 2016 auch Prüfer des Konsumentenmagazins «Öko-Test» gekommen. Auch sie monierten, dass viele Artikel schlichtweg überwürzt seien. Auf diese Weise versuchten die Hersteller zu erreichen, dass die Alternativprodukte den fleischhaltigen Pendants in Aussehen und Geschmack näher kommen. Zwölf der 22 getesteten Waren fielen mit deutlich erhöhten Salzwerten von mehr als zwei Gramm auf 100 Gramm auf. Damit könnten sie zur Entwicklung von Bluthochdruck beitragen. Das salzigste Produkt im «Öko-Test»-Test war die mit einem Wert von 3,2 Gramm. Negativ fielen auch zwei Produkte auf, die es bei Real und Lidl gibt: Im stiessen die Tester auf gentechnisch veränderte Soja-DNA. Das überrascht die Tester nicht, denn beide Unternehmen würden das Soja aus Nord- und Südamerika beziehen und damit aus Ländern, die als «Kornkammern für Gen-Soja» gelten. Verunreinigungen seien somit trotz strenger Kontrollen kaum zu vermeiden. Doch es ist vor allem die «überraschend hohe Belastung» mit gesättigten Mineralöl-Kohlenwasserstoffen (MOSH), die Experten Sorgen bereitet. Diese können sich im Körper anreichern und stehen im Verdacht, Organschäden auszulösen. Am höchsten war die Mosh-Konzentration in der und ... ... der. Auch ein Expertenteam des Norddeutschen Rundfunks (NDR) hält die fleischlosen Ersatzprodukte zum Teil für bedenklich: einerseits wegen deren hohen Zucker- und Fettanteil, ... ... wegen des häufig verwendeten Palmfetts, das sehr viele ungesättigte Fettsäuren enthält, die den Cholesterinspiegel erhöhen. Desweiteren wurden auch Fettsäureester nachgewiesen, die beim Erhitzen von Pflanzenölen entstehen und möglicherweise Krebs erzeugen.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Durch den Verzicht auf Fleisch wollen viele Menschen Tierleben retten. Das ist lobenswert, aber nicht unbedingt gut für die eigene Gesundheit, wie eine Untersuchung von 100 Fleisch- und Wurstersatz-Produkten sowie 26 Alternativen für Milchprodukte zeigt.

Umfrage
Wie ernähren Sie sich?

Die von den deutschen Verbraucherzentralen durchgeführte Studie zeigte, dass die Alternativ-Wurstwaren im Schnitt kalorienärmer sind als das Original und weniger gesättigte Fettsäuren enthalten, was als gut zu bewerten ist.

Überwiegend schlechte Bewertung

Problematisch ist allerdings, dass ein Grossteil der überprüften Produkte (80 Prozent) zu viel Salz enthält, was sich negativ auf die Gesundheit auswirken kann (siehe Box).

Weiter identifizierten die Experten im fleischlosen Ersatz auch bis zu acht Zusatzstoffe, von deren häufigem Verzehr abzuraten ist, wie es in der Mitteilung heisst. Unter anderem handelt es sich dabei um E 425 – Konjak –, das vorwiegend in der asiatischen Küche als Geliermittel verwendet wird.

Das zeigt laut den Fachleuten, dass vegetarische und vegane Ersatzprodukte nicht zwangsläufig eine gesündere Alternative zu den Originalen darstellen.

Potenziell krebserregende Stoffe nachgewiesen

Zu einem ganz ähnlichen Ergebnis waren im Jahr 2016 auch die Prüfer des Magazins «Öko-Test» gekommen. Sie monierten, dass die meisten der getesteten Lebensmittel nicht nur zu viel Salz enthielten, sondern auch die «überraschend hohe Belastung» mit gesättigten Mineralöl-Kohlenwasserstoffen (MOSH), die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein.

Doch damit nicht genug: Laut einem Expertenteam des Norddeutschen Rundfunks (NDR) verwenden die Hersteller auch viel Zucker und Fett. Kritisch sei vor allem das in mehreren Produkten nachgewiesene Palmfett. Das sei zwar günstig, enthalte aber sehr viele ungesunde gesättigte Fettsäuren, die den Cholesterinspiegel erhöhen. Desweiteren wurden auch Fettsäureester nachgewiesen, die beim Erhitzen von Pflanzenölen entstehen und möglicherweise Krebs erzeugen.

(fee)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • rychie am 19.11.2017 10:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld...

    Wenn schon Vegetarier oder Veganer, dann nicht Zeugs essen das wie Fleisch aussieht. Kann ich nicht Verstehen... Vegane Würstchen...

    einklappen einklappen
  • Mary Rüdi am 19.11.2017 10:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum Wurstersatz??

    Kapier ich nicht wollen Vegetarierer / Veganer sein und dann braucht es trotzdem einen Wurstersatz???? Dann auch auf dieses verzichten und beim Gemüse bleiben.

    einklappen einklappen
  • Argus am 19.11.2017 10:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vegan - wirklich gescheit und gesund? Eher nicht !

    So,so, warum erstaunt das nicht. Ich finde es grundsätzlichgut, wenn man weniger Fleisch ist. Es gibt als Alternative viele tolle und gesunde vegetarische Gerichte. Warum Veganer Würste oder Hamburger, die wie Würste oder Hamburger aussehen kaufen ist mir schleierhaft. Sehnsucht nach Fleisch? Viele Veganer sind sowieso halbe Sektierer. Sie wollen alle bekehren und sind sehr hartnäckig Also: von allem ein bisschen weniger, vielseitig und abwechslungsreich essen, das ist gesund. .

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Gesunder Allesesser am 21.11.2017 14:49 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Sichtweise

    Wie auch immer, sol lsich doch jeder vergiften wie er will. Ich tue es mit einer abwechslungsreichen Küche mit Fleisch, Gemüse, Salaten und Obst. Je nach Lust und Laune. Und ich geniesse es jeden Tag. Ich habe es geschafft ohne gesundheitliche Probleme bis jetzt 70 zu werden. Ich hoffe, es werden noch ein paar Jahre mehr. Aber sicher nicht als Vegetarier oder Veganer. Das sind Religionen, keine Ernährungskonzepte. Und: Religionen sollte man sowieso abschaffen. Alles was sektiererisch ist, verkürzt das Leben.

  • Gesund? am 21.11.2017 12:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles natürlich?

    Das kommt mir da in den Sinn: mein kleiner Chemiebaukasten

  • Anja am 20.11.2017 21:38 Report Diesen Beitrag melden

    Ähm...

    Schön, dass ich das noch erleben darf. Vom Verzehr von Konjak ähm nein sorry -E 425- wird also abgeraten. Ein Mehl von einer Pflanze die Japan, ja dort wo die Leute am längsten leben, schon seit Jahrhunderten auf dem Speiseplan hat und als gesund gilt. Sei es als kalorienarme Nudeln -Shirataki- oder einfach zum Zopf geflochten als Suppenbeilage. Der Grund scheint zu sein und das ist kein Witz: Kinder in der "3. Welt" haben sich daran verschluckt! Ernsthaft?

  • Fausto Frisella am 20.11.2017 19:46 Report Diesen Beitrag melden

    Katastrophal

    Es ist traurig. Veganer wollen eine bessere und gerechtere Welt. Und dann verkauft man ihnen diesen vergifteten Frass. Aber ich als Fleischesser dürfte auch gespannt sein, was die Labors in Fleischwaren alles finden, was nicht hineingehört. Ich habe mal in einer Dose Corned Beef ein Stück Imballage-Plastik gefunden, in einem Schoggi-Stängeli auch. Unser aller Essen ist doch voll mit Antibiotika, Glyphosat, Gentechnik, Chemie, Dioxin, Müll und Bakterien. Das Essen heutzutage ist eine Katastrophe und wir werden alle sterben. Das Universum ist riesengross und wir sind ganz klein und unbedeutend.

  • Pierre am 20.11.2017 18:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wohlstandsgesellschafz

    Wer auf dieser Welt hungern muss, für den ist diese Vegan Hype eine echte Perversion.

    • CroMag am 20.11.2017 21:15 Report Diesen Beitrag melden

      @ Pierre

      Die wahre Perversion ist, dass Otto Normalverbraucher das Gefühl hat, dass ihm zweimal täglich sein "Fleischli" zusteht.

    einklappen einklappen