Rückeroberung

07. Januar 2020 20:13; Akt: 07.01.2020 20:13 Print

In Fukushimas Todeszone wimmelt es von Tieren

Zehn Jahre nach der Atomkatastrophe sind die Tiere in die verstrahlten Wälder um Fukushima zurückgekehrt. Besonders Wildschweine lieben die Gegend.

Einige der Tiere, die in die Fotofallen in Fukushima tappten. (Video: Universität Georgia)
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Die Folgen des Tohoku-Erdbebens und des daraus resultierenden Tsunamis waren verheerend. Die Naturkatastrophe vom 11. März 2011 forderte gegen 20'000 Tote, sorgte für enorme Schäden und führte zur Nuklearkatastrophe von Fukushima. Nach der Explosion von drei Reaktoren im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi mussten aufgrund der ausgetretenen Radioaktivität 100'000 Menschen umgesiedelt werden.

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Es entstand eine Sperrzone, die noch heute aufgrund der Verstrahlung vollkommen menschenleer ist. Das heisst aber nicht, dass es in diesem Gebiet kein Leben gibt, wie eine Studie der Universität Georgia zeigt. Die US-Forscher erbrachten erstmals den Nachweis, dass dort grosse Populationen verschiedener Tierarten leben.

267'000 Fotos

Für die Studie platzierten die Forscher 106 Fotofallen in drei Zonen rund um die Unglücksreaktoren von Fukushima. Die erste Zone ist für Menschen aufgrund der hohen Radioaktivität komplett gesperrt. In einer zweiten dürfen sich Menschen beschränkt aufhalten und in der dritten sind die Strahlenwerte so tief, dass sie von Menschen bewohnt werden darf.

Während 120 Tagen wurden 267'000 Fotos geschossen. Insgesamt konnten 20 Tierarten nachgewiesen werden, wie die Forscher im Fachjournal «Frontiers in Ecology and the Environment» schreiben. Auf der Liste finden sich Tiere wie Japanmakaken, Waschbären, Larvenroller und Marderhunde. Die vollständige Liste gibt es hier.

Haufenweise Wildschweine

Die allermeisten Fotos aus den Fallen zeigen aber Wildschweine. Insgesamt 46'000-mal wurden die Schwarzkittel abgelichtet, 26'000- mal davon in der unbewohnten Zone. Interessanterweise waren die Wildschweine dort vermehrt am Tag unterwegs, während sie in den von Menschen besiedelten ländlichen Gebieten wie gewohnt nachtaktiv waren.

Sonst wichen die verschiedenen Tierarten wenig von ihrem üblichen Verhalten ab. Eine Ausnahme bildete laut den Forschern der Japanische Serau, eine ziegenartige Säugetierart, der sich normalerweise von Menschen fernhält. In Fukushima hingegen wurde er oft in von Menschen bewohnten ländlichen Gebieten fotografiert. Eine Erklärung könnte sein, dass das Verhalten mit den neuen Verbreitungsgebieten der Wildschweine in Verbindung steht.

Allgemein gehen die Forscher der Universität Georgia, die auch schon den Wildtierbestand um Tschernobyl untersucht hatten, davon aus, dass die Populationen vor allem in den Gebieten zugenommen haben, die evakuiert worden waren. Sie betonen, dass sie keine Aussagen über den Gesundheitszustand der Tiere machen könnten.

(jcg)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • radioaktiv am 07.01.2020 20:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht neu

    kennt man ja von tschernobyl. da freut sich die tierwelt einen wolf, weil sie vom menschen nicht belästigt wird.

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  • Captain Hindsight am 07.01.2020 20:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo sollen die Tiere denn sonst hin?

    Etwa nach Tokio?

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  • ungemütlicher Bürger am 07.01.2020 20:31 Report Diesen Beitrag melden

    Kernenergie und erneuerbare Energien

    Das Thema hatten wir schon vom Tschernobyl. Ist Strahlung wirklich so gefährlich oder kann man mit CO2 einfach mehr Geld verdienen? Das ist die Frage.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mfala am 11.01.2020 10:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist doch so

    Und irgendwann kommt der Mensch wieder und Zerstört alles.

  • Geri am 11.01.2020 07:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was sagt das aus?

    Heisst das jetzt, dass ein atomarer Weltkrieg der Natur helfen würde?

  • Diamondcobra am 09.01.2020 18:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin so schön verstrahlt

    Diese Tiere werden sicher irgendwann auf dem Teller landen und alle strahlen.

  • Diamondcobra am 09.01.2020 18:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Rudolf Wolf am 09.01.2020 16:08 Report Diesen Beitrag melden

    Meinungen können auch nur dumm sein

    Wohl eher "dummer Bürger"... die Tiere kehren zurück, weil der Mensch sich entfernt hat. Tiere wissen weder was Radioaktivität ist, noch können sie diese lokalisieren. Aber hauptsache Dtammtischparolen geklopft