Kolumbien

04. Februar 2020 13:41; Akt: 06.02.2020 13:22 Print

Die Nilpferde des Drogenbarons sind los

Seit 1993 ist Drogenbaron Pablo Escobar tot. Doch sein Erbe bereitet noch heute massive Probleme.

Haben es sich in den Gewässern Kolumbiens gemütlich gemacht: Escobars Nilpferde. (Video: UC San Diego Biological Sciences)
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Giraffen, Strausse, Antilopen, Nashörner, Nilpferde: Der kolumbianische Drogenkönig Pablo Escobar liess zu Lebzeiten auf seinem Anwesen in Puerto Triunfo einen ganzen Privatzoo stehen. Viel ist von diesem heute nicht mehr übrig, die meisten Tiere wurden umgesiedelt. Mit Ausnahme der vier Flusspferde (Hippopotamus amphibius). Die haben sich seither fröhlich vermehrt.

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Mittlerweile sollen in der Gegend 80 Exemplare der ursprünglich aus Afrika stammenden Dickhäuter leben – und einen gewaltigen Einfluss auf die Gewässer nehmen, in denen sie unterwegs sind. Das berichten Forscher um Jonathan Shurin von der University of California in San Diego im Journal «Ecology».

Tierische Dünger

Dabei passiere dasselbe wie in ihrer afrikanischen Heimat, zitiert die Hochschule Shurin: «Wir haben herausgefunden, dass sie die gleiche Wirkung haben, wenn man sie auf einen anderen Kontinent exportiert und sie auf ein anderes Ökosystem mit anderen Mitspielern loslässt.»

Das heisst: Auch in Südamerika fressen sich die Tiere nachts an Land den Magen voll. Am Tag halten sie sich dagegen im Wasser auf und entleeren sich währenddessen. Auf diese Weise verfrachten sie die Nährstoffe vom festen Untergrund in die Gewässer. Sie düngen sie quasi.

Blick in die Vergangenheit

Dadurch trügen Nilpferde entscheidend zum Wachstum bestimmter Bakterien und Algen im Wasser bei, so die Biologen. Ihnen bereiten vor allem Cyanobakterien – auch Blaualgen genannt (siehe Box) – Sorgen. Kommen sie in grosser Zahl vor, können sie die Qualität des Wassers drastisch mindern.

Die Wissenschaftler warnen: Aufgrund fehlender Fressfeinde und eines momentan gültigen Jagdverbots könnte ihre Zahl in den nächsten Jahren drastisch steigen. «Wir müssen uns jetzt entscheiden, wie wir mit ihnen umgehen wollen. Denn 80 Tiere sind leichter unter Kontrolle zu bringen als Tausende», so Shurin.

Doch die Forscher können den Flusspferden auch etwas abgewinnen, wie es weiter heisst. Sie böten die seltene Gelegenheit, die Arten von massiven Tieren, die in Südamerika weitgehend verschwunden sind, und ihren Einfluss auf neue Ökosysteme zu untersuchen.

Pablo Escobars Nilpferde terrorisieren Stadt

(fee)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Denker am 04.02.2020 14:01 Report Diesen Beitrag melden

    Der Mensch...

    ... vermehrt sich doch auch unkontrolliert weiter. Wer regelt denn eigentlich den Menschenbestand? Aber Tiere darf man natürlich abknallen, da es sonst zu viele werden.

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  • Didi am 04.02.2020 14:10 Report Diesen Beitrag melden

    Löst man ein Problem, kommt ein anderes

    Aber wie schon die Kommentare vor mir: Wer gibt uns selbsternannten Herrschern des Lebens das Recht dazu? -> Funfact: "Wir" wollen die Erde nicht retten, wir wollen Sie nur für uns so lang wie möglich bewohnbar lassen. Der Planet Erde bleibt noch lange erhalten, egal ob mit hohem CO2 Ausstoß oder nicht, nur wir hätten in Zukunft ein lebensbedrohliches Problem damit :)

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  • Nardo am 04.02.2020 14:22 Report Diesen Beitrag melden

    Kommt hier jedes Jahr

    Ist das Jahr schon wieder rum? Kommt hier nämlich jedes Jahr aufs neue. Ist immer das selbe.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • (-´).* am 08.02.2020 15:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Tour am 07.02.2020 17:29 Report Diesen Beitrag melden

    na dann

    spring doch aber heul nich rum

  • Salbei von Morgen am 06.02.2020 20:04 Report Diesen Beitrag melden

    Wer den sonst...?

    Die Pharmaindustrie regelt es beim Menschen

  • Beat Beat am 05.02.2020 21:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    menschenbestand

    Wer regelt den Menschenbestand? Gewollte Coronavirus Hungersnot Krieg nur gehen zuwenige drauf

  • Petra Ziltener am 05.02.2020 16:04 Report Diesen Beitrag melden

    Ich zittiere:

    "Sie böten die seltene Gelegenheit, die Arten von massiven Tieren, die in Südamerika weitgehend verschwunden sind, und ihren Einfluss auf neue Ökosysteme zu untersuchen." Echt jetzt?? "Die in Südamerika weitgehend verschwunden sind"?? Ich bin der festen Überzeugung, dass es Flusspferde nur in Afrika gibt... abgesehen von den Escobar Tieren! Oder bin ich da auf dem Holzweg?