Kammern des Schreckens

09. August 2016 14:36; Akt: 09.08.2016 14:36 Print

In Luxuswohnungen gibts am meisten Ungeziefer

Spinnen und Insekten mögen es offenbar luxuriös: Die kleinen Krabbeltiere sind laut US-Forschern besonders oft in imposanten Wohnungen anzutreffen.

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US-Forscher haben in den Wohnungen armer und reicher Menschen Spinnen und Insekten gejagt. Sie wollten wissen, wo mehr von den sogenannten Arthropoden anzutreffen sind. Das Ergebnis überrascht. Denn die kleinen Krabbler tummeln sich weniger in ärmlichen Behausungen, sondern sind besonders häufig in luxuriösen Haushalten anzutreffen. (Im Bild: ein Teppichkäfer) Schuld an der Insekten- und Spinnen-Invasion ist laut den Forschern vor allem die Lage der Liegenschaft. Denn in den Gegenden, wo sich Reiche und Superreiche niederlassen, gibt es für gewöhnlich mehr Gärten und Parks - alles Orte, wo besonders viele Arthropoden (Gliederfüsser) anzutreffen sind. (Im Bild: eine Bücherlaus) Aber auch der Wohlstand der Bewohner trägt wahrscheinlich indirekt zur Arthropodenzahl bei, vermuten die Forscher. «Er beeinflusst die Pflanzenbedeckung und -vielfalt in der Nachbarschaft, und das fördert die Artenvielfalt von mit der Vegetation assoziierten Arthropoden.» (Im Bild: eine Wespe) Dass zu den tierischen Mitbewohnern auch Plagegeister wie Kakerlaken zählen, dürfte nicht jedermanns Sache sein. Ob sie sich auch in den teuersten Villen der Welt tummeln (siehe folgende Bilder)? Die vermutlich teuerste Giga-Villa, die jemals gebaut wurde, wenn sie denn einmal fertig ist: Die Mansion in Bel Air, die von Anwohnern nur «The One» genannt wird. Sie soll für mindestens eine halbe Milliarde US-Dollar verkauft werden und bietet eine Bowlingbahn, ein Videogame-Center, einen Tennisplatz, einen Ballsaal, einen Nachtclub mit eigenem Pool, ein Casino, ein Quallen-Aquarium, eine Show-Garage für mehr als 30 Autos sowie diverse Küchen und Catering-Einrichtungen. Das Hauptgebäude mit 9200 m² hat 20 Schlafzimmer. Nicht ganz so hübsch, aber trotzdem kostspielig: Das Antilia im indischen Mumbai gilt als das grösste und teuerste «Einfamilienhaus» der Welt und gehört dem Milliardär und Petrochemie-Unternehmer Mukesh Ambani. Es soll eine Milliarde Dollar wert sein und über rund 37'000 m² Wohnfläche verfügen. Das Hochhaus ist 173 Meter hoch und hat 27 Stockwerke. Es beinhaltet unter anderem ein kleines Kino, hängende Gärten, mehrere Schwimmbecken, einen Spa-Bereich, einen «Eisraum» und drei Landeplätze für Helikopter. Der Wert des französischen Luxus-Anwesens Villa Leopolda an der Côte d'Azur wird mit 500 bis 750 Millionen Dollar angegeben. Es wurde 1902 im Auftrag des belgischen Königs Leopold II. errichtet und umfasst ein Schwimmbecken, einen acht Hektar grossen Park, eine Zypressenallee, Olivenhaine sowie einen Helikopter-Landeplatz. Die elf Schlafzimmer verteilen sich auf 2700 m². Die Villa Witanhurst im Norden von London wird, wenn die Renovation abgeschlossen ist, gemäss nach dem Buckingham-Palast mit 450 Millionen Dollar das zweitteuerste Anwesen in London sein. Sie hat auf drei Stockwerken 65 Räume, darunter 25 Schlafzimmer und erstreckt sich auf rund 8400 m². Das Anwesen soll einem russischen Geschäftsmann gehören. Das teuerste Einzel-Apartment dürfte bald das Penthouse im Odeon Tower Monaco sein. Bloomberg schätzt den Wert der Luxus-Wohnung auf 400 Millionen Dollar. Das Penthouse wird sich über fünf Etagen erstrecken und rund 3300 m² gross sein. Allein das Hauptschlafzimmer soll so gross wie zweieinhalb Tennisplätze sein. Zur Ausstattung gehören ein Pool und eine Wasserrutsche. Knapp 5600 m² gross ist «Le Palais Royal» in Hillsboro Beach. Gemäss Forbes.com hat das Anwesen einen Wert von 139 Millionen Dollar. Die Villa verfügt über 11 Schlafzimmer, 17 Badezimmer und hat einen vergoldeten Eingang. Die Villa von Michael Jordan kostet lediglich 16 Millionen Dollar, hat aber eine Fläche von 5200 m². Sie hat neun Schlafzimmer, einen Billard-Raum und natürlich eine Basketball-Halle. Der «Palazzo di Amore» in Beverly Hills schlägt mit 195 Millionen US-Dollar zu Buche und misst rund 4900 m². Er verfügt über einen Ballsaal und einen eigenen Weingarten.

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Niemand wohnt wirklich allein: In den heimischen vier Wänden tummeln sich jede Menge Tierchen. Neben Fliegen und Käfern sind vor allem Spinnen, Ameisen und Bücherläuse typische Mitbewohner des Menschen, wie Forscher der North Carolina State University in Raleigh im Fachjournal «PeerJ» schrieben. Demnach sind in einem einzelnen Haushalt im Schnitt etwa 100 verschiedene Arten von Krabbeltieren unterwegs.

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9 %
57 %
31 %
3 %
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In welchen Wohnungen sich die Tierchen am liebsten aufhalten, hat nun ein Forscherteam der California Academy of Sciences untersucht. Ihr Ergebnis überrascht. Denn die kleinen Krabbler tummeln sich nicht in ärmlichen Behausungen, sondern sind besonders häufig in luxuriösen Haushalten anzutreffen. Das schreibt das Team um Evolutionsbiologin Misha Leong in den «Biology Letters».

Luxus-Effekt

Schuld an der Insekten- und Spinnen-Invasion ist laut den Forschern allerdings nicht nachlässiges Putzpersonal, sondern die Lage der Liegenschaft. Denn in den Gegenden, wo sich Reiche und Superreiche niederlassen, gibt es für gewöhnlich mehr Gärten, Parks und Grünanlagen – alles Orte, wo besonders viele Arthropoden (Gliederfüsser) anzutreffen sind, wie es in einer Mitteilung des Instituts heisst. Durch geöffnete Fenster und Türen gelangen sie dann in die Häuser. Experten nennen das Luxus-Effekt. Schon frühere Studien haben gezeigt, dass in reicheren Stadtvierteln mehr Vögel, Echsen und Fledermäuse vorkommen.

Aber auch «der Wohlstand der Bewohner trägt wahrscheinlich indirekt zur Arthropodenzahl bei», vermuten Leong und ihre Kollegen. «Er beeinflusst die Pflanzenbedeckung und -vielfalt in der Nachbarschaft, und das fördert die Artenvielfalt von mit der Vegetation assoziierten Arthropoden.»

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schneidewind am 09.08.2016 14:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vögel und so....

    "Schon frühere Studien haben gezeigt, dass in reicheren Stadtvierteln mehr Vögel, Echsen und Fledermäuse vorkommen." Am allermeisten hat es in diesen Stadtvierteln sogenannte "komische Vögel" Die sind aber nicht flugtauglich.

  • Peter Muffin am 09.08.2016 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    Kakerlaken

    Gestern habe ich eine Kakerlake erledigt und heute fuhr eine mit mir im Lift. Spinnen sind doch kein Ungeziefer. Wer sagt denn sowas. Die halten mir alles was fliegt fern. Also sie fangen es, saugen es aus und schmeissen es dann auf den Boden. Letzteres sollte ich ihnen mal noch austreiben aber man kann ja nicht alles haben.

    einklappen einklappen
  • Beat am 09.08.2016 14:49 Report Diesen Beitrag melden

    anspruchsvolle Tiere

    Wundert mich nicht. Die Kakerlaken sind Feinschmecker und mögen vergammelte von Pilz befallene Umgebung überhaupt nicht. Ist aber nichts neues....wenn in 5 Jahren wieder mal jemand so ne sinnlose Studie macht, berichtet Ihr dann auch wieder davon?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Liberaculo am 10.08.2016 19:25 Report Diesen Beitrag melden

    Krabbeltiere haben eben Geschmack!

    Die Krabbeltiere mögen eben auch lieber Luxuswohnungen, das ist doch völlig logisch!

  • rilak am 10.08.2016 18:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    riesen schafzimmer

    na toll. 2 1/2 tennisfelder grosses schlafzimmer. wäre nichts für mich, weil ich immer wieder mein handy oder die fernbedienung vom fernseher verlege

  • Doris am 10.08.2016 15:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oberflächliche/s Putzen/Ordnkbg

    oder es ist einfach so, dass Ärmere etwas mehr Zeit haben um zu putzen wärend Reiche zum teil zu knauserig sind sich eine Putzfrau zu leiste und die Wohnung nur zum Schein aufgeräumt/geputzt halten ;)

  • Gary am 10.08.2016 10:01 Report Diesen Beitrag melden

    optimaler Leberaum

    Für das braucht es keine Studie. Die Natur weiss sich immer zu helfen. Lebewesen (Tier+Pflanzen) finden immer ihre optimale Umgebung und einen Einklang zu einander. Aber wir selber schaffen das nicht, meist nur das Gegenteil.

  • uz am 09.08.2016 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja ja. ....

    Ich freu mich jeweils über die silberfischchen bei mir im Badezimmer. .. die haben mich als Kind schon fasziniert, weil sie silbrig sind... alles andere entsorgt unser Hauskater razzfazz