Greenpeace-Studie

19. Mai 2014 13:35; Akt: 19.05.2014 13:43 Print

In WM-Fanartikeln stecken gefährliche Gifte

Drei Wochen vor Beginn der Fussball-Weltmeisterschaft kommt der nächste Dämpfer für die Fans. Denn in WM-Produkten von Adidas und Nike stecken giftige Chemikalien.

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Die Fussball-WM in Brasilien steht unter keinem guten Stern. Neben der unsicheren Lage vor Ort sorgt auch eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie für lange Gesichter. Denn viele Fan-Artikel enthalten eine breite Palette gesundheitsschädlicher Chemikalien, wie Nonylphenolethoxylate (NPE), Phthalate und Dimethylformamid (DMF) und perfluorierte Chemikalien (PFC).

Einige dieser Stoffe stören das Hormonsystem, schädigen die Fruchtbarkeit, sorgen für Schilddrüsenerkrankungen und sind krebserregend.

Schlechtes Zeugnis

Insgesamt wurden 33 Produkte getestet, die im Vorfeld des sportlichen Grossereignisses verkauft werden. Insgesamt enthielten 17 von 21 Fussballschuhen und die Hälfte der getesteten Torhüter-Handschuhe ionische PFC, darunter auch die besonders gefährliche Perfluoroctansäure (PFOA). Die Chemikalie ist zwar noch nicht offiziell reguliert, doch ab Juni 2014 gilt beispielsweise in Norwegen ein Grenzwert von 1 Mikrogramm pro Quadratmeter.

Besonders schlecht schnitten in der Studie Schuhe und Torwarthandschuhe von Adidas ab. Der Schuh Predator beispielsweise enthielt mit 14,5 Mikrogramm pro Quadratmeter die grösste Menge an PFOA – und damit 14-mal mehr als der firmeneigene Grenzwert erlaubt. An zweiter Stelle: der Nike-Schuh Tiempo mit 5,93 Mikrogramm.

Auch der offizielle WM-Ball Brazuca – ebenfalls von Adidas – ist belastet. Er enthält sogenannte Nonylphenolethoxylate (NPE). Diese Chemikalie baut sich in der Umwelt zu Nonylphenol ab. Dieses ist hormonell aktiv und giftig für Wasserorganismen. NPE wurde auch in über zwei Dritteln der Fussballschuhe und der Hälfte der Handschuhe gefunden.

Das Risiko liegt in den Produktionsländern

Weichmacher (Phthalate) und Dimethylformamid (DMF) wiesen die Labore in allen 21 Fussballschuhen nach. DMF wird als Lösungsmittel in der Schuhproduktion eingesetzt. Es gilt als fortpflanzungsgefährdend und gesundheitsschädlich bei Hautkontakt.

Wer die belasteten Handschuhe oder Fussballschuhe trägt, hat keine direkte Gesundheitsgefahr zu befürchten, heisst es in einer Mitteilung von Greenpeace. Das Risiko trügen die Menschen in den Produktionsländern. Denn dort gelangten die Chemikalien in die Umwelt und in die Nahrungskette. Schon jetzt sind zum Beispiel zwei Drittel der Gewässer in China damit kontaminiert.

Der vollständige Bericht kann hier als PDF heruntergeladen werden.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Elena Reutemann am 19.05.2014 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    Giftige Fan - Artikel

    Hätte mich als Chemikerin gewundert, wenn diese Artikel kein Gift enthalten würden; wenn man weiss, wo all dieser Plunder produziert wird. Schliesslich verwendet man dort auch in Kinderspielsachen nicht zu knapp verschiedenste Gifte. Da vertragen Erwachsene doch sicher etwas mehr. Makabrer Scherz: Vielleicht dämpfen die in den Fan - Artikeln enthaltenen, giftigen Weichmacher die harten Fussball Hooligans ein wenig. Zu Nebenwirkungen lesen Sie....

  • Realist am 19.05.2014 14:28 Report Diesen Beitrag melden

    wer glaubt

    dass da keine Kinderarbeit drinsteckt, ist definitiv naiv!

  • Strolchi am 19.05.2014 19:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wozu überhaupt Grenzwerte??

    Wie kann es sein, dass Artikel, die den hauseigenen Grenzwert um das 14fache übersteigen, das Haus eigentlich verlassen? Wozu sind interne Grenzwerte gut, wenn nicht gemessen wird? Warum hat man eigentlich nicht die Wahl, verseuchte Produkte oder saubere zu kaufen? Produziert niemand mehr "neutrale" unbelastete Artikel?Versorgen die Manager dieser Firmen ihre Kinder und Enkel auch mit diesem Schrott? Denkt niemand an die folgenden Generationen? Beim Lesen solcher Artikel wird mir nur noch schlecht und ich könnte an der Welt verzweifeln!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bangkoker am 20.05.2014 05:10 Report Diesen Beitrag melden

    Geiz ist Geil

    Ja liebe "Geiz ist Geil" Leute. Ihr saeid Schuld daran, Schuld das nur noch in Billiglohnländern produziert wird. Und da "Geiz ist Geil" ja nie etwas von Krankheiten zeigt interessiert es euch einen Dr..., was mit den Leuten in den Produktionsländern passiert.

    • LeFrosch am 20.05.2014 06:45 Report Diesen Beitrag melden

      @Bangkoker

      Apropos "Geiz ist Geil": Dir ist schon klar das ein richtiger Fussballschuh wie der Predator, Nitrocharge etc um die 300-380 Franken kostet? Hauptsache mal was sagen auch wenn mans nicht kennt oder?

    einklappen einklappen
  • Strolchi am 19.05.2014 19:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wozu überhaupt Grenzwerte??

    Wie kann es sein, dass Artikel, die den hauseigenen Grenzwert um das 14fache übersteigen, das Haus eigentlich verlassen? Wozu sind interne Grenzwerte gut, wenn nicht gemessen wird? Warum hat man eigentlich nicht die Wahl, verseuchte Produkte oder saubere zu kaufen? Produziert niemand mehr "neutrale" unbelastete Artikel?Versorgen die Manager dieser Firmen ihre Kinder und Enkel auch mit diesem Schrott? Denkt niemand an die folgenden Generationen? Beim Lesen solcher Artikel wird mir nur noch schlecht und ich könnte an der Welt verzweifeln!!

  • HR am 19.05.2014 19:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Greenpeace bitt mal vor der eigenen tür kehren

    Blabla immer diese grünen organistationen was glauben die eigentlich?!? Keiner frisst einen wm ball oder seine fussball schule! Probleme haben die.. Go for atomkraft ;)

  • Hans Schmid am 19.05.2014 18:12 Report Diesen Beitrag melden

    Ball/Schuhe

    Ich fress doch nicht meine Schuhe oder meinen Ball..Was soll das ganze bitte????

    • Chris aus B. am 19.05.2014 20:18 Report Diesen Beitrag melden

      Mehr Verantwortung der Hersteller

      Lesen bitte!! Und zwar den ganzen Artikel!! Die Umwelt wird schwer in Mitleidenschaft gezogen. Oder interessiert sie nur die Verschmutzung vor ihrer Haustür? Und die Menschen die damit arbeiten müssen, zu einem Lohn für den sie nie und nimmer aufstehen würden...

    einklappen einklappen
  • alles geplant am 19.05.2014 16:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gut so

    begeisterung für fussball zeugt von sehr wenig intelligenz.. sowas nennt man evolution 2.0