Lichtverschmutzung

08. April 2013 13:08; Akt: 08.04.2013 16:49 Print

In den Alpen wird die Nacht zum Tag

Die Bergwelt wird von künstlichem Licht erhellt. In den letzten 20 Jahren ist die Belastung um 70 Prozent gestiegen. Umweltorganisationen schlagen Alarm.

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Tag-hell auch in der Nacht: Die Jungfrau. (Bild: Keystone)

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Skipisten und Schneekanonen werden beleuchtet, Berge zum Spass mit Lichtkunst angestrahlt: Die nächtliche Lichtverschmutzung nimmt auch in den Bergen zu, warnt die Umweltorganisation Dark-Sky Switzerland in einer Mitteilung vom Samstag.

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Der Pilatus sei der einzige Berg in der Schweiz, bei dem eine zeitlich begrenzte Gipfelbeleuchtung per Bundesgerichtsentscheid erlaubt ist, schreibt die Organisation. Alle anderen Berge seien davon ausdrücklich ausgenommen. In Martigny im Rhonetal sei es aber gleich hell wie in den Zentren von Lausanne, Genf oder Zürich Nord.

Auch beleuchtete Baustellen, Beschneiungsanlagen oder Nachtfahr-Skipisten brächten immer mehr nächtliches Licht in die Berge. Zunehmend werde überdies mit Lichtinstallationen Werbung gemacht. Ein gigantisches Schweizerkreuz liessen die Jungfraubahnen am 1. Januar 2012 im Rahmen ihres 100-Jahr-Jubiläums an den Jungfraugipfel projizieren.

Nachahmer befürchtet

Auch der Schweizer Alpenclub (SAC) will sein 150-jähriges Bestehen feiern, indem er 25 Berghütten von einem Lichtkünstler inszenieren lässt. Zwar benütze das Projekt das weniger störende warmweisse Licht und beschränke die Beleuchtung auf die Dämmerung während einer Nacht pro Hütte, schreibt Dark-Sky Switzerland.

Die Gruppe befürchtet, dass solche Aktionen weitere Organisatoren auf die Idee mit der Lichtkunst bringt. Nicht alle würden sich voraussichtlich gegenüber der Umwelt so rücksichtsvoll verhalten wie der SAC. «Wir sprechen uns gegen solche Aktionen aus», sagte Sprecher Lukas Schuler gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Inszeniertes Licht müsse generell die Ausnahme bleiben.

Lichtbelastung um 70 Prozent gestiegen

In der Schweiz nahm die nächtliche Lichtbelastung in den letzten 20 Jahren um 70 Prozent zu. Dies erklärte das Bundesamt für Umwelt (Bafu) im Februar im Postulatsbericht «Auswirkungen von künstlichem Licht auf die Artenvielfalt und den Menschen.»

Künstliches Licht könne die Lebensräume nachtaktiver Tiere erheblich stören, schrieb das Bafu darin. Zugvögel verlieren die Orientierung, Insekten verbrennen an Lampen und Fledermäuse werden aus ihren Tagesquartieren verdrängt. Die nächtliche Beleuchtung kann zudem des Menschen Schlaf stören und erschwert die Arbeit der Astronomen.

Schutz der Dunkelheit

Im Bericht schlägt das Bafu rechtliche Anpassungen vor. Zudem möchte es die Forschung im Bereich Lichtemissionen stärken. Besonders empfindlich seien Gebiete mit Schutzstatus, zum Beispiel Biotope von nationaler Bedeutung oder Wasser- und Zugvogelreservate, schreibt das Bafu.

Solche Schutzgebiete befänden sich häufig in Bergregionen, erklärte Schuler von Dark-Sky Switzerland. Bei diesen sensiblen Regionen, die noch annähernd natürliche Dunkelheit kennen, sei das Schutzbedürfnis besonders ausgeprägt.

Auf die Probleme der Lichtverschmutzung macht die International Dark Sky Association vom 5. bis 11. April mit einer Aktionswoche aufmerksam.

(aeg/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ca Mau am 08.04.2013 22:14 Report Diesen Beitrag melden

    Unnötig

    Es sollte verboten werden, aber auch in den Städten sollte eine 24 Stunden-Beleuchtung verboten werden, ab 10 Uhr sollten die Schaufenster dunkel sein. Man hat ja mal die Sommerzeit eingeführt um Strom zu sparen und nun? Es gibt mehr unnötige Beleuchtungen, so dass das "Ersparte" sich auch sogleich wieder in Luft auf löst.

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  • R. S. am 08.04.2013 21:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur wo nötig.

    Bevor so verschwenderisch mit Licht umgegangen wurde sah man in den Bergen die Sterne viel klarer. Heute muss man in die Wüste oder aus Meer gehen. Auch in unseren Städten hat es zuviel nach oben gehendes Licht. In der heutigen Zeit sollte es doch möglich sein nur die Strassen und Gehwege zu beleuchten ohne Abstrahlung nach oben.

  • Pit Rorschach am 09.04.2013 13:09 Report Diesen Beitrag melden

    Der Mensch spinnt

    Der Mensch spinnt - aber total. Wozu haben wir die Nacht? Um Skifahren zu gehen? Das täte man besser am Tag, da sieh man mehr. Und was ist mit den Tieren? Sollen die sich gefälligst unserem Widersinn anschliessen? Ich denke, Gott hat den grössten Mist gebaut als er den Menschen erschuf.

Die neusten Leser-Kommentare

  • herbi am 09.04.2013 16:29 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts wird sich je ändern...

    Ihr habt alle keine Chance. Dem Menschen ist es wurst, und solange konsumiert wird, wird alles dafür hergegeben um Kapital daraus zu schlagen... von dem her, Pech gehabt Planet Erde.

  • Pit Rorschach am 09.04.2013 13:09 Report Diesen Beitrag melden

    Der Mensch spinnt

    Der Mensch spinnt - aber total. Wozu haben wir die Nacht? Um Skifahren zu gehen? Das täte man besser am Tag, da sieh man mehr. Und was ist mit den Tieren? Sollen die sich gefälligst unserem Widersinn anschliessen? Ich denke, Gott hat den grössten Mist gebaut als er den Menschen erschuf.

  • Ca Mau am 08.04.2013 22:14 Report Diesen Beitrag melden

    Unnötig

    Es sollte verboten werden, aber auch in den Städten sollte eine 24 Stunden-Beleuchtung verboten werden, ab 10 Uhr sollten die Schaufenster dunkel sein. Man hat ja mal die Sommerzeit eingeführt um Strom zu sparen und nun? Es gibt mehr unnötige Beleuchtungen, so dass das "Ersparte" sich auch sogleich wieder in Luft auf löst.

    • Kein Miau am 09.04.2013 09:42 Report Diesen Beitrag melden

      Wie alt sind Sie?

      Na dann viel Spass in der dunklen Stadt

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  • R. S. am 08.04.2013 21:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur wo nötig.

    Bevor so verschwenderisch mit Licht umgegangen wurde sah man in den Bergen die Sterne viel klarer. Heute muss man in die Wüste oder aus Meer gehen. Auch in unseren Städten hat es zuviel nach oben gehendes Licht. In der heutigen Zeit sollte es doch möglich sein nur die Strassen und Gehwege zu beleuchten ohne Abstrahlung nach oben.

  • Klaus am 08.04.2013 21:14 Report Diesen Beitrag melden

    Aufruf zum Mitmachen

    Wer sich für das Thema Lichtverschmutzung interessiert, sei auf das Projekt hingewiesen. Über eine einfach anzuwendende Methode wird der Grad der Aufhellung des Nachthimmels bestimmt und zentral erfasst. Je mehr mitmachen, um so genauer ist das Bild der Lage. Nebenbei lernt man noch etwas den Himmel kennen.

    • Klaus Peter am 08.04.2013 23:19 Report Diesen Beitrag melden

      Frage

      Welches Projekt?

    • Klaus am 09.04.2013 09:26 Report Diesen Beitrag melden

      Projekt

      Der Link ist leider aus meinem Text entfernt worden. Man findet es über Google mit dem Stichwort "GLOBE at Night".

    • Lukas Schuler am 09.04.2013 11:18 Report Diesen Beitrag melden

      Globe at Night

      Das erwähnte Projekt heisst Globe at Night und wird international durchgeführt. In der Schweiz unter Globe Swiss zu finden.

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