«Gesicht der Klimakrise»

19. August 2019 08:09; Akt: 19.08.2019 14:43 Print

Island erklärt ersten Gletscher für «tot»

Der Okjokull-Gletscher auf Island ist kein Gletscher mehr. Er hat in den letzten Jahren zu viel Eis verloren.

Der Okjokull ist kein Gletscher mehr.
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Ein Opfer der Erderwärmung: Auf Island ist offiziell der erste Gletscher für «tot» erklärt worden. Der 700 Jahre alte Okjokull gilt formell nicht mehr als solcher, weil er mit nur noch 15 Metern Eisdicke zu leicht geworden ist, um sich vorwärts zu schieben.

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An der Abschiedszeremonie nahmen am Sonntag rund hundert Menschen teil, darunter Regierungschefin Katrin Jakobsdottir. An Ort und Stelle wurde eine Tafel enthüllt mit der Überschrift «Ein Brief an die Zukunft». Darauf heisst es weiter: «In den nächsten 200 Jahren ist zu erwarten, dass alle unsere wichtigsten Gletscher den gleichen Weg gehen. Diese Gedenktafel dient dazu, anzuerkennen, dass wir wissen, was vor sich geht und was zu tun ist.»

Auf der Tafel ist zudem die im Mai gemessene CO2-Konzentration von 415 Teilen pro Million (ppm) vermerkt. Dies war der höchste jemals gemessene Kohlendioxid-Gehalt in der Erdatmosphäre.

Gesicht der Klimakrise

«Ich hoffe, dass diese Zeremonie als Inspirationsquelle nicht nur für uns hier in Island, sondern auch für den Rest der Welt dient», sagte die isländische Ministerpräsidentin Katrin Jakobsdottir.

Schliesslich sei hier «ein Gesicht der Klimakrise» zu sehen. An der Zeremonie nahmen auch die frühere Uno-Menschenrechtskommissarin Mary Robinson sowie zahlreiche isländische Forscher und Wissenschaftler der Rice University in den USA teil, die das Anbringen der Gedenktafel initiiert hatten.

Gletscherforschung in Zürich

Schmelzende Gletscher verlieren weltweit nach neuen Schätzungen jährlich rund 335 Milliarden Tonnen Eis. Zu diesem Schluss kommen Forscher aus Zürich, die Satellitenmessungen und Beobachtungen vor Ort ausgewertet haben.

Der federführende Forscher Michael Zemp von der Universität Zürich sagte im April, die Welt verliere damit jährlich rund drei Mal das verbleibende Gletschervolumen der Europäischen Alpen. Die Gletscher hätten zwischen 1961 und 2016 mehr als 9000 Milliarden Tonnen Eis verloren.

Anfang des Monats hatte der Weltklimarat IPCC in einem Sonderbericht festgestellt, dass der weltweite Temperaturanstieg über den Landflächen im Vergleich zur vorindustriellen Zeit bereits bei 1,53 Grad liegt.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Frosch am 19.08.2019 09:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umwelt sorge tragen

    Klimawandel gab und wird es immer geben. Wo wir aber aktiv eingreifen können, das ist die Umweltverschmutzung und das Abholzen der Regenwälder. Das liegt in unserer Macht.

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  • arbeiter am 19.08.2019 08:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wirtschaft

    Hauptsache der wirtschaft geht es gut. Das ist nämlich systemrelevant. Hauptsache wir haben immer alles zu jeder zeit.

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  • Ronny C. am 19.08.2019 08:39 Report Diesen Beitrag melden

    Grönland muss grün sein

    Ein weiterer Beweis, dass CO2 keinen Einfluss auf das Klima hat. Zu Zeiten der Römer war Grönland grasgrün, vor 700 Jahren kam eine Abkühlung. Seit Grönland besiedelt ist, war es deutlich länger grün und warm als öde und vereist, das sollte man nicht ausblenden. CO2 hat einen Anteil von 0.038% in der Atmosphäre, der menschgemachte Anteil beträgt 5% davon, also 0.0019%. Die CH ist daran wiederum zu gut 1.5% beteiligt. Rechne ! Das Spurengas ist also kaum klimarelevant, die Sonnenzyklen decken sich hingegen mit den Warmphasen der Erde. Nur ist die Sonne nicht besteuerbar....

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Die neusten Leser-Kommentare

  • So ein Tamtam am 20.08.2019 12:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    junger Gletscher

    der ist 700 Jahre alt - also in der letzten Eiszeit entstanden - also von da an wurde es halt wärmer

    • Perma Glatz am 20.08.2019 13:21 Report Diesen Beitrag melden

      Tamtam wird's wissen

      Vor 700 Jahren, also im Jahre 1319, in der letzten Eiszeit. So wird's gewesen sein. Und 28 Jahre früher, 1291, fand der Rütlischwur auf einem grossen Eisfeld mitten auf dem Reussgletscher statt. Steht auch so im Bundesbrief.

    • Julia am 20.08.2019 17:08 Report Diesen Beitrag melden

      @So ein Tamtam

      Genau, vor 700 Jahren hatten wir die letzte Eiszeit in Europa! So ein Schwachsinn!

    • F.R. am 20.08.2019 20:51 Report Diesen Beitrag melden

      @Julia

      Schwachsinn? Dann googeln sie mal "Kleine Eiszeit", die fand global zwischen ende 16. Jahrhunderts bis in das letzte Drittel des 17. Jahrhunderts statt. Regional bis ins 19 Jahrhundert. Mit diese Eiszeit wird nicht gemeint dass alles unter Schnee und Eis bedeckt war aber dass es sich eine Kühle klimabedingte Periode handelte.

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  • Tackle am 20.08.2019 11:54 Report Diesen Beitrag melden

    Gletscher= Mensch??

    Gletscher kommen und gehen das war schon immer so. Es ensteht der Eindruck, dass ein Menschenleben gleich viel wert hat.

  • Dismas am 20.08.2019 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    1 Gletscher weg, ein anderer wächst

    Ein Gletscher verschwindet, dafür wächst der Jakobshavn, der grösste Gletscher auf Island wieder. Er hat inzwischen den Verlust an Eismasse wettgemacht, heisst ist gleich viel gewachsen wie er in den vergangenen Jahren abgenommen hat. Was lernen wir daraus? Wir können das Klima nicht beeinflussen, es tut was es will.

    • Kritiker am 20.08.2019 12:53 Report Diesen Beitrag melden

      Was lernen wir daraus?

      In der Wissenschaft heisst es: die Ausnahme bestätigt die Regel. Wir lernen also gar nichts von dem daraus das du gerne hättest, denn wir sind nicht so dumm zu meinen ein ausgesuchter Einzelfall beweise irgendetwas das gegen den allgemeinen und vielfach bewiesenen Trend geht. Im Englischen heisst dies "wishful thinking", ich nenne es einach Dummheit.

    • GletscherV am 20.08.2019 13:01 Report Diesen Beitrag melden

      Jakobshavn liegt nicht auf Island

      Der Jakobshavn befindet sich auf Grönland. Auf dem Web sind div. Artikel zu finden, welche beschreiben, weshalb der Jakobshavn aktuell wäscht. Auch, dass die Freude nur von kurzer Dauer sein dürfte .

    • Dismas am 20.08.2019 17:27 Report Diesen Beitrag melden

      Wir werden sehen

      @Gletscher V Ja stimmt, aber wir werden sehen, ob dies wirklich von kurzer Dauer sein wird. Es könnte sein, dass wir in das Maunder-Minimum fallen, respektive in eine kleine Eiszeit.

    • Spassvogel am 20.08.2019 19:57 Report Diesen Beitrag melden

      @GletscherV

      Darf ich dem jetzt meine Unterhosen bringen. Wenn er wäscht dann kann er die doch auch gleich mittun.

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  • Meier am 20.08.2019 09:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Realtalk

    Wenn man das Auto in der Garage laufen lässt und sich darin aufhält wird man früher oder später leb wohl sagen. Die Welt ist nun unsere Garage und wir lassen seit 100 Jahren den Motor laufen. Bis auf den unterschied das wir Wälder haben die die Giftstoffe absorbieren. Aber auch diese Wälder wird es demnächst nicht mehr geben.

    • Avenarius am 20.08.2019 12:15 Report Diesen Beitrag melden

      Weniger Fleisch ist eher die Lösung

      ... noch viel schlimmer sind die ganzen Fleischfresser und die Fleischindustrie. Die nehmen 51% der Schadstoffe ein. Mehr als der ganze Land- Luft- Wasserverkehr zusammen. Was sagt uns das?? Deutlich, weniger Fleisch essen. Nicht verzichten aber weniger Fleisch essen! Weniger "tsch tsch" und besser wird's. Kann jede(r) sofort beginnen ... ohne Forschung und Wissenschaft ....

    • F.R. am 20.08.2019 21:09 Report Diesen Beitrag melden

      @Avenarius

      Also ich hatte beim Biologieunterricht kein Fensterplatz, soweit ich es noch erinnern kann hat die Natur den Mensch als Omnivor (Allesesser) erschaffen und nicht als "Fleischfresser" sowie z.B. Katzenartigen. Vitamin C und B12 (wichtig für das Gehirn und Nervensystem) kann der menschliche Körper nicht selber herstellen, ist aber auch nicht notwendig da es in Pflanzen und Früchte (C) vorkommt, in tierliche Produkten (B12). Mit ausgewogener Ernährung kommt man ohne Chemie (Zusatz) aus.

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  • jänu am 20.08.2019 09:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ist doch nicht schlimm

    und was genau ist jetzt schlimm wen die gletscher schmelzen?

    • Julia am 20.08.2019 17:29 Report Diesen Beitrag melden

      @jänu

      Das ist sehr schlimm! Unsere Bäche und Flüsse werden im Sommer von Gletschern gespiesen! Die Artenvielfalt nimmt ab! Das Trinkwasser wird knapp, 3/4 unserer Reserven sind in Eisform gespeichert! Milliarden Menschen werden auf der Suche nach Wasser sein, bei diesen Massenwanderungen nützt, dann auch keine Mauer mehr um den eigenen Garten! Böden und Berge werden instabil, da der Permafrost weg ist, Infrastrukur muss erneuert werden, es wird uns Unsummen kosten, viel mehr als ein Umdenken bei den Energien!

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