Übertrainingssyndrom

12. Oktober 2019 20:13; Akt: 12.10.2019 20:13 Print

Zu viel Training setzt dem Gehirn zu

Wer sich schon immer fragte, weshalb die muskelbepackten Kandidaten von TV-Kuppelshows mitunter etwas kopflos wirken, bekommt nun Antwort.

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Auch beim Sport gilt: Zu viel ist zu viel. Das wird spätestens mit dem Auftauchen des Muskelkaters klar. Doch offenbar hat intensives Workout auch Auswirkungen auf das Gehirn von Sportlern. Das berichten französische Forscher im Fachjournal «Current Biology».

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Das Team um Bastien Blain vom Hôpital de la Pitié-Salpêtrière hatte für die Untersuchung normal trainierte Sportler auf zwei Gruppen aufgeteilt. Während sich die Teilnehmer der einen mehr als sonst auspowern mussten, durften die anderen normal weiter trainieren. Anschliessend verglichen die Forscher Verhalten und neuronale Auswirkungen des absolvierten Trainings.

Wichtiger Gehirnbereich eingeschränkt

Dabei zeigte sich, dass diejenigen, die sich im Auftrag der Forscher überlastet hatten, nicht nur körperlich übermässig erschöpft waren sondern auch mental. In der Folge kam es zu impulsivem und kurzsichtigem Handeln, wie Entscheidungstests zeigten.

In einem Test mussten die Teilnehmer etwa entscheiden, ob sie lieber sofort 80 Euro oder zwei Wochen später 100 Euro bekommen wollten. Während sich der Grossteil der normal Trainierenden gedultete, wählten die Probanden der anderen Gruppe überwiegend die direkte Belohnung.

Übertrainingssyndrom

Den Grund für diesen Unterschied offenbarten neuronale Messungen. Demnach schränkt übermässiges Training die Aktivität in jenem Bereich des Gehirns ein, der für das Treffen von Entscheidungen verantwortlich. Die Forscher nennen das Übertrainingssyndrom.

Wie lange dieses anhält, sagten die Wissenschaftler nicht.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Burim Becher am 12.10.2019 20:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ok

    An alle Leute die sich jetzt hier angesprochen fühlen. Keine Angst. Ihr trainiert nicht übermässig.

  • Zoe Hüppi am 14.10.2019 14:41 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur in Kuppelshows kopflos

    Dass der Artikel wohl etwas Wahres dran hat, sieht man auch daran, dass den angesprochenen Muskelprotzen hier kein vernünftiger Kommentar einzufallen scheint...

  • Ralf Berger am 12.10.2019 20:47 Report Diesen Beitrag melden

    Studierte am Werk

    Übertraining hat aber mit Training nix zu tun. Genau so könnte man sagen das mit dem Gesicht gegen Mauern rennen ungesund ist. Es ist nun mal erwiesen das richtiges Training die Denkleistung fördert.

Die neusten Leser-Kommentare

  • bobi am 14.10.2019 17:14 Report Diesen Beitrag melden

    Reality-TV

    Und als Beispiel "Reality-TV" angeben. Der Autor ist wohl ebenfalls Übertrainiert....

  • Zoe Hüppi am 14.10.2019 14:41 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur in Kuppelshows kopflos

    Dass der Artikel wohl etwas Wahres dran hat, sieht man auch daran, dass den angesprochenen Muskelprotzen hier kein vernünftiger Kommentar einzufallen scheint...

  • Martin. am 14.10.2019 11:54 Report Diesen Beitrag melden

    Logo!

    Unser Körper investiert da, wo er gefordert wird. Simple Regelungstechnik... Und so landet man wieder einmal mehr bei der goldenen Mitte.

  • Robert am 14.10.2019 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    Übertraining

    Es geht hier wohl weniger um regelmässiges, hartes, zielgerichtetes Training - so wie es auch Spitzensportler betreiben. Es geht wohl eher um regelmässiges zu-viel-des-Guten. Da stellt sich aber die Frage: wer so trainiert, und es auch noch gut findet, hat der nicht schon von jeher ein eher eingeschränktes Denkvermögen?

  • Wow Bahnbrechend am 14.10.2019 09:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und jetzt?

    Dies hätte ich auch ohne jahrelanger Forschung sagen können. Die haben bestimmt die Stressstudie ausgegraben und einen ander Namen darüber geschrieben.