Studie belegt

21. Februar 2020 17:59; Akt: 21.02.2020 17:59 Print

Ja, man kann sich Menschen schöntrinken

Leicht beschwipst nehmen wir andere als attraktiver wahr. Das ist kein Mythos, sondern Realität. Und es braucht nicht einmal viel Alkohol dafür.

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Die Studie kann eigentlich nur aus Grossbritannien kommen: Dort haben Forscher der Edge Hill University 120 Probanden rekrutiert, um herauszufinden, ob sich die sogenannten Beer Goggles wissenschaftlich belegen lassen. Mit Beer Goggles (Bierbrille) bezeichnen die Briten das Phänomen, dass man Menschen mit zunehmendem Alkoholpegel als attraktiver wahrnimmt. Bei uns spricht man vom Schöntrinken.

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Das Experiment führten die Forscher nicht im Labor, sondern in verschiedenen Pubs und Bars in der Umgebung der Uni durch. Die Probanden mussten dabei am Computer verschiedene Aufgaben lösen. Dabei wurden immer wieder mehr oder weniger attraktive Gesichter eingeblendet. Die Testpersonen sollten diese nicht beachten und sich auf die gestellten Aufgaben konzentrieren.

Es zeigte sich, dass die attraktiven Gesichter sowohl die trinkende Gruppe als auch die nicht trinkende Kontrollgruppe von ihren Aufgaben ablenkten, wie die Forscher im Fachjournal «Psychology of Addictive Behaviors» schreiben. Die unattraktiven Gesichter lenkten dagegen nur die beschwipsten Teilnehmer ab. Das aber im gleichen Mass wie die attraktiven.

Nur wenig Alkohol nötig

Laut den Forschern handelt es sich um die erste Studie, die nicht nur auf Befragungen basiert. Hauptautorin Rebecca Monk sagt in einer Mitteilung: «Bisherige Untersuchungen zum Phänomen lieferten widersprüchliche Resultate und waren meist auf die direkte Befragung von Testpersonen beschränkt.» Indem man eine indirekte Messung der Aufmerksamkeit anwandte, habe man diese Einschränkungen überwinden können.

«Wir wissen, dass attraktive Gesichter von gestellten Aufgaben ablenken können, aber unsere Forschung legt den Schluss nahe, dass Alkohol diesen Effekt abschwächt und sich das Ganze ausgleicht», so Monk weiter.

Ihr Mitautor Derek Heim fügt an, dass die meisten Leute schon vom Phänomen des Schöntrinkens gehört hätten und ihre Studie nun zeige, dass tatsächlich etwas dran sei. «Es ist bemerkenswert, dass in unserer Studie die Teilnehmer nur leicht beschwipst waren. Das legt nahe, dass es nicht sehr viel Alkohol braucht, bis die Leute ihre Beer-Goggles anziehen.»

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rob d am 21.02.2020 18:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für was eine studie

    Das hätte ich euch auch sagen können. Schade um das geld für die studie. Das hätte ich gerne versaufen können

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  • Lääser am 21.02.2020 18:38 Report Diesen Beitrag melden

    Vorurteile ablegen

    Da könnte man ja in der modernen politisch korrekten Sprache davon sprechen, dass Alkohol hilft, Vorurteile abzulegen und anderen Menschen offen zu begegnen und ihre inneren Werte zu erkennen. In dem Sinne wird wohl bald Freibier für alle gefordert.

  • Marco am 21.02.2020 18:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich..

    Wer bezahlt und bewilligt so einen Schwachsinn??

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Proscht am 25.02.2020 12:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bei Schöntrinkern...

    ...die dann auch noch besoffen sind sagt man doch auch...Besoffene und Kinder sagen die Wahrheit.

  • Eisblume am 25.02.2020 12:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja...

    ...Studien belegen auch, dass nicht alle Menschen schön sind. Da bringt auch schöntrinken nichts. Anstatt die blaue Viagra Pille nehme der Mann dann die gelbe Viagra Pille...die macht blind...;-)

  • Advocatus Diaboli am 25.02.2020 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Fadenscheiniger Schluss

    Hier wurde nur getestet, ob die Gesichter die Probanden von den Aufgaben ablenkten. Einen Schluss darauf zu ziehen, dass Gesichter unter Alkoholeinfluss attraktiver aussehen und die Attraktivität der Grund für die Ablenkung war ist fadenscheinig. Genauso gut könnte Alkohol an und für sich der Faktor für die Ablenkung sein, unabhängig vom wahrgenommenen Attraktivitätsgrad der gezeigten Gesichter.

  • Dani am 22.02.2020 18:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aufpassen

    Besoffen im Ausgang ist wie hungrig einkaufen gehen; Man nimmt Dinge mit nach Hause, die man eigentlich gar nicht will.

    • Ja genau, Dani. am 22.02.2020 19:48 Report Diesen Beitrag melden

      Aber Jesses Gott, mehr Respekt bitte.

      Dani, du bist weise. Aber bedenke, Frauen sind keine Dinge, solltest du diese meinen :-) Ich grüsse dich herzlich.

    • Geni am 22.02.2020 20:18 Report Diesen Beitrag melden

      auch Frauen ...

      Den Frauen wird es wohl ebenso gegangen sein. Vielleicht haben die sich, mich auch immer schön gesoffen?! Oder Dich oder noch viele andere.

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  • Renato am 22.02.2020 17:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Also doch..

    Das wusste ich schon vor 40 Jahren - bekomme ich nun einen britischen Ehrendoktortitel???

    • Chlöni am 22.02.2020 22:42 Report Diesen Beitrag melden

      Wer will no Dökterli si???

      Ja sicher! Ich zeichne Ihnen einen!

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