Biologie

16. März 2011 12:10; Akt: 16.03.2011 12:42 Print

Je älter der Affe, desto mehr experimentiert er

Geht es um das Stochern nach Termiten, werden Schimpansen immer einfallsreicher. So benützen ältere Tiere mehr Werkzeuge als jüngere.

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Die älteren Schimpansen experimentieren mit den Werkzeugen auch herum und setzen sie für andere Aufgaben ein als die ursprünglich vorgesehenen. Jüngere Tiere hingegen verwenden nicht nur weniger Werkzeuge zum Stochern nach Termiten, sondern wiederholen auch häufiger einzelne Arbeitsschritte, bis sie mit dem Ergebnis zufrieden sind.

Crickette Sanz von der Washington University (Saint Louis) und David Morgan von der Wildlife Conservation Society (Chicago) werteten 130 Videoaufnahmen von Schimpansen aus. Diese waren zwischen 2003 und 2007 im Nouabalé-Ndoki Nationalpark in Kongo- Brazzaville entstanden.

Stock und Bürste

Viele der Tiere wurden mehrmals beim Stochern nach Termiten gefilmt. Die Schimpansen der Region sind dafür bekannt, verschiedene Werkzeuge zu nutzen, diese zu verändern und bestimmte Materialien zu bevorzugen. In oberirdische Termitenhügel stechen die Tiere einen kleinen Ast, um einen Tunnel zu bohren.

Mit einem zweiten Werkzeug, das ein eher bürstenähnliches Ende besitzt, angeln sie dann die Termiten aus dem Bau. Zu unterirdischen Termitennestern graben die Schimpansen ohne Stock einen Tunnel, durch den sie dann ebenfalls mit einem bürstenähnlichen Werkzeug in das Nest vordringen.

Neben dieser grundsätzlich ähnlichen Arbeitsweise fanden die Forscher nun bedeutende Unterschiede zwischen jungen Tieren und Erwachsenen, und zwar andere als zuvor vermutet. Die Jungtiere benutzten nämlich nicht etwa viele Werkzeuge und verschiedene Techniken, bis sie mit der Zeit lernten, welche davon am besten einzusetzen sind.

Einsichtiges Verhalten

Im Gegenteil: Sie setzten nur wenige Werkzeuge ein, die älteren Tiere nutzten dagegen mehrere. Letztere variierten zudem gelegentlich ihre Angeltechnik. War zum Beispiel ein Angelkanal verstopft, drehten einige ältere Tiere einfach ihr bürstenartiges Werkzeug um und benutzten das andere Ende, um die Blockierung freizubekommen.

Dies deutet nach Forscheransicht auf ein einsichtiges Verhalten, weil die Tiere erkennen, dass ihr Spezialwerkzeug noch für einen weiteren Zweck zu gebrauchen ist. Der Transport verschiedener Werkzeuge zu einem Termitennest deute auf planerisches Verhalten hin.

(sda)