Projekt Ocean Cleanup

08. September 2018 20:50; Akt: 09.09.2018 08:49 Print

Jetzt geht es dem Plastik im Meer an den Kragen

Am Samstag hat in der Bucht von San Francisco eine einzigartige Säuberungsaktion begonnen. Das Projekt The Ocean Cleanup will die Meere vom Plastik befreien.

Soll das Meer von Plastik säubern: Der 600 Meter lange Müllfänger von The Ocean Cleanup. (Video: Tamedia/AFP)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Jedes Jahr gelangen mindestens 8 Millionen Tonnen Plastik ins Meer. Nun hat der 24-jährige Niederländer Boyan Slat dem Müll den Kampf angesagt. Mit dem Projekt The Ocean Cleanup will der Erfinder den Great Pacific Garbage Patch von 40'000 Tonnen Plastikmüll befreien.

Umfrage
Wie denken Sie über das Ocean-Cleanup-Projekt?

Ab Samstag werden die Ozeane aufgeräumt

In der Bucht von San Francisco liegt ein riesiger Schwimmkörper für eine einzigartige Säuberungsaktion bereit. Wie Fangarme sollen sich die Enden des 600 Meter langen Kunststoffrohrs um Berge von Plastikmüll legen. Am Samstag soll die U-förmige Anlage unter der Golden Gate Brücke hindurch knapp 500 Kilometer von der Küste weg aufs offene Meer gezogen werden.

«Müllwagen der Weltmeere»

In einem zweiten Schitt soll der riesige Müllfänger zum Great Pacific Garbage Patch geschleppt werden. Das Gebiet gehört zu den fünf grössten Strömungswirbeln weltweit, an denen sich gigantische Mengen Plastikmüll sammeln.

Wissenschaftler des Projekts und von verschiedenen Universitäten sprechen von 1,8 Billionen Plastikteilen – allein im am stärksten verschmutzten Pazifikgebiet, das sich über eine Fläche von 1,6 Millionen Quadratkilometern erstreckt – etwa dreimal die Fläche Frankreichs.

Der Schwimmkörper, an dem eine Art Vorhang drei Meter tief ins Wasser hängt, soll durch den Plastikteppich treiben und den Müll einsammeln. Der werde dann später von Schiffen, die als «Müllwagen der Weltmeere» zu den Anlagen fahren, entsorgt und das Sammelgut zur weiteren Verarbeitung an Land gebracht, so Slat.

Grossteil des Plastikmülls unter der Wasseroberfläche

Doch das Projekt wirft auch Fragen auf und wird von vielen Experten eher kritisch gesehen. Ein Kritikpunkt: The Ocean Cleanup kratze buchstäblich nur an der Oberfläche. Eben Schwartz von der California Coastal Commission, einer staatlichen Behörde für Küstenschutz, verweist darauf, dass sich der Grossteil des Plastikmülls in den Weltmeeren unter der Wasseroberfläche ansammelt, bis zum Meeresboden. Slat stelle die wahren Ausmasse des Problems nicht deutlich genug dar.

«Natürlich gibt es eine Menge Plastikmüll an der Oberfläche des Garbage Patch, aber der macht nicht einmal drei Prozent der gesamten Plastikmasse aus, die jährlich in die Weltmeere wandert», sagt Schwartz. Slat habe bestimmt die «besten Absichten», Müll zu entfernen, doch viel wichtiger sei es, von vornherein zu verhindern, dass weiter Plastik in die Ozeane gelangt.

(fur/fee/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Viel Erfolg am 08.09.2018 21:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Clean up GO!

    Ich wünsche Slat viel Erfolg!! Nicht unterkriegen lassen von Experten die düsen Versuch kritisieren. Immerhin redet Slat nicht nur sondern macht auch etwas!!! Weiter so!!

    einklappen einklappen
  • A.G. am 08.09.2018 21:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich finds toll

    ich versteh die kritiker wirklicht nicht. da macht mal entlich jemand was und dan ist es auch nicht gut. immerhin die 3% von der oberfläche sind weg als wen man sie einfach da lässt.

    einklappen einklappen
  • Irma am 08.09.2018 21:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Finde ich super. Nur sollte man natürlich vermeiden, dass immer neuer Müll ins Meer gelangt. Ein Silberstreifen...

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • das ist mir da und dort nicht gut genug am 22.09.2018 12:55 Report Diesen Beitrag melden

    wer isst und trinkt daheim aus Plastik?

    Die Vermüllung der Meere geht auf unser aller Konto, mehr oder weniger. Diese Unsitte mit coffe to go und fast food Sitten gehört abgeschafft. Doch ich höre schon den Aufschrei und das Gejammer der Anbieter. Wer es sich nicht leisten kann oder will in einer Kantine/Restaurant zu essen, könnte sich seinen Zmittag in dem wiederverwendbaren Behälter/Flasche von zu Hause mitbringen. Kaffeemaschinen stehen in den meisten Betrieben für Mitarbeiter mit Porzellantassen zur Verfügung. Das Projekt ist grossartig und verdient Unterstützung!

  • Geri Hilg am 11.09.2018 21:00 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Erschreckend das es überhaupt so weit kommen konnte. Die Welt wie so oft als Mülleimer zu benutzen ist impertinent hirnlos

  • Paul G. am 11.09.2018 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    Guter Anfang

    Selbst wenn das Meer nur oberflächlich gereinigt wird, es verhindert, dass neue Plastikteile absinken. Also auf jeden Fall ein guter Anfang. Vielleicht sollte man bei den Flüssen, die ins Meer fliessen auch so eine Fanganlage platzieren.

  • Cruiser am 10.09.2018 19:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer sucht, der findet

    Sie werden auch den Kübel finden.

  • mannomann am 10.09.2018 18:49 Report Diesen Beitrag melden

    Was soll der Blödsinn

    Solange mehr Plastik pro Tag ins Meer fliesst als abgefischt oder versenkt wird, werden die Müllstrudel grösser und grösser. Bis irgendwas kollabiert. Aber schon mal ein heisser Tropfen auf die Müllbewältigung.