Antarktis

26. April 2019 10:37; Akt: 26.04.2019 10:37 Print

Riesige Kaiserpinguin-Kolonie ist stark bedroht

«Ein katastrophales Scheitern der Brut» bedroht die zweitgrösste Kaiserpinguin-Kolonie der Welt. Sie sei so gut wie verschwunden.

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Alarmierende Studienergebnisse zum Welttag der Pinguine: Angesichts der fortschreitenden Eisschmelze in der Antarktis hat die zweitgrösste Kaiserpinguin-Kolonie der Welt in den vergangenen drei Jahren praktisch keinen Bruterfolg mehr gehabt.

Zu der besagten Kolonie in der Halley-Bucht im Weddell-Meer gehören normalerweise bis zu 25'000 Brutpaare, so die Studie des British Antarctic Survey (BAS), die am Welttag der Pinguine am Donnerstag veröffentlicht wurde. Die beteiligten Wissenschaftler nutzen seit einem Jahrzehnt hochauflösende Satellitenbilder, um die Grösse der Halley-Bucht-Kolonie und anderer Pinguin-Kolonien zu analysieren.

Fast keines der Küken überlebt

Anhand der Dichte der Population lasse sich ihre Zahl schätzen, erläuterte BAS-Experte Peter Fretwell. 2016 habe ungewöhnlich warmes und stürmisches Wetter zu Brüchen des Meereseis geführt, auf dem die Kaiserpinguine üblicherweise brüten. In dieser Brutsaison habe den Satellitenbildern zufolge fast keines der Küken überlebt.
2017 und 2018 wiederholte sich dieser Misserfolg. Über drei Jahre hinweg habe es also «ein katastrophales Scheitern der Brut» gegeben, erklärte Fretwell.

Die Kolonie von der Halley-Bucht sei dadurch «so gut wie verschwunden», schrieben die Studienautoren. Dafür sei eine Pinguin-Kolonie in der Nähe deutlich gewachsen. Viele der Pinguine aus der Halley-Bucht hätten hier nach sichereren Brutbedingungen gesucht.

Grösste Pinguin-Art überhaupt

BAS-Pinguin-Experte Phil Trathan erklärte, es sei ungewiss, ob das Aufbrechen der Eisflächen an der Halley-Bucht durch den Klimawandel verursacht wurde. «Aber solch ein vollständiger Misserfolg beim Brüten ist an diesem Ort noch nie da gewesen.»

Kaiserpinguine sind die grösste Pinguin-Art überhaupt, sie werden bis zu 1,30 Meter gross. Sie leben rund um den Südpol. Angesichts der Erderwärmung droht ihr Bestand bis zum Ende dieses Jahrhunderts um bis zu 70 Prozent zu schrumpfen. In einer Studie aus dem Jahr 2015 wurde empfohlen, Kaiserpinguine auf die Rote List der bedrohten Arten aufzunehmen.

(dmo/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Enea98 am 26.04.2019 11:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bis es zu spät ist....

    Immer mehr und mehr, schneller, billiger. Nur Egoisten auf dieser Welt, nur heute ist wichtig, wer denkt schon an morgen ..... Wir werden erst etwas ändern, wenn es zu spät ist. Aber Hauptsach über Ostern kurz um die Welt fliegen oderErdbeeren aus Spanien essen... X-Fache an Fleisch essen, obwohl es 2x in der Woche auch tun würden.

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  • Jürg Schuster am 26.04.2019 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selbstregulierung

    Der Menschheit hat sich seit der Mondlandung verdoppelt auf Kosten der Umwelt. Leider wird beim Menschen nie ein umdenken stattfinden, da niemand verzichten will und nur bis zur Nase schaut und seinem eigenen Menschenleben (Einstellung: nach mir die Sinnflut). Leider werden erst Kriege (um Ressourcen) dem Menschenwachstum eine Ende setzten oder ein Virus der die Überpopulation wieder auf ein "normales" Niveau bringt (was immer noch besser ist als Krieg). Leider wird es nicht die dritte Option sein, nämlich die Einsicht...da muss man sich Fragen ob wir wirklich intelligente Wesen sind!

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  • MadChengi am 26.04.2019 10:45 Report Diesen Beitrag melden

    Der Parasit frisst seinen Wirt

    Jetzt kommen sie uns dann wieder mit; wir die doofen Arbeitnehmer und Konsumenten seien an allem Schuld und müssten daher für den Schlamassel gerade stehen, der nur durch die rücksichtslose Profitgier von Weltkonzernen und Finanzkraken entstanden ist.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • grenacher am 29.04.2019 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    Indoktrienierung Klimawandel

    Jeder kann selber recherchieren. Auszug : Die Sterblichkeit der Küken in dieser feindlichen Umwelt ist hoch, in besonders schlechten Jahren haben in einzelnen Kolonien bis 90 % der Jungen nicht überlebt dagegen ist die Erwachsenensterblichkeit mit 5 % der Gesamtpopulation gering. Halley-Bucht ohne Kaiserpinguine 2017 und 2018 wiederholte sich dieser Misserfolg. Über drei Jahre hinweg habe es also «ein katastrophales Scheitern der Brut» gegeben, erklärte Fretwell. Die Kolonie von der Halley-Bucht sei dadurch «so gut wie verschwunden», schrieben die Studienautoren. Dafür sei eine Pinguin-Kolonie in der Nähe deutlich gewachsen. Viele der Pinguine aus der Halley-Bucht hätten hier nach sichereren Brutbedingungen gesucht. BAS-Pinguin-Experte Phil Trathan erklärte, es sei ungewiss, ob das Aufbrechen der Eisflächen an der Halley-Bucht durch den Klimawandel verursacht wurde. «Aber solch ein vollständiger Misserfolg beim Brüten ist an diesem Ort noch nie da gewesen.»

  • Supermuus am 27.04.2019 22:08 Report Diesen Beitrag melden

    Ja was nun

    Ich kanns nicht mehr hören jeder zweite Wissenschaftler und Naturschützer ist irgendwo unterwegs mit dem Flugzeug und Schiff oder eigenen grossen Frachter und dann mit dem Auto,nur sie dürfen dorthin und testen.Es war erst vor kurzem ein Bericht gebracht worden RTL die eine riesen Pinguinkolonnie gezeigt haben wo niemand gewusst hatte dass soviele existieren und nun kommen sie,die seien am aussterben und schreiben nachher und nebenan hat es noch Kolonnien,ha was nun Ja oder Ja.Wieso immer alles auf Panik und wer zahlt euch dass ihr das ganze Jahr die Umwelt belastet und die Tiere stört.

  • DavidBelfort am 27.04.2019 18:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ist so

    die welt verändert sich, wie schon immer, auch vor dem menschen, wir können die welt sauber halten von zb plastik aber nicht das klima beeinflussen. man muss ja ganz schön eingebildet sein, zu denken dass man das klima beeinflussen könne

  • Unnutz am 26.04.2019 21:20 Report Diesen Beitrag melden

    macht weiter

    mit dieser Propaganda. Wir machen sehr viel in Europa gegen die Umwelt. Geht mal nach Indien, China oder eines der afrikanischen Ländern. Dann heisst es wir müssen Tolerant gegenüber anderen sein und dessen Kultur verstehen. Grosskonzerne möchte man ja nicht in die Verantwortung nehmen. Es ist etwa so, wie wenn ich in meinem Garten versuche alles Bio und sauber zu halten, aber alle anderen Nachbarn sprühen Gift, entsorgen denn Müll im Garten... Und nun sollte ich noch bessere Massnahmen in meinem Garten vornehmen, damit ich das Quartier vor dem Bienensterben rette.

  • KHF am 26.04.2019 20:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Waschfrauen-Gewäsch

    Wie kommt man auf so eine Behauptung, es habe noch nie solche Brutmisserfolge gegeben? Seit wieviel Jahren kann überhaupt erst derlei halbwegs präzise beobachtet werden? Und wie viele Jahrhunderte gibt es schon diese Pinguin-Rasse? Zudem ist die Kolonie zum Teil deswegen geschrumpft, weil ein Teil der Gruppe eine neue Heimat gesucht und gefunden hat.