Toxoplasma gondii

20. Juni 2015 23:48; Akt: 20.06.2015 23:48 Print

Katzen können Schizophrenie auslösen

Seit langem steht ein bei Katzen vorkommender Parasit in Verdacht, psychische Krankheiten auszulösen. Jetzt verdichten sich die Hinweise.

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Katzenbesitzer müssen nun tapfer sein. Denn US-Forschern zufolge haben sie ein deutlich grösseres Risiko, an psychischen Krankheiten zu erkranken, wie diese im Fachjournal «Schizophrenia Research» schreiben. Demnach leiden Menschen, die in der Kindheit mit einer Katze zusammenlebten, später «signifikant häufiger» an Schizophrenie oder anderen psychischen Krankheiten.

Für die Studie hatte das Team um Edwin Fuller Torrey vom Stanley Medical Research Institute im US-Bundesstaat Maryland die Daten von über 2000 Familien ausgewertet und festgestellt, dass 50,6 Prozent der von Schizophrenie Betroffenen früher einmal eine Katze gehabt haben. Damit stützt das Ergebnis frühere Untersuchungen.

Geteilte Meinungen

Wie Katzenbesitz und psychische Krankheiten zusammenhängen, können auch Fuller Torrey und seine Kollegen nur mutmassen. Sie haben den Parasiten Toxoplasma gondii in Verdacht, der sich in Katzen festsetzt und sich in ihren Därmen vermehrt. Dort entstehen infektiöse Zellen, die mit dem Kot ausgeschieden werden. Kommt der Mensch damit in Kontakt, kann auch er sich infizieren (siehe Box).

Auch wenn sich bereits Kritiker wie der britische National Health Service zu Wort gemeldet haben, die unter anderem «nicht ausreichende Beweise» bemängeln: Ganz von der Hand zu weisen, ist das Resultat nicht. Denn schon frühere Studien kamen zu einem ähnlichen Ergebnis.

Katzen unter Beschuss

So haben beispielsweise Forscher der University of California herausgefunden, dass Menschen, die in Gegenden mit hohem Toxoplasma-gondii-Vorkommen lebten, besonders ängstlich, unsicher und depressiv waren – alles Anzeichen einer psychischen Störung.

Weiblichen Katzenfreunden hingegen bescheinigte ein dänisches Forscherteam sogar ein deutlich höheres Suizidrisiko. Laut ihrer Studie, die in den «Archives of General Psychiatry» veröffentlicht wurde, verdoppelte sich die Wahrscheinlichkeit eines Selbstmordversuchs von Frauen, die eine Toxoplasmose durchgemacht hatten.


(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • D.D. am 21.06.2015 02:50 Report Diesen Beitrag melden

    Bussi

    Ob mit Katze oder ohne: ist euch nicht aufgefallen, dass die Menschen immer psychisch kranker werden von Jahr zu Jahr? Jetzt sind plötzlich die Büsis Schuld! Ich würde mal die Ursache bei der Gesellschaft (Arbeitsplatz, Druck) suchen und nicht bei den Katzen!!

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  • Peter Bond am 21.06.2015 04:10 Report Diesen Beitrag melden

    50% was ist denn das für ein Resultat?

    Also ehrlich 50% der Leute mit psychischen Erkrankungen hatten früher eine Katze??? Das heist aber auch das 50% der psychisch Kranken keine Katze hatten.

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  • Serkan am 21.06.2015 01:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Studien

    Eine Studie kommt zum Schluss dass Kinder welche mit Katzen aufwachsen höheres Risiko für psychische Krankheiten haben und eine andere Studie letztens bewies, dass die Kinder welche mit Katzen aufwachsen geringeres Risiko für Krankheiten haben und weniger anfällig sind..

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sanrina Elge am 21.06.2015 20:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Katze

    Ich habe die genau gleiche Katze wie auf Bild 2

  • Fab am 21.06.2015 18:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich vermute Scheinzusammenhang

    Wurde auch untersucht, ob es nicht nur Scheinzusammenhänge sind?

  • Hanna Müller am 21.06.2015 15:53 Report Diesen Beitrag melden

    Na und!

    Ich habe Schizophrenie und bin Toxoplasmose negativ und hatte keine Katzen als ich klein war. Muss nichts heissen. Dagegen hatte ich eine traumatische Kindheit. Dafür gibts keinen Schutz.

  • Esmeralda am 21.06.2015 15:34 Report Diesen Beitrag melden

    Normale Haustierhaltung

    Wie es in der heutigen Zeit aussieht weiss ich nicht. Aber wir, früher, die mit hundskomunen Katzen aufgewachsen sind, möchte ich sagen, ja sogar behaupten, dass dieses neu erkannte Krankheitsbild nicht zutrifft. Wir haben die Katze nicht wie ein eigenes Kind behandelt und sie hatte keine Katzenkiste, sondern erledigte ihr Geschäft in der freien Natur. Also wurden wir nicht kontaminiert. Leider mutiert das Haustier jelänger jemehr als Menschen Ersatz. Kann sein ,dass diese Entwicklung zu einem solchen Krankeitsbild führt. Darum liebe Leute, kehrt zurück zur normalen Haustierhaltung.

  • Trottel am 21.06.2015 15:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Äpfel sind böse

    Meine studie sagt Äpfel sind schlecht da 98% der Schizophrenen vor der Krankheit schon mindestens einmal einen Apfel konsumierten.