Leichenfarmen

20. Januar 2020 21:03; Akt: 20.01.2020 21:03 Print

Deine Katze würde dich auffressen

Katzenbesitzer müssen jetzt tapfer sein: Forscher haben beobachtet, dass Katzen sich über menschliche Überreste hermachen – und das ohne Not.

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In der Not fressen Katzen nicht nur andere Tiere wie Mäuse oder Vögel, sondern auch Menschen. Das zeigen zufällige Beobachtungen von einer Leichenfarm in den USA: Dort labten sich zwei Katzen während Tagen und Wochen an zwei menschlichen Leichen. (Symbolbild) Laut den verantwortlichen Forschern hatte es den Tieren besonders das weiche Gewebe am linken Arm und am Rumpf angetan. Zudem begannen die Katzen, ihr Mahl jeweils an Stellen, die die Mediziner zuvor zu medizinischen Zwecken geöffnet hatten. Laut den Forschern könnten die Beobachtungen auf der Bodyfarm ... ... auch Ermittlern weiterhelfen.Verwilderte Hauskatzen seien überall auf der Welt anzutreffen. «Wenn wir das Verhalten dieser Aasverwerter verstehen, können wir auch durch sie hervorgerufene Gewebeschäden zum Todeszeitpunkt oder während der Verwesung besser erkennen und unterscheiden.» Katzenbesitzer müssen dennoch keine Angst haben. Denn das Meiste, was es zu ihren Stubentigern zu sagen gibt, ist positiv. Schon die alten Ägypter waren Katzenfans. Sie verehrten Bastet, die Katzengöttin mit Frauenkörper und Katzenkopf. Der Göttin der Liebe und Fortpflanzung wurde sogar ein Tempel errichtet. Zudem war es Brauch, Katzen zu halten und während jährlich stattfindender Zeremonien anzubeten. Sie schnurren, schlafen und sind - sofern Freigänger – ausgesprochene Langstreckenläufer: Wöchentlich legen sie bis zu 38 Kilometer zurück. Weiter als 2,5 Kilometer entfernen sie sich jedoch nie von zu Hause. Das haben Forscher <a href="http://www.katzenwiefelix.de/sites/folgt-felix/index.html?articleId=59" target="_blank">mithilfe von GPS-Trackern</a> herausgefunden. Dass die pelzigen Genossen selbst entscheiden können, ob und wann sie ihr Daheim verlassen, verdanken sie niemand Geringerem als dem Naturforscher Isaac Newton. Weil ihn seine Katze bei seinen Experimenten störte, entwickelte er das, was heute als Katzenklappe bekannt ist. Wie der menschliche Finger verfügt auch das rosige Nasenpolster von Katzen über einen einzigartigen Abdruck. Allerdings ist es weitaus sensibler. Kein Wunder, schliesslich laufen dort rund 19 Millionen Nervenenden zusammen. Katzen maunzen sich gegenseitig nur selten an. Das typische «Miau» ist weitestgehend für die Kommunikation mit Menschen reserviert. Mit ihresgleichen schnurren sie eher. Katzen hassen es, gestreichelt zu werden, weil es sie stresst. So wurde 2013 eine Studie zitiert. Dann meldete sich jedoch ein Mitautor zu Wort: Alles Quatsch, liess er verlauten: Katzen stellen laut US-Forschern für die Artenvielfalt eine grössere Gefahr dar als landwirtschaftliche Pestizide oder die Zerstörung von natürlichen Lebensräumen durch den Menschen. So werden allein in den USA bis zu 3,7 Milliarden Vögel im Jahr getötet. Hinzu kommen bis zu 20,7 Milliarden Mäuse und andere kleine Säugetiere. Spielen Sie Ihrer Katze einfach mal klassische Musik vor. Vor allem dann, wenn Sie sie beruhigen wollen. Denn Katzen lieben Klassik. Besonders wirkungsvoll ist es, wenn sie auf dem Operationstisch liegen. Pop- oder Rock-Songs hingegen bewirken laut Forschern aus Lissabon eher das Gegenteil. Katzenbesitzer sind schlauer als Hundehalter - zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine neue Studie von Forschern der University of Wisconsin. Dafür hatte das Team 600 Studenten gefragt, ob sie sich eher als Hunde- oder als Katzentyp sähen. Anschliessend folgte ein Intelligenztest. Das Risiko, an einem Herzinfarkt oder einer anderen Herz-Kreislauf-Leiden zu sterben, ist laut Forschern der University of Minnesota für Katzenbesitzer deutlich geringer. Auch dann, wenn die Probanden nur früher mal eine Katze besessen hatten. Das niedrigere Herzinfarkt-Risiko hängt mit einem Talent der Katzen zusammen: Sie können beruhigen. New Yorker Wissenschaftler , dass Katzenbesitzer einen signifikant niedrigeren Blutdruck und langsameren Herzschlag im Ruhezustand haben als andere. Jugendliche, die in ihrem ersten Lebensjahr mit einer Katze im Haushalt lebten, hatten laut einer Studie ein nur halb so hohes Risiko, später eine Katzenallergie zu entwickeln. Ausschlaggebend war allerdings nur der Kontakt im ersten Lebensjahr. Der Schweizer Katzenforscher Dennis C. Turner ist der Überzeugung, dass Katzen negative Stimmungen ihrer Besitzer wie Ängstlichkeit, Niedergeschlagenheit oder Introvertiertheit verbessern. Das sei wichtig, um etwa in der Psychotherapie soziale Beziehungsfähigkeit zu fördern. Verschiedene Experimente, ein Ergebnis: Katzen (und auch Hunde) machen ihre Halter glücklich. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Miami University. Bei all den positiven Eigenschaften, die Stubentigern nachgesagt werden, darf jedoch eins nicht vergessen werden. Manchen Menschen machen sie auch Angst. Die medizinische Bezeichnung dafür lautet Ailurophobie.

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Leichenfarmen dienen Wissenschaftlern eigentlich dazu, den Verwesungsprozess von menschlichen Leichen zu studieren. Die dort gewonnenen Erkenntnisse sollen helfen, Tote später besser identifizieren, sowie Todesursache und -zeitpunkt leichter bestimmen zu können.

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Um die Vorgänge lückenlos zu dokumentieren, sind um die Leichen herum jeweils Kameras installiert. Sie dokumentieren etwa, welche klassischen Aasfresser sich über die Überreste hermachen. Im Fall von Melissa Connor und ihre Kollegen von der Colorado Mesa University filmten die Kameras jedoch auch zwei ungewöhnliche Besucher.

Hungrige Katzen mit speziellen Vorlieben

Wie die Forensiker im «Journal of Forensic Sciences» schreiben, tauchten immer wieder zwei verwilderte Katzen auf der Leichenfarm auf. Sie labten sich – über Tage und Wochen hinweg – immer wieder an denselben zwei Leichen. Von anderen sterblichen Überresten, die ganz in der Nähe lagen, nahmen die Büsi dagegen keine Notiz.

Weiter sei auffällig gewesen, so die Forscher, dass beide Tiere ähnliche Körperstellen anfrassen: das weiche Gewebe am linken Arm und Rumpf. Und damit die Stellen, die besonders viel Haut und Fettgewebe aufweisen. Im Fall der beiden angeknabberten Leichen begannen die Katzen jeweils an Stellen, welche Mediziner zuvor zu medizinischen Zwecken geöffnet hatten.

Erkenntnisse verbessern Ermittlungsarbeit

Dass Katzen – genauso wie Hunde – nicht davor zurückschrecken, Menschen zu fressen, ist nichts Neues. Jedoch handelte es sich in den bekannten Fällen immer um Haustiere, deren Besitzer verstorben waren und die nichts anderes zu fressen hatten. Dabei machten sie sich vor allem über exponierte Körperteile wie Nase, Mund, Hände oder Füsse her.

Dass sie auf den Leichenfarmen andere Körperstellen vorzogen, könnte laut den Wissenschaftlern daran liegen, dass die Verstorbenen dort nackt und Rumpf und Arme deshalb besser zu erreichen waren. Zudem scheinen die Vorkommnisse in den USA zu bestätigen, dass Katzen stärkere Verwesungsstadien meiden – bei beiden Körpern hatte die Verwesung gerade erst begonnen.

Laut Connor und ihren Kollegen könnten die Beobachtungen auf der Bodyfarm auch Ermittlern weiterhelfen. Schliesslich seien verwilderte Hauskatzen überall auf der Welt anzutreffen. «Wenn wir ihr Verhalten punkto Aasverwertung verstehen, können wir auch durch sie hervorgerufene Gewebeschäden zum Todeszeitpunkt oder während der Verwesung besser erkennen und unterscheiden.»



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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mirco am 20.01.2020 21:16 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist das Problem?

    Menschen würden sich in der Not auch gegenseitig aufessen...

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  • Kater Carlo am 20.01.2020 21:36 Report Diesen Beitrag melden

    Tatsächlich?

    ...wir fressen ja auch alles was vier Beine hat!

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  • Büesiflüesterer am 20.01.2020 21:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dank Chappi kraftvoll zubeissen

    Unser Kater, Paco, spanisches Findelkind, ist seit seiner Geburt eine Handaufzucht und beisst auch mal gerne zu beim Spielen. Ja der würde mich glatt auffressen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Darwin Greta am 21.01.2020 19:26 Report Diesen Beitrag melden

    Nur Nachteile

    Wenn man sich mal ausrechnen wievielte Katzen weltweit gehalten werden, dann muss man sich nicht wundern wegen der Überfischung, Insektensterben, verärgerte Nachbarn wegen Kot und Dreck, Tonnenweise Katzenstreu das CO2 verursachend transportiert wird... Nicht zu vergessen der erhöhte Produktionsaufwand für Spielsachen und Behausungen für diese gezüchteten, schon lange nicht mehr natürlichen Tierart

  • Karine am 21.01.2020 17:54 Report Diesen Beitrag melden

    Bleiben wir realistisch

    Fassen wir den Beitrag mal zusammen: Es sind 2 Streunerkatzen, die nirgendwo sonst gefüttert werden und die fressen das Fett und das weiche Gewebe an Stellen, die zuvor zu medizinische Zwecken geöffnet wurden. Also die Katzen fressen nicht ganze Beine und Armen sondern wohl dort, wo es in den Wunden schon Maden hatte.

  • H. Eikel am 21.01.2020 16:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu heikel

    Meine Katze ist so heikel was Fressen anbelangt - die würde mich zu 99,9 % nicht fressen!

  • Butch am 21.01.2020 15:51 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht aus Not!

    Im Text steht, dass sie die Leichen nicht aus Not gefressen haben. Hunde könnten das wohl auch machen. Trotzdem habe ich Hunde lieber als Katzen. Hunde hängen am Besitzer, Katzen am Haus.

  • Zaffke am 21.01.2020 15:09 Report Diesen Beitrag melden

    Logisch

    Ist ja logisch. Grosskatzen wie Tiger, Löwen, Pumas etc verschmähen den Menschen auch nicht!

    • Butch am 21.01.2020 15:53 Report Diesen Beitrag melden

      @Zaffke:

      Falsch! Eigentlich fressen diese Tiere keine Menschen, denn sie sind nicht auf ihrem Speiseplan. Hat aber eine Grosskatze mal Menschen gefressen, wird sie zum Menschenfresser und muss geschossen werden. Wir haben nicht die selben Pheromone, wie ihre eigentliche Nahrung.

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