Schön, aber ...

07. Mai 2019 11:16; Akt: 07.05.2019 11:16 Print

Kauf dir besser keinen Hund in dieser Farbe

Auf den Menschen wirkt das silbergraue Fell von Vierbeinern edel. Doch für die Hunde kann eine solche Fellfarbe fatale Auswirkungen haben.

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Keine Frage: Labradore in anderen als den klassischen Farben sind schön und edel anzusehen. Doch für die aussergewöhnliche Färbung zahlen einige der Tiere einen hohen Preis. Um eine solche Farbe zu erhalten, implantieren Züchter den Tieren ein spezielles Gen. (Im Bild: ein Exemplar mit der Färbung Charcoal) Das Dilute-Gen (engl. «to dilute»: verdünnen) sorgt für eine Aufhellung des Originalfellfarbtons. Dadurch wird aus Braun Silber, aus Schwarz Charcoal und aus Gelb der Farbton Champagner. (Im Bild: Labrador mit der Fellfarbe Champagne) Doch das Gen, das weder bei Labradoren ... (Im Bild: silberfarbener Labrador) ... noch bei Französischen Bulldogen oder ... (Im Bild: ein French Bulldog in der Sonderfarbe Blue Line) ... American Staffordshire Terriern natürlich vorkommt, kann schwere Nebenwirkungen haben. So führt es oft zu CDA. Die Krankheit äussert sich durch starken Juckreiz, Fellverlust, Ekzeme und schlecht heilende Wunden. Auch Herzprobleme und Verhaltensstörungen können die Folge sein. (Im Bild: ein American Staffordshire Terrier in der Sonderfarbe Blue Line). Weil das alles für die Tiere sehr qualvoll ist, wurde das Implantieren des Dilute-Gens für beispielsweise Dobermänner als Qualzucht verboten. (Im Bild: ein Blue Doberman) Bei anderen Rassen wie dem Labrador ist das noch nicht gesetzlich geregelt, allerdings seien in den anerkannten Zuchtverbänden des Kynologischen Dachverbands FCI sowie den Unterverbänden Hunde mit unnatürlicher, eingezüchteter Dilution schon immer verboten gewesen, sagt Hundeexpertin Daniela Koppenhöfer. (Im Bild: silberfarbener Labrador) Auch Weimaraner gibt es in den zurzeit so angesagten Felltönen. Allerdings ist bei ihnen die Lage eine völlig andere, genauso wie bei ... (Im Bild: ein Weimeraner) ... Deutschen Doggen: Bei ihnen kommt das Dilute-Gen natürlich vor und beschert daher den Tieren keine unschönen Nebenwirkungen. (Im Bild: Deutsche Dogge)

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Nicht nur in der Mode, auch bei den Fellfarben von Haustieren gibt es Trends. Aktuell besonders angesagt sind etwa Hunde mit blaugrauer Haarpracht.

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Bei Französischen Bulldoggen und American-Staffordshire-Terriern nennt sich das «Blue Line», bei Labradoren Silber oder «Charcoal» (engl. für Holzkohle). Bei Letzteren ist auch die Farbe Champagner äusserst beliebt.

Doch die Sache hat einen Haken: So kann die spezielle Tönung für die Vierbeiner schwerwiegende Folgen haben.

Implantiertes Gen

Verantwortlich für die spezielle Fellfarbe ist das sogenannte Dilute-Gen (engl. «to dilute»: verdünnen). Dieses sorgt für eine Verkleinerung der farbgebenden Pigmentkörnchen und damit für eine Aufhellung des Originalfarbtons. Beim Labrador wird dadurch aus Braun der Farbton Silber, aus Schwarz Charcoal und aus Gelb Champagner.

Doch das Gen, das bei Labradoren, Französischen Bulldoggen und American-Staffordshire-Terriern nicht von Natur aus vorkommt, sondern von Züchtern bewusst eingesetzt wird, bewirkt auch noch etwas anderes: Es kann die Tiere richtig krank machen.

Auf die Mutation folgt die Qual

Mutiert das Gen, erhöht es für den Hund die Gefahr, an Farbmutantenalopezie, kurz CDA (Color Dilution Alopecia) zu erkranken. Die chronische Hautentzündung, die mit Fellverlust, stark juckenden Ekzemen und offenen Wunden einhergeht, wird auch als Blaues-Dobermann-Syndrom bezeichnet.

Tatsächlich waren die durch das implantierte Gen hervorgerufenen Nebenwirkungen bei Dobermännern so stark, dass die entsprechende Zucht als Qualzucht verboten wurde.

Der Mensch hat den Hund übel zugerichtet

Bei Weimaranern ist das anders

Bei anderen Rassen ist das noch nicht gesetzlich geregelt, allerdings sind in den anerkannten Zuchtverbänden des kynologischen Dachverbands FCI sowie den Unterverbänden Hunde mit unnatürlicher, eingezüchteter Dilution schon immer verboten gewesen, wie Daniela Koppenhöfer, Veterinärbiologin und Autorin, dem Dogs-magazin.de sagte.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand. So sind die möglichen Folgen der verwässerten Fellfarbe für die Hunde äusserst qualvoll. Durch das ständige Kratzen stünden sie ständig unter Strom. Dadurch könne es langfristig auch zu Schäden an Herz und Immunsystem der Tiere kommen, so die Expertin weiter. Zudem wiesen sie oft Verhaltensstörungen auf.

Ganz anders verhält es sich dagegen bei Weimaranern oder Deutschen Doggen: Bei ihnen kommt das Dilute-Gen natürlich vor und beschert daher den Tieren keine unschönen Nebenwirkungen.

Modehunde im Wandel der Zeit

(fee)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Melanie am 07.05.2019 11:32 Report Diesen Beitrag melden

    Wichtige Info

    Bitte veröffentlicht mehr sollcher Artikel. Man kann es nicht oft genug sagen und trotzdem gibt es zu viele dumme Menschen die bewusst einen blauen Bully, Staffi, Labi etc. wollen. Ihnen ist die Gesundheit egal bzw heisst es ständig meiner ist gesund. Bei den meisten fangen die Probleme mit ca. 2 Jahren an. Dann wird der Hund teuer und er muss weg. Dann ist der blaue Hund plötzlich nicht mehr so toll und speziell....

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  • Bruggerch am 07.05.2019 11:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Besser die alten zurück mutieren...

    Mir gefallen ALLE Hunde auf den alten Fotos besser!!!

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  • Robert Z. am 07.05.2019 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    Schlimm

    Ganz ehrlich? Ich habe noch nie einen Züchter getroffen, der einigermassen normal war. Sorry, aber die haben wirklich fast alle einen Sprung in der Schüssel, denn es gilt fast immer: Schönheit oder komische Schönheitsvorgaben an erster Stelle, Gesundheit absolut zweitrangig.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • C.C. am 10.05.2019 19:13 Report Diesen Beitrag melden

    DNA Test

    Ich bin Besitzerin einer 6-jährigen Silber Labradorhündin mit Papieren. Vorher hatte ich einen blonden Labirüden, der einiges mehr an Problemen hatte als meine Hündin. Ich habe sogar einen DNA Test machen lassen, da ich wissen wollte wie rein sie ist. Ergebnis hab ich schwarz auf weiss 100 % Labi. Habe sogar nochmals nachgefragt bei dem Institut, ob nicht noch eine andere Rasse drin ist wie zb Weimaraner, dies wurde mir verneint. Ob diese Hunde nun mehr Probleme als andere haben, möchte ich hier nicht beurteilen. Meine hat keine kahlen Stellen oder Hautprobleme.

  • Stefan am 10.05.2019 13:20 Report Diesen Beitrag melden

    Ein bisschen Gott spielen wir doch

    alle gern. Warum nicht auch die ehrenwerten Züchter und ihre ebenso ehrenwerte Kundschaft? Ich gehöre zu dieser edlen, weil sehr solventen Kundschaft und bestellte mir kürzlich beim Züchter meines Vertrauens einen Hund mit feuerrotem Fell und einer doppelten Zahnreihe, oben wie unten. Liefertermin ist voraussichtlich Mitte bis Ende November 2021. Ich kann meinen kleinen Liebling kaum erwarten!!

  • Silber-Labi besitzer am 10.05.2019 12:55 Report Diesen Beitrag melden

    So viele Hunde-Experten

    Also wir haben schon einige Hunde gehabt... einen Reinrassigen Toypudel, einen Bolonka und aktuell einen silberfarbenen Labrador... Der ist Kerngesund und trotz der Kreuzung mit einem Weimaraner zeigt er überhaupt keine Auffälligkeiten oder ist ein Problem-Hund... Die grössten Probleme hatten wir dem dem Reinrassigen Toypudle, degenerierte Gelenke und Herzprobleme wegen überzüchtung.... Mich würde mal interessieren wie viele von den Schreiber hier überhaupt eine Ahnung haben? Man liest halt einfach mal was und meint dann man sei der grosse Meister!

  • Dogman am 10.05.2019 11:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hund

    wenn schon Hund, dann originaler kurzhaariger Chow Chow. Bellt nicht, aber kann jeden Eindringling das Fürchten lehren.

  • Weber Walter am 10.05.2019 09:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meister

    Es kommt nicht auf die Farbe an, auf den Meister kommt es an!