Seltenes Dschungelrind

21. Mai 2012 18:38; Akt: 21.05.2012 19:59 Print

Kaum ist das Saola gefangen, stirbt es

Die Entdeckung des vietnamesischen Waldrindes war eine Sensation: Dass ein Tier dieser Grösse so lange unentdeckt bleiben konnte, war unvorstellbar. Und noch immer gibt das scheue Tier Rätsel auf.

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Eines der wenigen Fotos des Waldrindes, das in Vietnam auch Saola genannt wird. (Bild: PD)

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Das äusserst seltene vietnamesische Waldrind bleibt auch 20 Jahre nach seiner spektakulären Entdeckung ein Rätsel für die Forschung. Bis heute habe noch kein Biologe das Tier in freier Wildbahn entdecken können, teilte die Weltnaturschutzunion (IUCN) am Montag mit.

Die wenigen gefangenen Exemplare seien jeweils nach kurzer Zeit gestorben. Die Umweltstiftung WWF geht davon aus, dass nur noch rund 200 Exemplare der in Vietnam als Saola bekannten Huftiere existieren. Es sei aber fast unmöglich, die Grösse des Bestands sicher zu schätzen, sagte Stefan Ziegler vom WWF.

Das äusserst scheue Saola (Pseudoryx nghetinhensis) hat etwa die Ausmasse des mitteleuropäischen Rehs und ist rund 100 Kilogramm schwer. Das Tier ist in Zentralvietnam und dem benachbarten Laos beheimatet und äusserst scheu.

Es hat zwei lange, gerade nach hinten gerichtete Hörner. Weil das Waldrind aber so geheimnisvoll ist, wurde es bereits mit dem sagenumwobenen «Einhorn» in Verbindung gebracht.

Die Entdeckung des vietnamesischen Waldrinds war 1992 eine Sensation. Wissenschaftler hatten es nicht für möglich gehalten, auf der Welt noch einmal eine so grosse neue Säugetierart zu finden. Zunächst hatte man nur die Hörner des Tieres gefunden, bis erst einige Jahre später in lebendes Tier gefangen werden konnte.

2010 letztmals eingefangen

Zuletzt gelang das Dorfbewohnern in der Provinz Bolikhamsai in Zentral-Laos im August 2010. Das Saola starb jedoch wenige Tage später. Angereiste Forscher konnten noch Fotos von dem lebenden Tier machen. 2011 richtete die Forstbehörde in Vietnam in der Provinz Quang Nam einen eigenen Schutzpark für das Waldrind ein.

Das Saola ist akut vom Aussterben bedroht. In Vietnam mache dem Tier vor allem die Wilderei zu schaffen, erläuterte Ziegler. In Laos sei die Population verstärkt durch die Abholzung der Wälder gefährdet.

«Die Wilderei in Vietnam ist stärker geworden.» Aufgrund des begrenzten Verbreitungsgebiets habe es vermutlich ohnehin nie viele Exemplare gegeben. Der stärkste Rückgang des Bestands sei - noch vor der wissenschaftlichen Entdeckung - wahrscheinlich durch die Folgeschäden des Vietnamkriegs verursacht worden.


(Video: YouTube/WWFDeutschland)

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • isabella am 22.05.2012 21:25 Report Diesen Beitrag melden

    Das Saola sollte gerettet werden!

    Was für ein wunderschönes, seltenes Tier! Alles muss unternommen werden, es zu retten! Danke an jene, die dies mit grossem Einsatz tun!

  • Fraueli am 22.05.2012 16:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So lasst..

    ..die Tiere doch einfach in Ruhe! Ich finde es zwar gut wenn es Wissenschaftler gibt, die gefährdete Tierarten fangen wollen um deren Bestand durch gezielte Zucht zu stabilsieren, aber da diese Tiere derart scheu sind und in Gefangenschaft scheinbar nicht überlebensfähig sind, sollte man sie einfach nur in Ruhe lassen. Anscheinend sind sie wahnsinnig stressempfindlich, das wird auch der Grund sein dass sie so scheu sind und sich von der Menschheit fernhalten. Und auch der Grund weshalb sie sofort verenden.

  • peter vogel am 22.05.2012 16:05 Report Diesen Beitrag melden

    eine zahl zum denken

    138 Tierarten sterben täglich aus.

Die neusten Leser-Kommentare

  • S.w. am 24.05.2012 23:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tierschützer mal wieder

    An allem ist der Mensch schuld aber vergisst ja nicht dass ihr auch Menschen seid.

  • Emil S. am 24.05.2012 18:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fangt einfach

    immer neue Tiere ein. Etwa 200. Dann haben wir auch diese Spezies ausgerottet. Nach uns die Sintflut.

  • isabella am 22.05.2012 21:25 Report Diesen Beitrag melden

    Das Saola sollte gerettet werden!

    Was für ein wunderschönes, seltenes Tier! Alles muss unternommen werden, es zu retten! Danke an jene, die dies mit grossem Einsatz tun!

  • Oli Heim am 22.05.2012 16:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Armseliges Wesen "Mensch"

    Wir töten und zerstören alles... Würde es die erfundene Digur "Gott" geben hätte er uns längst zerstört...

    • S.w. am 24.05.2012 23:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Letztes Kapitel der Bibel

      Dort steht sogar drinn dass er uns irgendwann vernichten wird:) Kannst sogar nachlesen wenn du es nicht glaubst.

    einklappen einklappen
  • Fraueli am 22.05.2012 16:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So lasst..

    ..die Tiere doch einfach in Ruhe! Ich finde es zwar gut wenn es Wissenschaftler gibt, die gefährdete Tierarten fangen wollen um deren Bestand durch gezielte Zucht zu stabilsieren, aber da diese Tiere derart scheu sind und in Gefangenschaft scheinbar nicht überlebensfähig sind, sollte man sie einfach nur in Ruhe lassen. Anscheinend sind sie wahnsinnig stressempfindlich, das wird auch der Grund sein dass sie so scheu sind und sich von der Menschheit fernhalten. Und auch der Grund weshalb sie sofort verenden.