Infektionensgefahr

09. Oktober 2019 12:35; Akt: 09.10.2019 13:47 Print

Resistente Keime überstehen Waschgang

Antibiotika-resistente Erreger können über Waschmaschinen verbreitet werden. Das zeigt eine Studie, die als Meilenstein bezeichnet wird.

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Von wegen alles, was aus der Waschmaschine kommt, ist auch sauber. Dass dem nicht so ist und von frischer Wäsche sogar Gefahr ausgehen kann, berichten Hygieniker des Uniklinikums Bonn im Fachjournal «Applied and Environmental Microbiology».

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Ausgang für die Untersuchung war die Feststellung, dass auf der Neugeborenenstation eines Kinderspitals immer wieder das Bakterium Klebsiella oxytoca festgestellt wurde. Dieses kann zu Magen-Darm- und Atemwegsinfektionen sowie im schlimmsten Fall zu einer tödlichen Blutvergiftung führen, wie es in einer Mitteilung heisst.

Zwar sei es in dem Spital zu keiner Ansteckung gekommen, allerdings hätte sich der Erreger in den konkreten Fällen kaum mehr oder sogar gar nicht behandeln lassen.

In Spülfach und Gummi

Um der Quelle und möglichen Verbreitungswegen auf die Spur zu kommen, verglichen die hinzugezogenen Experten vom Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit (IHPH) des Universitätsklinikums Bonn mehrfach Proben im Patienten- und Personalbereich und vermuteten Risikoorten mit den Proben der Neugeborenen.

Auf diese Weise identifizierten die Forscher den einzig möglichen Einfallspunkt: «Der Klebsiella-oxytoca-Typ war eindeutig im Spülfach und am Türgummi einer Waschmaschine im Keller nachzuweisen, mit der die handgestrickten Söckchen und Mützchen der Babys auf der Station gewaschen wurden», so IHPH-Direktor Martin Exner, der an der Studie beteiligt war. Über die Kleidung seien sie dann auf die Babys übertragen worden.

Potenziell gefährlich

Wie die Keime in die Maschine kamen, ist unklar. Die Wissenschaftler vermuten aber, dass sie nicht beim eigentlichen Waschen auf die Kleidung gerieten, sondern beim finalen Spülgang mit kaltem Wasser oder über angesammeltes Restwasser in der Gummidichtung der Maschine. Dieses sei als Mikrobenparadies bekannt.

Laut den Forschern gelten die Erkenntnisse auch für Haushalte. Auch dort könnte es zu derartigen Übertragungen kommen. Für gesunde Menschen sei das kein Problem. Doch für Personen mit schwachem Immunsystem, chronisch Kranke, Alte und Neugeborene könnte es gefährlich werden.

Wie Spiegel.de berichtet, gilt die Studie in Hygienikerkreisen als Meilenstein. Sie bestätige erstmals, was schon lange vermutet wurde: dass resistente Keime über nur vermeintlich saubere Wäsche übertragen werden.

Wie man einer solchen Keimbelastung vorbeugen und die Infektionsgefahr senken kann, erfahren Sie im obigen Video. Die folgende Bildstrecke zeigt dagegen, wie oft man zum Beispiel Handtücher waschen sollte, damit sie nicht zu Keimschleudern mutieren.

So oft sollten Sie Ihre Handtücher waschen

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ilona am 09.10.2019 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    Hygienewahn

    Immer dieser hygienewahn, kein wunder erkranken immer mehr menschen wen keiner mehr vernünftige abwehrkräfte entwickeln kann.

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  • Peter M am 09.10.2019 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    Nur noch mehr Energie sparen

    Ja das hat man davon, wenn man eben NIE heisser als 40 Grad wäscht. Am Besten noch mit Flüssigwaschmittel. Dann verkeimt eure Maschine wunderbar.

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  • Andreas am 09.10.2019 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    Habt ihr keinen Lektor?

    Gut gedeutscht, der Artikel. Mehrere der Sätze ergeben keinerlei Sinn.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • .. am 10.10.2019 20:19 Report Diesen Beitrag melden

    Ja genau..

    95 grad zu waschen finde ich einfach am besten da alle bakterien getötet werden Vorallem im spital und heim. Vermehrt wird das Niedertemperaturverfahren eingesetzt also mehr chemie chlor statt javel dafür strom und wasser sparen. Die waschmaschine hat viel länger zum waschen sauber wird es trotzdem nicht da es nur noch mit 70 grad gewaschen wird statt mit 95 grad. Das resultat am eigenen körper erfahren toxische vergiftung. Hatte juckreiz am ganzen körper, ausschlag, kopfweh, übelkeit, blut gespuckt, atemnot, taube arme und lippen, angeschlagene Lunge.

  • Gasto am 10.10.2019 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Hygiene

    Solche Fälle werden je länger mehr auftreten, seit länger schon ist das ein Thema wie auch das Problem mit den legionellen wird sich vermehrt ausbreiten.

  • WaMa Servicetechniker am 10.10.2019 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Hersteller Schuld an Misere

    Es ist wichtig zu wissen: Bei den A++++ Maschinen wird beim 60 Grad Programm nur mit 50 Grad warmem Wasser gewaschen dafür aber länger. Das Resultat sollte einer 60 Grad Wäsche entsprechen. Bakterien beindruckt dies jedoch nicht wirklich da braucht es 60 Grad um diese zu töten.

  • B. Huber am 10.10.2019 07:18 Report Diesen Beitrag melden

    ach was

    Bei mir kommt alles in den Tumbler, sorry liebe Fridays und Grüne, der Konsenztrockner wird auf ca. 80-90 Grad erhitzt, da sterben alle Bakterien, die im kalten Spühlwasser ev. verbreitet wurden, wieder ab. (Tumbler, die einen Abwasseranschluss haben heizen nicht so stark auf, da funktioniert das nicht). Ausserdem wasche ich das meiste mit 60 Grad, egal was die Waschmittelhersteller und Umweltschützer sagen, die pflegen mich im Krankheitsfall jawohl nicht.

    • Bakterie am 10.10.2019 13:09 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht wirklich...

      Das stimmt definitiv nicht. Es gibt genügend Bakterien die 80-90°C überleben.

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  • Phil am 09.10.2019 20:00 Report Diesen Beitrag melden

    Das Risiko..

    sich mit resistenten Bakterien anzustecken ist in den Spitälern am grössten, daher ist es für mich unverständlich wieso man die Bettwäsche nicht bei 60° wäscht, damit die Bakterien hinüber sind. Ist wohl wegen dem Klimaschutz......

    • Medizintechniker am 09.10.2019 22:37 Report Diesen Beitrag melden

      Lieber Phil

      60 nützt gar nichts um Keime, Vieren und Bakterien abzutöten. Dazu sind 90 nötig und ebenfalls ist die Haltezeit sehr entscheidend, also wie lange bleibt die Maschine auf 90 2min oder 10min. Daraus errechnet sich der sogenante A0-Wert dieser gibt die "Desinfektionhöhe" an je höher der Wert desto weniger Keime etc. Danach könnte man noch sterilisieren aber dann wäre die Wäsche futsch...

    • essig am 10.10.2019 09:32 Report Diesen Beitrag melden

      60° die magische grenze für bakterien

      wenn sechtzig grad nix nützn würde. hätte die spitalküche ein problem. Du mezinaltchniker . Reinigungmittel und desinfektinonsmittel. regelmäsig produkt wechslen. Schöne grusse aus dem tech-dienst

    • Rolando am 10.10.2019 10:58 Report Diesen Beitrag melden

      Sorry aber

      Ich muss hier den Medizintechniker recht geben. Es gibt viele Bakterien-Stämme die überstehen selbst 80°. Hier reden wir von resistenden Bakterien und die überstehen oftmals 60°. Streptokokken sterben erst bei 62°. Des Weiteren zeigt die Geschichte, dass Bakterien auch gegen Desinfektionsmitteln immer resistenter werden.

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