CO2-Anstieg

30. April 2016 08:16; Akt: 30.04.2016 20:32 Print

Klimawandel lässt die Erde ergrünen

Treibhausgas-Emissionen haben die Erde unerwartet positiv verändert, haben Forscher herausgefunden. Warum das aber kein Grund zur Erleichterung ist.

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In den vergangenen Jahren gedieh durch CO2 frisches Grün im Ausmass der doppelten Fläche der USA: Lastwagen fahren auf der Bundesstrasse BR 163 durch das Amazonasgebiet. (Archivbild) (Bild: Keystone/Alexandre Meneghini)

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Wie sich der CO2-Anstieg der letzten Jahrzehnte auf die weltweite Pflanzenwelt ausgewirkt hat, haben Zaichun Zhu von der chinesischen Akademie der Wissenschaften und seine Kollegen untersucht. Für ihre Studie werteten sie Vegetationsdaten aus, die drei Satelliten in der Zeit von 1982 bis 2009 aufgezeichnet hatten.

Die Wissenschaftler entdeckten einen positiven Effekt des Treibhausgases, das aus Autos, Fabriken und Kraftwerken strömt: Es dünge quasi Pflanzen, berichten sie im Fachmagazin «Nature Climate Change».

70 Prozent des Ergrünens der Erde sei auf den Düngeeffekt der steigenden CO2-Werte zurückzuführen, wie die Forscher berichten. Dieser Effekt wirke sich nahezu flächendeckend in allen Regionen der Erde aus. Insgesamt nehme die Vegetation dabei rund ein Viertel des jährlich ausgestossenen CO2 auf.

«Das von uns berichtete Ergrünen über die vergangenen 33 Jahre ist äquivalent mit einem zusätzlichen grünen Kontinent von der doppelten Fläche der USA: 18 Millionen Quadratkilometer», erklärt Zhu seine Ergebnisse aus der Studie. Die grösste Zunahme entdeckten die Forscher in Europa, Südostasien, Zentralafrika, Nordamerika und im nördlichen Amazonas, schreibt «Spiegel online».

Mehr Regen in der Sahelzone

Weitere Ursachen kamen infrage: mehr Niederschlag, angepflanzte Bäume, mehr Stickstoff, weniger Abholzung oder höhere Temperaturen. Die Computermodelle der Wissenschaftler, die sie mit Daten über all diese Einflüsse gefüttert hätten, deuteten auf den dominierenden Einfluss von CO2.

In Gebirgen und höheren Breiten hätte hingegen vor allem die Klimaerwärmung das Wachstum der Pflanzen begünstigt. In der Sahelzone förderte vermehrter Regen das Spriessen der Gewächse.

Kein Grund zur Erleichterung

Der weiter steigende Ausstoss von CO2 werde aber wohl kaum für ein stetes Ergrünen der Welt sorgen, meinen die Forscher. Studien hätten ergeben, dass Pflanzen sich an die grössere CO2-Menge anpassen würden, ihr Wachstum also nachlasse. Der Grund: Es stünden gleichzeitig nicht mehr Nährstoffe zur Verfügung, deren Menge im Boden sei begrenzt.

Bei stark steigendem CO2-Gehalt der Luft, so glauben die Gelehrten, würde sich der Effekt bei grassierendem Klimawandel sogar umkehren: Pflanzen dürften vermehrt Hitze, Dürren oder Starkregen ausgesetzt sein.

Der Klimawandel beeinflusst nicht nur die Vegetation, sondern hat auch zahlreiche für Menschen negative Folgen. «Zu den vielen negativen Folgen gehören der Meeresspiegelanstieg, die schmelzenden Gletscher und Eiskappen, mehr tropischen Stürme und vieles andere mehr», sagt Co-Autor Philippe Ciais vom französischen Forschungslabor für Klima- und Umweltforschung in Gif-sur-Yvette.

(nag)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Albi am 30.04.2016 10:35 Report Diesen Beitrag melden

    Bäume pflanzen

    Das weiss doch inzwischen jedes Kind, dass mehr CO2 zu mehr Pflanzenwachstum führt (pratisch in jeder Gärtnerei steht ein CO2 Gerät deswegen). Dafür braucht es nun wirklich keine Matura und kein Studium. Das Problem ist, dass überall Wälder abgeholzt werden. Wenn keine Natur mehr da ist um CO2 zu verwerten, dann haben wir ein richtiges Problem!

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  • Dino am 30.04.2016 10:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kreislauf

    Da hat ja einer aufgepasst. Das eine Pflanze CO2 in Sauerstoff wandelt ist ja allemal bekannt... Dachte es ist auch schon belegt das die Ursache für die Riesenpflanzen vor ein paar Millionen Jahren die damals sehr hohen CO2 Werte waren. Irgendwie würde ich solche 20m Gräser noch cool finden.

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  • Helvetier am 30.04.2016 10:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch die wissen nicht alles

    Im Nachhinein sind auch die Wissenschaftler gescheiter, denn die Natur hat eigene Gesetze.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ernst am 02.05.2016 14:11 Report Diesen Beitrag melden

    Verschwörungstheorie

    Der vom Menschen verursachte Klimawandel ist doch eine Verschwörungstheorie. Klimawandel gab es schon immer. Als die Welt noch von Vulkanen eingenebelt wurde, ist sie auch nicht untergegangen.

    • TomTurbo am 02.05.2016 16:44 Report Diesen Beitrag melden

      @Ernst

      Die Welt wird nicht daran Untergehen. Die Frage ist wie gut die Menscheheit den von den Menschen verstärkten Klimawandel aushält. Wer sagt das Klimawandel schon immer gab (stimmt) sollte aber auch erkennen das Klimawandel an gewissen orten Resucen verknappung führte was zu Völkerwanderungen führe was was weiter zu Konflikten/Kriegen führte

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  • Beniones am 01.05.2016 18:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Forschung voran

    Es ist doch fantastisch, welche historische Erkenntnis unsere Forscher schon heute machen; nicht erst morgen.

  • Emanuel K am 01.05.2016 18:04 Report Diesen Beitrag melden

    Woah Krass diese Erkenntnis...

    ..die hätten mal in Aquariengeschäft gehen sollten und sich das von einer Lehrtochter erklären lassen können. Die Pflanzenwelt in einem Aquarium als abgeschlossenes System basiert genau auch darauf: Dünger, Licht und CO2.

  • Martial Kohler am 01.05.2016 17:55 Report Diesen Beitrag melden

    Auch wir brauchen CO2...

    Die Klima Erwärmung war schon immer sehr positiv für Mensch und Natur. Wo ist das Problem ? Früher hatten wir dieses Phänomen nur nicht gekannt !!

    • walti am 02.05.2016 06:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Martial Kohler

      die warmen phasen waren die fruchtbarsten der menschheit. dann waren sie kreativ, selbstbewusst und freiheitsliebend. das will die elie nicht, denn sie verliert ihre macht. wird sie jetzt so oder so.

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  • marc am 01.05.2016 12:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hmm..

    die dinosaurier wussten es schon... der intelligente mensch weis es aber nicht. mehr co2 heisst pflanzen wachstum ohne ende;). ist das jetzt schlecht oder gut? für co2 steuern eintreiber ja, für den zahler nein. doch ist das legitim zum verbraucher? wir heizen ja damit den grünen wachstum an?;)