Schweizer Nationalpark

05. Januar 2014 12:39; Akt: 05.01.2014 21:11 Print

Klimawandel treibt Baumschnecke in die Höhe

Die Gefleckten Schnirkelschnecken — auch Baumschnecken genannt — von heute leben 160 Meter höher als ihre Vorfahren vor 95 Jahren. Grund dafür ist der Klimawandel.

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Die Baumschnecken sind mittlerweile um durchschnittlich 164 Meter in die Höhe gekrochen. (Bild: Clemens M. Brandstetter / Wikimedia)

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Rasch ging es nicht, aber sicher: Die Gefleckte Schnirkelschnecke ist im Schweizer Nationalpark in den letzten 95 Jahren um über 160 Meter in die Höhe geklettert. Dies sei der erste Nachweis, dass auch «wenig mobile» Kleintiere wie Schnecken im Gebirge auf den Klimawandel reagieren, schreiben Basler Biologen im «Canadian Journal of Zoology».

Im Nationalpark ist es demnach im Jahresdurchschnitt seit 1916 um 1,6 Grad Celsius wärmer geworden. Durch die Erwärmung schmilzt der Schnee schneller, die Pflanzen haben länger Zeit zum Wachsen.

Offenbar nutzen dieses grössere Nahrungsangebot nicht nur Vögel, um auch in höheren Lagen zu brüten. Auch Schnecken rücken in die Höhe vor.

Historische Arbeit wiederholt

Die Biologen Anette und Bruno Baur von der Universität Basel haben eine historische Arbeit wiederholt: In den Jahren 1916 und 1917 hatte ein Basler Doktorand Gefleckte Schnirkelschnecken (Arianta arbustorum) im frisch gegründeten Nationalpark gesammelt und die maximale Höhe bestimmt, in der sie vorkamen. Diese lag damals bei 2660 Metern.

In den Jahren 2011 und 2012 stellten die Baurs an den gleichen Hängen fest, dass die Schnecken mittlerweile um durchschnittlich 164 Meter in die Höhe gekrochen waren. Der Anstieg war an Südhängen ausgeprägter, nämlich 233 Höhenmeter, als an Nord- und Nordostlagen mit 122 Metern.

Steile Felswände stoppen Schnecken

Heute kommen die Schnecken an Südhängen bis in eine Höhe von 2900 Metern vor, wie Baur auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA erklärte. Zumindest an zwei der neun untersuchten Berghänge ist für die Kriechtiere nun aber Schluss mit Bergsteigen: Senkrechte Felswände ohne Erdboden stoppen ihr weiteres Vordringen.

An anderen Orten könnten die Schnecken jedoch weiter bergwärts wandern: «Die Höhenverbreitung der Gefleckten Schnirkelschnecke ist durch die Länge der Vegetationsperiode begrenzt», schreiben die Forscher. Mit der längeren Wachstumsperiode verbreiten sich auch viele Pflanzen in die Höhe - und die Schnecken ziehen mit.

Dazu reiche die nachgewiesene Ausbreitungsgeschwindigkeit der Schnecken aus: Eine Population kann pro Jahr bis zu zehn Meter vorrücken. Von wegen Schneckentempo.

Die auch Baumschnecke genannte Gefleckte Schnirkelschnecke wird 1,5 bis 1,8 Zentimeter gross und ist in feuchten Wäldern und Wiesen häufig zu finden.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • peter am 05.01.2014 15:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wann dan macht mal was

    Wenn es mit dem Klima so schlimm wäre, würde man bestimmt etwas dagegn tun. entweder sind die Politiker zu dumm und schnallen das nicht, oder es ist denen sowas von egal, dasa unsere schöne Welt kaputt geht. etwas ist da aber faul. alle sprechen vom Klimawandel, doch niemand tut wirklich was. Die grössten Staaten besammeln sich um eine Lösung zu finden, doch was kommt heraus? ein bündel voller papiere.

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  • phil am 05.01.2014 13:40 Report Diesen Beitrag melden

    interessant

    DAS ist nun mal was interessantes... :-) 20min dürfte mehr solche Berichte bringen

  • L Ugner am 05.01.2014 13:54 Report Diesen Beitrag melden

    Ich Klimalüge

    also bin ich. Nach den Eisbären schmelzen jetzt auch die Schnecken. Wie soll das nur weitergehen?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dani Keller am 06.01.2014 06:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Daraus folgt

    Oder eine andere Schlussfolgerung daraus: das Klima veränderte sich schon vor 95 Jahren, OHNE dass der Mensch einen massgeblichen Einfluss darauf hatte. Manchmal schneiden sich die Klimaforscher ins eigene Fleisch, und bringen ihre Theorien mächtig ins schwanken.

    • Dani M. am 06.01.2014 10:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Industrialisierung

      Sie schneiden sich ins eigene Fleisch! Wann bitte, hat denn die Industrialisierung so richtig begonnen? Die Effekte sind zudem noch verzögert, also man rechne...! Sie widerlegen sich ja genau selbst, mit Ihrer Aussage!

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  • Andi am 05.01.2014 21:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schnecken

    leute die den klimawanel nicht ernst nehmen sind wie politiker exotische exponenten

  • Rolf Gysling am 05.01.2014 21:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles Lüge!

    Ach was wieder so ein Klimawandelbeitrag. Der Schweizer Fleischfresser und SUV Fahrer macht da die Augen zu und lässt sich den Wagen in der Arktis tanken. Wäre ja auch echt mühsam wenn all die Wissenschaftler plötzlich recht hätten. Dann müsste man sich plötzlich noch sorgen oder sogar Gedanken machen. Da wir doch lieber jedes Handwerkerlein Klimaexperte. Es kann ja nicht sein was nicht sein darf. Wer Sarkasmus in obigem Beitrag findet darf ihn behalten

  • gila am 05.01.2014 19:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    emm

    oder einfach weil es baumschnecken sind...

  • pragmatiker am 05.01.2014 19:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    der Böse Böse Klimawandel

    Der böse böse Klimawandel... wir haben ja sonst keine dringenden Probleme in der Gesellschaft die es anzupacken gilt..