Tempel 1

15. Februar 2011 08:33; Akt: 15.02.2011 09:08 Print

Komet von Raumsonde abgelichtet

Rendezvous geglückt: Die US-Sonde «Stardust» ist am Kometen Tempel 1 vorbeigerauscht und hat zahlreiche Bilder zur Erde geschickt.

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Der Komet Tempel 1 wird von der Sonde «Stardust» eingefangen. (Bild: Keystone)

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Wie die US-Raumfahrtbehörde NASA mitteilte, handelte es sich um eine Begegnung praktisch auf Tuchfühlung: «Stardust» näherte sich dem Kometen am Dienstag bis auf 200 Kilometer. Hauptaufgabe der Mission ist es, rund 70 hochauflösende Fotos von der Oberfläche des Himmelskörpers zu schiessen.

Das Rendezvous fand um 5.41 Uhr Schweizer Zeit statt, rund 336 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Gut eineinhalb Stunden später richtete die Sonde ihre Antenne aus und begann damit, Daten zur Erde zu funken. Das Besondere: Tempel 1 bekam nun schon zum zweiten Mal Besuch von der NASA.

Einschlag eines Geschosses

Bereits im Juli 2005 war die Raumsonde «Deep Impact» in der Nähe und hatte ein 370 Kilogramm schweres Geschoss auf den Kometen abgefeuert. Dabei wurden Staub und Gesteine aufgewirbelt, ausserdem entstand ein Krater von fast 100 Meter Durchmesser.

Seit 2005 hat Tempel 1 in seinem Orbit die Sonne umkreist. Astronomen haben nun die Möglichkeit, Entwicklungen auf dem Kometen zu untersuchen. Sie wollen die rund 70 neuen Fotos mit Aufnahmen aus dem Jahr 2005 vergleichen.

«Hier haben wir die Chance, zu sehen, was sich verändert hat und wie viel sich verändert hat» sagt Joseph Veverka, Professor für Astronomie von der Cornell Universität. «Auf diese Weise können wir damit beginnen, die Geschichte einer Kometenoberfläche zu enträtseln.»

Langwierige Auswertung

Es werde insgesamt zehn Stunden dauern, bis alle Bilder und Daten verschickt sind, teilte die NASA mit. Die Auswertung der Daten werden dagegen mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Neben den Fotos sammelt die Raumsonde Informationen über die Zusammensetzung und Menge der Staubpartikel, die von dem Kometen Tempel 1 abgesondert werden.

Die Forscher wollen auf diese Weise erfahren, wie der Himmelskörper vor Millionen von Jahren entstanden ist. Es handelt sich um die letzte Mission der Raumsonde, die bereits seit 1999 im Einsatz ist. Seit ihrem Start hat sie beinahe sechs Billionen Kilometer im Weltraum zurückgelegt und mehrere andere Kometen besucht.

(sda)