REM-Phase

09. Juni 2009 08:06; Akt: 09.06.2009 09:09 Print

Kreativ im Schlaf

Im REM-Schlaf bewegt der Mensch die Augen unter den geschlossenen Lidern extrem schnell. Ausserdem regt diese Art des Schlafes unsere Kreativität an.

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Zahlreiche Wissenschaftler und Künstler berichten von im Schlaf entstandenen, ungewöhnlichen und kreativen gedanklichen Verbindungen. Der REM-Schlaf (siehe Info-Box) scheint dabei eine besondere Bedeutung zu haben, da während dieser Schlafphase besonders leicht solche Verbindungen geknüpft werden. Dies vermuteten Forscher schon länger.

Die amerikanischen Wissenschaftler erprobten nun diese Hypothese erstmals in Experimenten mit Freiwilligen. Den 77 Probanden stellten sie dazu Kreativitätsaufgaben wie beispielsweise ein viertes, passendes Wort zu der Reihe «cookies», «sixteen» und «heart» zu finden. Eine mögliche Lösung zu diesem Beispiel wäre das Wort «sweet», denn es passt zu Keksen und zu den bekannten Begriffen «sweet sixteen» und «sweet heart». In anderen Aufgaben der Studie hatten die Probanden nach Analogien zu suchen und Wortreihen logisch fortzusetzen.

In einem Teil der Tests stellten die Forscher den Probanden zunächst die Aufgaben und liessen diese erst nach einer bis zu zweistündigen Mittagsruhe beantworten. Je nachdem, ob die Probanden dabei nur geruht, in den REM-Schlaf oder in eine andere Schlafphase gefallen waren, waren sie in diesen Tests unterschiedlich erfolgreich. Der REM-Schlaf erwies sich dabei als fördernd für die Kreativität, ergab die Auswertung. Diese Verbesserung war unabhängig von der simplen Gedächtnisleistung des Hirns, die sich dadurch nicht verbesserte. Offensichtlich sei gerade der REM-Schlaf wichtig, um neue Informationen mit vorhandenen Gedächtnisinhalten zu verknüpfen und neue gedankliche Netze zu knüpfen, folgern die Forscher aus den Ergebnissen.

Ulrich Dewald, wissenschaft.de