Forscher

22. September 2015 16:02; Akt: 22.09.2015 16:02 Print

Kritik an Sprache in der Flüchtlingsdebatte

Flüchtlinge sind derzeit das Thema in den Medien. Laut Forschern werden dabei Begriffe verwendet, die die Lage bedrohlicher wirken lassen, als sie ist.

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Wer derzeit die Zeitung aufschlägt, liest oft von Flüchtlingsströmen und sogar -fluten, die Europa überschwemmen. Dem Migrationsforscher Jochen Oltmer von der Universität Osnabrück sind solche Formulierungen ein Dorn im Auge.

Er hält sie für problematisch, wie er dem «Focus» sagt. Solche Worte würden den Eindruck erwecken, dass Horden von Menschen über die Länder herfielen und dort Menschen sowie Lebensgewohnheiten bedrohten.

«Flüchtlinge sind keine bewaffneten Gruppen»

Ebenfalls häufig taucht der Begriff «Völkerwanderung» auf. Doch auch an ihm haben Experten keine Freude. Denn ursprünglich hätte sich dieser auf Wanderungen von Heeresgruppen und nicht auf die ganzer Populationen bezogen, wie Georg Fertig, Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte von der Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg, dem Blatt sagt.

Bei den Flüchtlingen handle es sich aber keineswegs um bewaffnete Gruppen, die auf Eroberungen aus seien. Deshalb sei es nach Meinung der Experten besser, von «Bevölkerungsbewegung» oder «starker Migration» zu sprechen.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Leser am 22.09.2015 21:25 Report Diesen Beitrag melden

    Spezielle Sichtweise

    Warum erobern, wenn man alles einfach so bekommt, sobald man erst im "richtigen" Land ist? Wenn man kämpfen müsste, könnte man auch gleich die Freiheit in der eigenen Heimat verteidigen und zurückgewinnen. Und wenn man junge Männer sieht, die an Grenzen Steine gegen Polizisten werfen, bin ich nicht sicher, ob man in gewissen Fällen nicht doch von "Bewaffnung" und "Erobern" sprechen kann. Wie auch immer, es wäre besser, den schutzbedürftigen Menschen in ihrer Heimat zu helfen.

  • zwerg am 22.09.2015 19:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Egal

    welche Worte man benutzt, man wird als fremdenfeindlich betitelt. Ein Flüchtling will nicht in Slowenien bleiben da sie erfahren hat, dass das Land arm ist, die anderen wählen, wo sie Asyl beantragen wollen. Ich wäre nur froh, von Bomben, Raketen und Heckenschützen weg zu kommen. Und wenn mir ein Land noch Sicherheit, Unterkunft und Essen bietet, wäre ich glücklich!

  • Vreni G. am 22.09.2015 21:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was darf man den dazu sagen?

    Aber es kommen doch horden von Menschen, warun darf man es nicht so benennen? Ab wieviele Hunderttausen ist es dann def ein Flüchtlingsstrom? Es gäbe andere Probleme zu lösen anstatt immer alles schönreden zu wollen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Thomas Müller am 22.09.2015 22:46 Report Diesen Beitrag melden

    Völkerwanderung

    Egal wie man diese Wanderung nennt, die meisten Europäer empfinden diese als bedrohlich, und in keinem europäischen Staat wünscht sich eine Mehrheit eine Zuwanderung von erwarteten mehreren Millionen von Wirtschaftsflüchtlingen! Hauptursache dieser Flüchtlingswelle ist das noch immer nicht gebremste Bevölkerungswachstum in diversen unterentwickelten Ländern, das von der UNO als Krisenverursacher viel zu wenig angegangen wird?

  • Antakur am 22.09.2015 22:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Egal wie man es nennt

    Beängstigend ist es trotzdem.

  • Vreni G. am 22.09.2015 21:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was darf man den dazu sagen?

    Aber es kommen doch horden von Menschen, warun darf man es nicht so benennen? Ab wieviele Hunderttausen ist es dann def ein Flüchtlingsstrom? Es gäbe andere Probleme zu lösen anstatt immer alles schönreden zu wollen.

  • Leser am 22.09.2015 21:25 Report Diesen Beitrag melden

    Spezielle Sichtweise

    Warum erobern, wenn man alles einfach so bekommt, sobald man erst im "richtigen" Land ist? Wenn man kämpfen müsste, könnte man auch gleich die Freiheit in der eigenen Heimat verteidigen und zurückgewinnen. Und wenn man junge Männer sieht, die an Grenzen Steine gegen Polizisten werfen, bin ich nicht sicher, ob man in gewissen Fällen nicht doch von "Bewaffnung" und "Erobern" sprechen kann. Wie auch immer, es wäre besser, den schutzbedürftigen Menschen in ihrer Heimat zu helfen.

  • zwerg am 22.09.2015 19:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Egal

    welche Worte man benutzt, man wird als fremdenfeindlich betitelt. Ein Flüchtling will nicht in Slowenien bleiben da sie erfahren hat, dass das Land arm ist, die anderen wählen, wo sie Asyl beantragen wollen. Ich wäre nur froh, von Bomben, Raketen und Heckenschützen weg zu kommen. Und wenn mir ein Land noch Sicherheit, Unterkunft und Essen bietet, wäre ich glücklich!