Vogelwelt

09. Dezember 2008 15:52; Akt: 09.12.2008 17:20 Print

Kühles Klima, viele Eier

Vögel, die in nördlichen Breitengraden leben, legen mehr Eier als solche in den Tropen. Der Klimawandel dürfte daher den Vogelnachwuchs erheblich beeinflussen.

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Die Zahl der Eier in einem Gelege hängt auch vom Klima ab

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Das zeigt eine Studie, an der Forscher der Universitäten Mainz, San Diego und Stanford beteiligt waren. Während der Untersuchung wurden knapp 5300 Vogelarten weltweit verglichen — mehr als die Hälfte der bekannten rund 9700 Arten. Dabei kamen rund ein halbes Dutzend Merkmale zum Tragen — etwa Ernährung, Grösse oder Art des Nestes.

Die Wissenschaftler kombinierten in ihrer im Fachmagazin «PLoS Biology» publizierten Studie zwei unterschiedliche Ansätze, die bislang benutzt wurden, um die unterschiedlichen Gelegegrössen der Vögel zu erklären: Einerseits wurde die Anzahl Eier mit biologischen Eigenschaften wie dem Körpergewicht in Verbindung gebracht.

Winterverluste ausgleichen

Andererseits zogen Forscher Umweltfaktoren wie etwa das Klima heran. Demnach legen Vogelarten in nördlichen Breiten tendenziell mehr Eier, um die Verluste in der Population durch den Winter ausgleichen zu können.

«Wir stellen ein eindeutiges Nord-Süd-Gefälle fest», sagte die Mainzer Zoologie-Professorin Katrin Böhning-Gaese am Dienstag. Das Klima habe damit einen deutlich grösseren Einfluss auf die Gelegegrössen von Vögeln als bislang bekannt.

Der Temperaturunterschied zwischen Sommer und Winter und die damit verbundenen Lebensumstände der Vogelarten sei der wesentliche Faktor für die Zahl der Eier. Dies bedeute auch, dass der Klimawandel und seine Folgen für die Jahreszeiten einen erheblichen Einfluss auf den Vogelnachwuchs haben können.

Lebensweise an Klima angepasst

«Unsere Ergebnisse zeigen, dass nicht nur der Lebensstandort von Arten, sondern auch deren Lebensweise eng mit dem Klima abgestimmt sind», sagte Walter Jetz von der Universität von Kalifornien laut einer Mitteilung. Rapide Änderungen des Klimas könnten daher lange gewachsene Verknüpfungen von Verhalten und Klima zerrütten und Arten gefährden.

Die Körpergrösse der jeweiligen Vogelart ist dagegen weit weniger wichtig für die Eierzahl als erwartet. Hingegen stellten die Wissenschaftler fest, dass Höhlenbrüter wie Spechte und Meisen ein grösseres Gelege haben als Arten mit offenen Nesten. Das sei überraschend, weil die Eier in Höhlen eigentlich besser geschützt sind, schreiben die Forscher.

(sda)