«Schockierend»

13. Oktober 2017 13:56; Akt: 13.10.2017 13:56 Print

Kürzere Vorwarnzeit beim Yellowstone-Supervulkan

Unter dem Yellowstone-Nationalpark in Wyoming brodelt ein Supervulkan. Und er könnte viel eher ausbrechen, als Forscher bisher vermuteten.

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Vor 174'000 Jahren brach der Yellowstone-Supervulkan das letzte Mal aus. Wann es wieder so weit ist, kann niemand vorhersagen. Lange Zeit gingen die Experten davon aus, dass von den ersten Anzeichen einer Aktivität bis zum effektiven Ausbruch Hunderte, wenn nicht sogar einige Tausend Jahre vergehen würden. Nun aber zeigt sich, dass die Vorwarnzeit massiv kürzer ist.

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Zu diesem Schluss sind Forscher der Arizona State University gekommen, die fossilisierte Ascheablagerungen eines Ausbruchs von vor 630'000 Jahren untersucht hatten. Darin fanden sie Kristalle, deren Grösse Rückschlüsse auf die Temperatur bei ihrer Entstehung zulassen. Durch den Vergleich von Kristallen aus verschiedenen Schichten konnten die Wissenschaftler die zeitliche Entwicklung von Hitze und Druck nachverfolgen.

In diesem Fall vergingen zwischen dem Zufluss von frischem Magma in die riesige Magmakammer unter dem heutigen Yellowstone Nationalpark und der Eruption lediglich einige Jahrzehnte. Die Forscherin Hannah Shamloo sagte dazu der «New York Times»: «Es ist schockierend, wie wenig Zeit es braucht, um ein ruhendes Vulkansystem an den Rand einer Eruption zu bringen.»

Verheerende Folgen

Eine Explosion des Yellowstone-Supervulkans oder irgendeines anderen Supervulkans hätte verheerende Folgen für die Menschheit. Denn ein Supervulkan definiert sich dadurch, dass er mehr als 1000 Kubikkilometer heisses Gestein und Asche ausspucken kann. Zum Vergleich: Beim Ausbruch des Tambora in Indonesien 1815 wurden 160 Kubikkilometer Material ausgeworfen. 71'000 Menschen starben in der direkten Umgebung. Die Auswirkungen waren weltweit zu spüren. Das Jahr 1816 ging in Nordamerika und Europa als «Jahr ohne Sommer» in die Geschichte ein, 1817 folgte die schlimmste Hungersnot des 19. Jahrhunderts.

Trotz der neuen Erkenntnisse wird die Lage unter dem Yellowstone Nationalpark zurzeit als relativ ruhig eingeschätzt. Mehr Sorgen machen sich die Experten über den Supervulkan unter den Phlegräischen Feldern bei Neapel, der zunehmend aktiver wird.

Aufgrund der neusten Erkenntnisse dürfte die Wissenschaft ihre Arbeit an genaueren Vorhersagemodellen und der Entwicklung möglicher Gegenmassnahmen noch beschleunigen. Denn ein paar Jahrzehnte sind auf der Zeitachse der Geologen noch nicht einmal ein Wimpernschlag.

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lars am 13.10.2017 14:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Natur pur

    Gegen die Naturgewalten können wir uns nur sehr schlecht wehren. Das sollte die Menschheit langsam einsehen. Sie war zuerst da!

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  • Maler50 am 13.10.2017 14:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    spielt keine Rolle

    Möchte ich nicht erleben.Bricht so ein Supervulkan aus,ob die Vorwarnzeit nun 10/100 oder 1000 Jahre beträgt spielt keine Rolle.Die Menschheit kann sowieso nichts dagegen tun!

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  • Küde am 13.10.2017 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    Na ja...

    Zumindest würde damit dann das +2°C Klimawandel-Gesülze schlagartig beendet und die Hauptsorge einiger (noch) Überlebender wäre dann eher, wie man die Asche aus der Atmosphäre bringt, damit es auf der Erde wieder etwas heller und wärmer wird.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Maria Teresa am 15.10.2017 00:04 Report Diesen Beitrag melden

    Deckel über den Yellostone Park

    Wir sollten einen Deckel über den Yellowstone Park errichten - und die Mexikaner dafür bezahlen lassen. Ich habe gehört, dass diese sich gerne an grösseren Bauprojekten einbringen ...

  • Kluger Rat- Notvorrat! am 14.10.2017 22:27 Report Diesen Beitrag melden

    Vergesst den Tankstellenshop

    Also liebe denkende Mitbürger, legt euch einen ordentlichen Notvorrat an, damit ihr nicht mich überfallen müsst, um im Ernstfall etwas zwischen die Kiemen zu bekommen.

  • xGambyte am 14.10.2017 20:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich hab keine Angst

    Ihr habt Sorgen... ICH werde von Ausserirdischen gerettet, weil ich etwas besonderes bin. Wenn alles vorbei ist, bringen die mich zurück, haben sie gesagt, ich dürfe nur meinen Aluhut nicht abnehmen, dann wird alles gut. ;-)

  • G.Gekko am 14.10.2017 10:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    The final

    Die letzte Chance für de Planeten sich vom Virus Mensch zu befreien oder dieses Übel der Evolution zumindest zu dezimieren. Hauptsache die Lebewesen um uns herum Sterben nicht aus. Hoffentlich bevor wir weiterziehen und den nächsten Planeten ausbeuten.

  • Matth am 14.10.2017 10:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Risiko für die Luftfahrt

    Und mit so einem Ausbruch wäre vermutlich die weltweite Luftfahrt im selben Moment konkurs. Auch das Chaos dürfte ziemlich gross werden, wenn man ein paar Wochen nicht mehr fliegen kann.

    • Andreas Gerster am 14.10.2017 11:26 Report Diesen Beitrag melden

      Ein paar Wochen... :-)

      "Ein paar Wochen nicht mehr fliegen..." Dir ist nicht klar, dass es 'etwas' länger dauern dürfte, nicht?

    • Spreadlove am 14.10.2017 11:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Matth

      Ein paar Wochen? Eher ein paar Jahre mein Lieber :-)

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