Klimaerwärmung

26. Februar 2019 19:50; Akt: 26.02.2019 19:50 Print

Laborfleisch erzeugt mehr CO2 als Rindfleisch

Künstlich erzeugtes Fleisch ist nicht unbedingt nachhaltiger als das Original. Langfristig könnte es sogar schädlicher sein.

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Im Labor künstlich hergestelltes (kultiviertes) Fleisch soll besser für das Klima sein als konventionell erzeugtes. Das liest man immer wieder. Doch ganz so einfach ist es offenbar nicht, wie Forscher der University of Oxford im Fachjournal «Frontiers in Sustainable Food Systems» schreiben.

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Für seine Studie hatte das Team um John Lynch die Emissionsdaten von vier Fleischkultivierungstechniken mit denen von drei konventionellen Tierhaltungsmethoden für Rinder verglichen. Die Informationen speisten sie dann in ein Klimamodell ein, mit dem die möglichen Effekte der jeweiligen Methode für die nächsten 1000 Jahre berechnet wurden.

CO2 überlebt länger in der Atmosphäre als Methan

Dabei zeigte sich, dass im Labor gereiftes Fleisch bei gleichbleibend hohem Fleischkonsum zu Beginn tatsächlich weniger schädliche Klimagase erzeugt als echtes Rindfleisch. Doch langfristig schwinde dieser Vorteil, so die Forscher. In manchen Fällen verursache die Rinderhaltung sogar weniger Erwärmung als die Produktion des Kunstfleischs.

Der Grund: Während die Kultivierung von Fleisch vor allem Kohlenstoffdioxid-Emissionen (CO2) zur Folge hat, wird in der konventionellen Rinderhaltung vor allem Methan freigesetzt. Die negativen Effekte dieses Treibhausgases seien zwar um einiges höher als die von Kohlendioxid, so die Forscher. Dafür sei seine Lebensdauer in der Atmosphäre kürzer. «Methan bleibt nur für rund zwölf Jahre, während Kohlendioxid sich über Jahrtausende ansammelt», so Lynchs Kollege Raymond Pierrehumbert in einer Mitteilung.

Nach aktuellem Kenntnisstand ist Laborfleisch längerfristig gesehen also nicht unbedingt besser fürs Klima, so das Fazit der Forscher. Allerdings sei ihr Modell auch nicht über alle Zweifel erhaben. Sollte künftig deutlich mehr Energie aus erneuerbaren Quellen gewonnen werden, könnte das die Ergebnisse verändern.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tütüt am 27.02.2019 11:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach, nicht so schlimm.....

    Tja, ein nigelnagelneuer Tesla vom Fliessband, mit 0 (Null) Kilometern auf dem Tacho hat die Umwelt schon so belastet wie eine alte Gurke nach 100'000 Kilometern! Das wissen wir auch und es wird sich nichts ändern.....

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  • HiQFish am 27.02.2019 10:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sinnfreier Vergleich

    Methan baut sich also schneller ab, als Kohlendioxid...aber wie sieht denn der Abbau von Methan aus? Soweit mir bekannt, wird Methan durch oxidative Prozesse in Kohlendioxid umgewandelt. Ist dann der Vergleich der Schädlichkeit von Kohlendioxid und Methan nicht sinnfrei?

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  • Des Pudel Kern am 26.02.2019 20:46 Report Diesen Beitrag melden

    Die Kernfrage

    Wir entfernen uns eigentlich immer weiter von der eigentlichen Kernfrage: Ist das, was der Mensch an CO2 der Erdatmosphäre zusätzlich zuführt, für Klimawandel verantwortlich oder nicht. - Prof. Dr. Horst Joachim Lüdecke

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Paddy Zé am 28.02.2019 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Paid Post?

    Monsanto lässt grüssen von ihren GVO, gentechnisch veränderten Kulturen. Das Chickennugged aus Federn und andere Grässlichkeiten. Es gibt eine Simpsons-Episode, die das künstliche Essen ansprechen. Auch bei Spongebob. Und der Witz am Ganzen, es geht im Grunde um die Nahrungskontrolle der Menschheit. Kontrolliert man die Nahrung, regiert man die Welt. All diese Chemiekonzerne sind das eigentliche Übel dieser Welt. Denkt darüber nach.

  • dani am 28.02.2019 09:39 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht representativ

    Kann ja gut als Hinweis gelten. Solche Kinderkrankheiten gehören zu neuen Entwicklungen dazu. Vielleicht kann man das CO2 vermindern, man könnte es auch sicher aus der Laborluft Filtrieren und gar nie in die Atmosphäre lassen.

  • Martin B. am 28.02.2019 08:26 Report Diesen Beitrag melden

    CO2 brauchen Pflanzen

    Wir brauchen kein Laborfleisch. Man soll endlich anfangen nur so viel zu Produzieren, wieviel man essen kann.

  • Chiara Canal am 27.02.2019 14:07 Report Diesen Beitrag melden

    Chiara_

    Es ist eindrücklich, wozu die Wissenschaft heute im Stande ist. Jedoch darf man nicht vergessen, dass das Labfleisch voller Antibiotika steckt. Das offene Hack verhält sich in der Petrischale wie eine offene Wunde. Bis die Herren Wissenschaftler nicht im Stande sind, ein ganzes Steak ressourcengerecht herzustellen macht es doch wenig Sinn, nicht auf die veganen Alternativprodukte in der Bolognese auszuweichen. Die sind geschmacklich einwandfrei und viel klimafreundlicher als Fleisch. Liebe Wissenschaftler, sucht euch doch ein sinnvolleres Projekt um Forschungsgelder zu verprassen.

  • David Daniels am 27.02.2019 13:36 Report Diesen Beitrag melden

    Muss nicht sein

    Das beste für unser Klima und gegen den CO2 Ausstoss, wäre der Verzicht vom Fleisch. Gut für die Gesundheit, gut für die Tiere und noch besser für unser leben miteinander.