Klimawandel

08. Februar 2011 09:01; Akt: 08.02.2011 10:17 Print

Lahmer Passat sorgt für Regen in Guinea

Regen im westafrikanischen Guinea, Wolkenbrüche über dem Amazonas. Abschwächende Passatwinde sind mitverantwortlich für Klimaveränderungen rund um den Atlantik.

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Durch eine korrigierte Messmethode fanden die Forscher Hiroki Tokinaga und Shang-Ping Xie vom International Pacific Research Center der Universität Hawaii heraus, dass der Passat über dem tropischen Atlantik seit 1950 deutlich nachgelassen hat.

Auch die unregelmässige Erwärmung der Oberfläche des Ozeans sei für die Regenfälle in Küstenländern mitverantwortlich, berichten die Hawaiianer im britischen Fachjournal «Nature Geoscience».

Bisherige Messungen hatten nahegelegt, dass die Winde über Ozeanen in den letzten 60 Jahren stärker geworden sind. Dieses Ergebnis sei jedoch durch veränderte Messhöhen verzerrt, schreiben die Forscher.

Windgeschwindigkeiten über dem Meer werden meist durch Schiffe ermittelt. Da die Schiffsgrösse in den letzten Jahren zugenommen hat, wurden auch die Geräte, mit denen die Windgeschwindigkeit gemessen wird - sogenannte Anemometer - immer höher montiert.

Mensch als Verursacher vermutet

Um diesen Messfehler auszugleichen, zogen die Forscher Wellenhöhen in ihre Berechnungen mit ein - und kamen zu dem gegenteiligen Ergebnis eines abschwächenden Passats. Die neuen Messwerte können den Forschern zufolge dabei helfen, Klimamodelle zu verbessern.

Die Ursache für den Wandel der Passatwinde und die unregelmässige Erwärmung des Wassers vermuten die Wissenschaftler beim Menschen: Der Ausstoss von Aerosolen in den vergangenen Jahrzehnten habe beide Effekte hervorgerufen.

Aerosole sind winzige flüssige oder feste Schwebepartikel, die zum Beispiel als Russ über den Auto-Auspuff oder durch Hochöfen in die Luft gelangen.

(sda)