SMS Scharnhorst

06. Dezember 2019 21:04; Akt: 06.12.2019 21:04 Print

Legendäres Kriegsschiff von 1914 entdeckt

Im Südatlantik sind Wracksucher auf einen deutschen Panzerkreuzer gestossen, der in einer der entscheidenden Seeschlachten des Ersten Weltkriegs gesunken war.

Das Wrack ist erstaunlich gut erhalten. (Video: TVT Productions)
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105 Jahre war sie verschollen: Die SMS Scharnhorst, die 1914 während eines Seegefechts bei den Falklandinseln versenkt worden war. Nun hat die Besatzung des Unterwasser-Suchschiffs Seabed Constructor mithilfe von vier autonomen Unterwasserfahrzeugen das Wrack lokalisiert, wie der Falklands Maritime Heritage Trust mitteilt. Es liegt 98 Seemeilen südöstlich von Port Stanley, dem Hauptort der Falklandinseln, in einer Tiefe von 1610 Metern.

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Das Wrack ist gut erhalten (siehe Video). So sind unter anderem die Krupp-Geschütze und Maschinenteile gut zu erkennen. Der Falkland Maritime Heritage Trust will das Gebiet nun offiziell schützen lassen. Um die Totenruhe nicht zu stören, sei das Wrack während der Operation nicht berührt oder in irgendeiner Weise verändert worden.

Tausende Tote

Die Scharnhorst war ein gepanzerter Schlachtkreuzer und das Flaggschiff des deutschen Ostasiengeschwaders von Admiral Maximilian Graf von Spee. Die Schlacht bei den Falklandinseln fand am 8. Dezember 1914 statt. Sie folgte auf das Seegefecht bei Coronel, das im November 1914 vor der Küste Chiles stattfand. Dabei musste die Royal Navy eine schwere Niederlage einstecken. 1600 britische Seeleute starben.

Daraufhin machte ein britisches Geschwader Jagd auf Admiral von Spees Flotte, bestehend aus den Schiffen Scharnhorst, Gneisenau, Nürnberg und Leipzig, griff sie an und vernichtete sie. Die Niederlage der Deutschen wiegte schwer, da das Ostasiengeschwader entscheidend geschwächt wurde. Das Deutsche Reich verlor damit seine einzige ständige Marineformation im Ausland. Es war in der Folge nicht mehr in der Lage, Angriffe auf Handelsschiffe durchzuführen.

Beim Seegefecht vor den Falklandinseln starben 2200 deutsche Seeleute, darunter Graf von Spee selbst und seine beiden Söhne – Heinrich an Bord der Gneisenau und Otto an Bord der Nürnberg. Wilhelm Graf von Spee, Oberhaupt der Familie von Spee, sagte in einer Mitteilung zum Fund: «Wir als Familie verloren an diesem Tag einen Vater und seine beiden Söhne. Wie Tausende andere Familien, die während des Ersten Weltkriegs unvorstellbare Verluste erlitten haben, erinnern wir uns an sie und müssen dafür sorgen, dass ihr Opfer nicht umsonst war!»

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Umbetter am 06.12.2019 23:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    MIA

    Noch immer werden Millionen Soldaten verschiedenster Nationen aus der Zeit der beiden Weltkriege vermisst. Und noch immer werden jedes Jahr Gebeine aus den Feldern der Somme, bei Ypern in Flandern, bei Verdun, aus den Steppen bei Wolgograd, den Wäldern bei Smolensk und vielen anderen Orten geborgen. Mögen sie nun in Frieden ruhn.

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  • Militärhistoriker am 06.12.2019 22:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kürzel

    Zur Information: Das Kürzel SMS steht für Seiner Majestät Schiff, genauso wie das britisch HMS für His/Her Majesty's Ship. Im Zweiten Weltkrieg gab es keine Schiffe Seiner Majestät mehr, gab ja keine Majestät mehr.

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  • MR am 06.12.2019 22:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    1907 in Dienst gestellt.

    Die SMS Scharnhorst wurde 1907 in den Dienst gestellt. Ich sehe hier keine Unstimmigkeiten.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Phil Krill am 07.12.2019 09:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ... legendär?...

    ... was war eigentlich legendär an diesem Schiff? Nun, jetzt ist es auf jeden Fall nicht mehr legendär ...

  • Otto am 07.12.2019 09:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gibt zu denken

    Und wiederum waren Deutsche Hauptbeteiligt.

  • Jeffrey Spector am 07.12.2019 09:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Opfer war umsonst

    "und müssen dafür sorgen, dass ihr Opfer nicht umsonst war!" Es war umsonst. Deutschland hatte diesen Krieg verloren. Den folgenden zweiten grossen Krieg verloren sie auch. Nun sind sie Teil der EU und durch den Brexit verlieren die Nordstaaten ihre Sperrminorität. Deutschland wird nun von den Süd EU Staaten in eine Schuldenunion gezwungen werden und Deutschland verliert abermals.

  • Martin Müller am 07.12.2019 08:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krieg und Leid: Wer wirklich dahintersteckt?

    Der Große Krieg, später bekannt als der Erste Weltkrieg, breitete sich über ganz Europa aus. Die technisierte Kriegführung veränderte den Charakter des Krieges, sodass Zivilisten in bisher nicht gekanntem Ausmaß davon betroffen waren. 1915 setzte die Deutsche Marine zum Beispiel in Gewässern rund um Großbritannien U-Boote ein und versenkte am 7. Mai 1915 den britischen Passagierdampfer Lusitania. Etwa 1 200 Menschen kamen ums Leben.

  • J. Christ-User am 07.12.2019 08:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Scheinheilig

    Würde man auf dem Pott noch Goldschätze vom Kaiser vermuten so wäre die Totenruhe ziemlich egal!

    • Phil Krill am 07.12.2019 09:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @J. Christ-User

      ... ich denke die hatten immer ein paar Goldbarren dabei, speziell die Flotten, die fern der Heimat operierten, was hier der Fall war (Ostasiengeschwader) ...

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