Neues Gesetz

29. April 2019 22:05; Akt: 29.04.2019 22:05 Print

Leichen dürfen neu kompostiert werden

Im US-Bundesstaat Washington wird es künftig erlaubt sein, Leichen zu kompostieren. Den entstandenen Humus kann man dann nach Hause nehmen.

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Was passiert mit einem Menschen nach seinem Ableben? Während über das Schicksal der Seele bis heute leidenschaftlich diskutiert wird, ist der Weg der Leiche klar geregelt. Sie wird entweder erdbestattet oder eingeäschert. In der Schweiz lassen sich über 80 Prozent der Verstorbenen kremieren. Im US-Bundesstaat Washington dürfte nächstes Jahr eine dritte Variante dazukommen.

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Das Parlament des Bundesstaates im Nordwesten der USA hat vergangene Woche ein Gesetz verabschiedet, das es erlauben soll, Leichen zu kompostieren. Und den daraus entstehenden Humus auch zu nutzen. Etwa im heimischen Garten.

Umweltfreundlicher als Kremation

Die Befürworter der Kompostierung betonen, dass sie deutlich umweltfreundlicher sei als die traditionellen Bestattungen. Zwar ist etwa die Einäscherung insgesamt umweltfreundlicher als eine Erdbestattung, dennoch werden pro Leiche etwa 20 Liter Heizöl verbrannt.

Das will die Firma Recompose, ehemals Urban Death Project, aus Seattle mit ihrem Kompostierungsverfahren ändern. Dabei wird die Leiche in einen etwa 2,5 Meter langen Behälter gelegt, der mit Sägemehl, Stroh und der Nutzpflanze Luzerne aufgefüllt wird. Dann machen sich Mikroorganismen ans Werk, die den Körper innert 30 Tagen zersetzen, inklusive der meisten Krankheitserreger und Medikamentenrückstände. Herzschrittmacher werden vor der Kompostierung entfernt, künstliche Gelenke und andere Implantate danach.

750 Liter Humus pro Person

Die Recompose-Gründerin Katrina Spade bezeichnet ihr Verfahren als eine frisierte Version der natürlichen Zersetzung. «Es ist eigentlich der gleiche Prozess, der auf dem Waldboden abläuft, bei dem Blätter, Äste und Streifenhörnchen verfaulen und in Humus verwandelt werden», erklärte sie der «Washington Post».

Laut Recompose entstehen bei der Kompostierung pro Person etwa 750 Liter Humus. Diesen dürfen die Angehörigen mitnehmen und auf ihrem Privatgrundstück verteilen. Oder sie können ihn an Naturschutzorganisationen spenden, die ihn für Projekte im Bundesstaat verwenden.

Weltweites Interesse

Laut Spade gibt es bereits eine stattliche Zahl von Anfragen für eine Kompostierung, die inklusive einer Beerdigungszeremonie umgerechnet etwa 5600 Franken kosten soll. Sogar aus Brasilien, den Niederlanden und Australien hätten sich bereits Interessenten gemeldet, so Spade.

In Washingtons Hauptstadt Olympia muss das neue Gesetz nun noch vom Gouverneur Jay Inslee unterzeichnet werden. Seine Zustimmung gilt aber als sicher, sodass die Kompostierung in Washington ab dem 1. Mai 2020 Tatsache werden dürfte.

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jaso am 29.04.2019 23:00 Report Diesen Beitrag melden

    Plastikfem

    Na dann Glück gehabt das die eint oder andere Bachelorette nicht dort kompostiert wird. Plastik sollte man nicht einfach in die Natur werfen.

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  • René am 29.04.2019 22:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles Bio

    Aber hoffentlich nur diejenigen die ihr ganzes Leben nur Bio gegessen haben .

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  • Patricia am 29.04.2019 22:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Omi und Mama liegen im Garten

    Das Werk der sinnlosen Vermehrung einer primitiven Spezie.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Brain Bug am 06.05.2019 15:09 Report Diesen Beitrag melden

    Hamburger?

    Warum machen die Amis noch keine Hamburger aus den Leichen? Denen ist es doch so wie so egal was drin steckt.

  • Bio Logisch am 05.05.2019 09:32 Report Diesen Beitrag melden

    Hmmm

    Fleisch und Knochen werden zu Humus?? Selten so gelacht.

  • Avenarius am 04.05.2019 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    Yappa Dappa Duuuuuu ....

    Geil, muss ich sofort meinen Eltern erzählen. Die mögen Skurriles.

  • Elisabeth am 03.05.2019 13:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Kreislauf

    Ich finde das gut mit einen Naturdünger das die Verrottung vorantreibt das ist ja nur die Hülle vom Mensch,aber ich denke doch auch wenn ein Kind stirbt,so wie meine drei Brüdern braucht es zum trauern eine Grabstätte ,oder die Urne mit nach Hause nehmen.

  • Klaus Meyer am 03.05.2019 12:26 Report Diesen Beitrag melden

    Mit allen Schadstoffen

    Soweit kommt es noch. Dann düngt man mit verpestetem Humus seinen Garten und isst die Rückstände all der Medikamente, Raucherrückstände, Drogen, Krankheitskeimen etc. der Dahingeschiedenen? Denn all diesen "Dreck" werden die kaum unschädlich machen können! Aber diese degenerierte Idee des Kanibalismus passt in diese Zeit!