Zwei Gebärmütter

04. Dezember 2019 23:06; Akt: 05.12.2019 10:58 Print

Frau wird befruchtet, ihre Frau trägt das Baby aus

Der kleine Otis hat beide seiner Mütter von innen kennen gelernt. Die Familie soll davon profitieren.

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Dass lesbische Paare Nachwuchs bekommen, ist heute eigentlich nichts Besonderes mehr. Künstliche Befruchtung macht es möglich. Dass beide Partnerinnen am Entstehungsprozess beteiligt sind, ist dagegen neu.

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Passiert ist dies nun erstmals in Grossbritannien: Vor rund zwei Monaten brachte dort Jasmine Francis-Smith (28) aus der Grafschaft Northamptonshire den kleinen Otis zur Welt. Die Eizelle, aus der der Bub entstanden ist, hatte zuvor auch einige Zeit in der Gebärmutter von Jasmines Partnerin Donna (30) verbracht. Gemeinsame Mutterschaft nennen das Fachleute.

Schweizer Verfahren, weltweite Premiere

Die Ärzte der London Women's Clinic wendeten bei den beiden Frauen die Anevivo-Technologie an, bei der die Befruchtung der Eizelle nicht wie bei anderen Formen der künstlichen Befruchtung ausserhalb des Körpers, sondern im Mutterleib stattfindet. Das mache die künstliche Befruchtung natürlicher, teilt das Schweizer Life-Science-Unternehmen Anecova mit, das das Verfahren entwickelt hat. Zugleich werde das Band zwischen Mutter und Kind verstärkt.

Im Fall von Jasmine und Donna wurde gar das Band zu beiden Müttern intensiviert. So wurde die Eizelle in Donnas Körper befruchtet, wo sie anschliessend 18 Stunden heranreifte, bevor sie in Jasmines Uterus übertragen wurde.

Emotionale und biologische Nähe

Doch es war nicht nur der Aufenhalt in beiden Gebärmüttern, der das Zusammengehörigkeitsgefühl der kleinen Familie stärken sollte. Denn die Übertragung des Embryos erfolgte in einer porösen Kapsel. Dadurch seien von beiden Seiten auch Flüssigkeiten, Nährstoffe und andere nicht-zelluläre Komponenten übermittelt worden, teilt Anecova mit.

Während das Schweizer Verfahren schon mehrmals angewendet worden ist, ist es das erste Mal, dass es mit der «gemeinsamen Mutterschaft» kombiniert wurde, so Nick Macklon, Medizinischer Direktor des Londoner Spitals zu Mirror.co.uk: «Es ist eine sehr aufregende Premiere, weil es bedeutet, dass lesbische Paare mit Kinderwunsch aktiv an der Embryonenbildung und dann an der Geburt des Babys beteiligt sein können.»

Auch der kleine Stetson hat zwei biologische Mütter – bei ihm lief es jedoch anders ab. (Video: Kamera One)

(fee)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Patrick am 04.12.2019 23:41 Report Diesen Beitrag melden

    Brauchen wir das?

    Nur weil es technisch möglich ist?

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  • s.r. am 04.12.2019 23:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    naja

    18 stunden als eizelle baut eine Bindung auf? okay.

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  • Lp am 04.12.2019 23:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Too much

    Gewisse Grenzen sollte man nicht überschreiten. Ich kann's nicht verstehen. Alles Gute dem Kleinen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • N.O. Lezbo am 09.12.2019 17:06 Report Diesen Beitrag melden

    2 Mami Nein danke

    Ich habe 1 Mutter und die war eine Katastrophe. Zum Glück war mein Vater normal. Nicht auszudenken wenn ich 2 Mütter von dieser Sorte gehabt hätte. Jungs haben ein Recht auf Väter!

  • M. Ann am 07.12.2019 11:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und jetzt das Gleiche für schwule Väter

    damit die Gleichberechtigung gewährleistet ist.

  • OPC20 am 05.12.2019 15:42 Report Diesen Beitrag melden

    Gesetzfrage ?

    Im Fall eine Scheidung , welche von beiden muttern bekommt Erziehungsrecht ?

    • Rafi am 07.12.2019 11:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Ist doch klar

      Die, die weniger verdient. Und die Andere darf bezahlen.

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  • Mutter am 05.12.2019 14:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Risiko für 18h in anderer Gebärmutter?!

    Dass überhaupt ein Baby durch künstliche Befruchtung heranwachsen kann ist doch ein genug grosses Wunder, warum dann noch das Risiko eingehen und die Eizelle aus der einen Gebärmutter reissen und in eine neue implantieren?! Dass auch schwule/lesbische Paare Kinder kriegen dürfen ist für mich keine Diskussion, aber bitte experimentiert nicht wegen einigen Stunden so herum! Leben und Tod liegen so nah bei einander und es gibt genügend natürliche Fehlgeburten, die die Eltern aus der Bahn werfen! Freut euch wenn eine Eizelle erfolgreich befruchtet werden konnte und freut euch auf das Kind!

    • Mensch am 05.12.2019 14:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mutter

      Ich finde die Fprtpflanzungsmedizin grundsätzlich verwerflich, egal ob hetero oder homosexuelle Paare sich dieser bedienen (wollen). Ein Kind ist keine Ware, klappt es anatomisch, biologisch, gesundheitlich nicht, sollte es vielleicht auch einfach nicht sein. Zur Adoption würden genügend Waisenkinder (oder ähnliche Umstände) auf ein liebendes zu Hause warten.

    • Daniel am 05.12.2019 15:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mensch

      Leider ist eine künstliche befruchtung einfacher als ein kind zu adoptieren. Bei der künstlichen befruchtung brauchts nur geld.

    • Mensch am 05.12.2019 15:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Daniel

      Nun bleibt die Frage: Ist das Prozedere der Adoption zu umständlich, oder der Zugang zur Fortpflanzungsmedizin zu leicht? Ich plädiere für letzteres.

    • Daniel am 05.12.2019 16:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mensch

      Das denke ich auch. Da ja bei einer adoption viel angeschaut und abgeklärt wird. Bei der befruchtung werden wohl nur die risiken besprochen.

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  • Beatrice Weilenmann am 05.12.2019 14:27 Report Diesen Beitrag melden

    Kranke Welt

    Das sind die Egotrips der heutigen kranken Gesellschaft. Wenn solche Leute Kinder "wollen", sollen sie doch adoptieren - es gibt so viele verstossene oder Waisenkinder auf der Welt die froh um Aufnahme wären.

    • Marc am 05.12.2019 15:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Beatrice Weilenmann

      Das wird ja mit unseren gesetzen verhindert und besser wirds auch nicht, da ja viele dagegen sind das homosexuelle kinder adoptieren. Eine künstliche befruchtung kann jeder einfach so machen.

    • Mensch am 05.12.2019 15:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marc

      Die Adoption sollte wirklich auch für homosexuelle Paare erlaubt sein, da gebe ich dir Recht. Zugang zur Fortpflanzungsmedizin nicht (bestenfalls insgesamt wieder abgeschafft). Ansonsten folgt wohl bald die unmenschliche Leihmutterschaft um "Schwule" gleichzuberechtigen.

    • Marc am 05.12.2019 16:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mensch

      Ich finde allen soll es nicht erlaubt sein sich künstlich zu befruchten. Adoptieren oder verzichten.

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