Ausgezeichnete Forschung

13. September 2019 18:59; Akt: 13.09.2019 18:59 Print

Linke Hoden sind wärmer als rechte

Die Universität Harvard hat mehrere absurde Studien mit den Ig-Nobelpreisen ausgezeichnet – darunter eine über die Hoden französischer Pöstler.

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Die Verleihung der Ig-Nobelpreise ist alles andere als eine todernste Sache. So flogen bei der Verleihung am 12. September etwa Papierflieger durch den Saal. Darum gehts: der Ig-Nobelpreis. Geld gibts keins, nur die Trophäe und Ruhm. Der Italiener Silvano Gallus gewann den Preis in der Kategorie Medizin für seine Studie «Schützt Pizza vor Krebs?» Fritz Strack von der Universität Würzburg gewann in der Kategorie Psychologie für seine Entdeckung, dass es Menschen zum Lächeln bringt und glücklicher macht, wenn sie einen Stift im Mund halten. Universitätsprofessor Andreas Voss und sein Sohn Timothy gewannen gemeinsam mit dem Kollegen Habip Gedik die Auszeichnung in der Kategorie Wirtschaft für eine Studie darüber, welches Papiergeld aus welchem Land am besten gefährliche Bakterien verbreitet. Shiguru Watanabe erhielt einen Preis für die Schätzung des Volumens der Spucke, die ein fünfjähriges Kind pro Tag produziert. Da er bei seiner Dankesrede die 1-Minuten-Grenze überschritt, unterbrach ihn die achtjährige Miss Sweetie Poo mit den traditionellen Worten «Bitte hören Sie auf, ich langweile mich.» Wissenschaftler aus den USA, Taiwan, Australien, Neuseeland, Schweden und Grossbritannien wurden in der Kategorie Physik für Untersuchungen ausgezeichnet, wie und warum Wombats würfelförmig kacken. Moderator Marc Abrahams beendete die Gala wie immer mit seinen traditionellen Abschlussworten: «Wenn Sie dieses Jahr keinen Ig-Nobelpreis gewonnen haben und besonders dann, wenn Sie einen gewonnen haben: mehr Glück im nächsten Jahr!»

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Roger Mieusset und Bourras Bengoudifa haben es geschafft. Die französischen Fruchtbarkeitsexperten haben einen Ig-Nobelpreis gewonnen. Damit zeichnet die US-Eliteuniversität Harvard zum 29. Mal zehn wissenschaftliche Studien aus, die «erst zum Lachen und dann zum Denken anregen».

Die französischen Forscher hatten sich der Frage angenommen, ob es beim Mann Temperaturunterschiede in den Hoden gibt. Dafür versahen sie mehrere Pöstler und Busfahrer mit Thermometern im Schritt. Dann mussten diese angezogen oder nackt verschiedene Positionen einnehmen, während die Temperatur gemessen wurde. Und tatsächlich: Es zeigte sich, dass der linke Hoden etwas wärmer war. Die Gründe dafür sind unklar, eventuell liegt es daran, dass er meist etwas grösser ist und etwas tiefer hängt.

Papierflieger aus US-Dollar

Neben Pöstlerhoden ging es an der traditionell klamaukig-schrillen Gala zu den Ig-Nobelpreisen auch um Kinderspucke, Wickelmaschinen, magnetisierte Kakerlaken und würfelförmigen Wombat-Kot. Die Preise sollen nach Angaben der Veranstalter «das Ungewöhnliche feiern und das Fantasievolle ehren». Zwischendurch fliegen bei der anderthalbstündigen Preisverleihung Papierflieger durch die Luft, es gibt Sketche und bizarre Kurz-Opern. Wie jedes Jahr reisten auch diesmal wieder echte Nobelpreisträger an.

Der deutsche Universitätsprofessor Andreas Voss und sein Sohn Timothy aus Heidelberg gewannen gemeinsam mit dem Kollegen Habip Gedik die Auszeichnung in der Kategorie Wirtschaft für eine Studie darüber, welches Papiergeld aus welchem Land am besten gefährliche Bakterien verbreitet. «Geldscheine, die sich klebrig oder dreckig anfühlen, müssen nicht verseucht sein», sagte Timothy Voss in seiner Dankesrede. «Aber der rumänische Leu und der US-Dollar gehörten zu den schlimmsten Währungen. Bei denen können wir euch nur einen Rat geben: Faltet sie zu Papierfliegern und schmeisst sie gleich weg.»

Länger leben dank Pizza

Forscher Fritz Strack von der Uni Würzburg gewann in der Kategorie Psychologie für seine Entdeckung, dass es Menschen zum Lächeln bringt und glücklicher macht, wenn sie einen Stift im Mund halten – um dann zu entdecken, dass das doch nicht stimmt.

In der Kategorie Medizin gewann ein Wissenschaftler aus Italien für die Sammlung von Beweisen, dass Pizza gegen Krankheiten und Tod schützt – wenn sie in Italien gemacht und gegessen wird. Die italienische Ernährungsweise sei einfach sehr gesund, erklärte Silvano Gallus auf der Bühne. «Aber lasst die Finger weg von der Salami.» In der Kategorie Biologie gewannen Wissenschaftler aus Singapur, China, Australien, Polen, Bulgarien und den USA für die Entdeckung, dass tote magnetisierte Kakerlaken sich anders verhalten als lebende magnetisierte Kakerlaken.

Ein halber Liter Spucke

Wissenschaftler aus Japan bekamen den Preis in der Kategorie Chemie für die Schätzung des Volumens der Spucke, die ein typisches fünfjähriges Kind pro Tag produziert. 500 Milliliter seien das, verriet einer der Forscher. Ein Wissenschaftler aus dem Iran erhielt den Preis in der Kategorie Technik für die Erfindung einer Wickelmaschine für Babys.

Forscher aus Grossbritannien, Saudi-Arabien, Singapur und den USA bekamen die Auszeichnung in der Kategorie Frieden für den Versuch, den Genuss am Kratzen einer juckenden Stelle am Körper zu messen. Und Wissenschaftler aus den USA, Taiwan, Australien, Neuseeland, Schweden und Grossbritannien wurden in der Kategorie Physik für Untersuchungen ausgezeichnet, wie und warum Wombats würfelförmig kacken.

(jcg/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • marco am 13.09.2019 19:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke für nichts...

    Gott sei Dank ist dies nun geklärt, dies beschäftigt mich bereits mehrere Jahrzehnte ;-)

  • Jesses G. am 13.09.2019 19:13 Report Diesen Beitrag melden

    Heiss 1x p.W.

    Am Wärmsten kurz nach der wöchentlichen Leerung.

  • Cavi33 am 13.09.2019 19:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unsinn noch und noch

    Gehe ich richtig in der Annahme dass die Pharmaindustrie solche Forschung kaum unterstützt. Sinnvoller wäre wenn auf dem Gebiet Antibiotika geforscht würde, da werden wir Probleme bekommen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Neumann am 15.09.2019 00:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja

    Ich bin froh dass die Akademiker sich so ums Wohl und die Zukunft der Menschheit kümmern!

  • Kurt am 14.09.2019 18:24 Report Diesen Beitrag melden

    Super !

    Bitte mehr solche Berichte in der Rubrik ''Wissen''. Es kann einem ja vielleicht mal im Leben helfen !

  • Kopfschuettel am 14.09.2019 15:01 Report Diesen Beitrag melden

    Gesundheit der Männer

    Ich finde es schade, wenn insbesondere Männer sich über Gesundheitsforschung bei Männern lustig machen. Hodenkrebs ist bei 20 bis 40 jährigen Männern die häufigste Krebserkrankung. Also seid doch froh wird in diesem Bereich geforscht.

  • Alfred A. am 14.09.2019 11:44 Report Diesen Beitrag melden

    Studien gebt es aber auch

    Da reissen dir die Schuhbändel. Tsss...

  • Kück am 14.09.2019 10:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stimmt

    Ich habe bei mir mal angefasst. Tatsächlich man merkt einen minimalen Unterschied.