Mach ich morgen!

12. April 2014 21:50; Akt: 11.04.2014 16:19 Print

Mañana mañana wird vererbt

Wer unangenehme Dinge oft auf die lange Bank schiebt, kann nichts dafür: Die Tendenz zur Prokrastination steckt in unseren Genen.

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Der Hang, den Nachmittag lieber am Zürichsee zu verbringen, als daheim aufzuräumen, ist manchen Menschen in die Wiege gelegt. (Bild: Keystone)

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Die Wohnung putzen, lernen, ein unangenehmes Gespräch führen? Solche Pendenzen schieben viele gern vor sich her — auch wenn ihnen klar ist, dass dieses Vorgehen problematisch werden kann. Und Betroffene haben noch eine weitere Eigenheit: Sie neigen zu impulsivem Handeln. Wie das zusammenpasst, haben Forscher der Universität Colorado untersucht.

Für ihre Studie unterzog das Team um Daniel Gustavson 181 eineiige und 166 zweieiige Zwillingspaare psychologischen Tests, mit denen ihre Tendenz zu impulsivem Verhalten und zum Aufschieben geprüft wurde. Auch ihre Fähigkeit, sich Ziele zu setzen und diese zu erreichen, wurde überprüft.

Alles hängt zusammen

Dabei fanden die Wissenschaftler für beide Wesenszüge genetische Hinweise: Neigte ein eineiiger Zwilling zu raschem Handeln oder zum auf die lange Bank Schieben, dann war die Wahrscheinlichkeit gross, dass dies auch bei seinem Bruder oder seiner Schwester der Fall war, wie die Forscher berichten. «Aufschieben und Impulsivität sind vererbbar», schreiben Gustavson und seine Kollegen im Fachjournal «Psychological Science».

Weiter konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass beide Eigenschaften untrennbar sind. Sie fanden keine genetischen Merkmale, die für nur eine der beiden Verhaltensweisen typisch waren. «Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Aufschieben und Impulsivität vor allem durch genetische Faktoren miteinander verknüpft sind», so die Forscher. Ebenfalls von Bedeutung: der Aspekt der Zielstrebigkeit. So hatten diejenigen, die zum Aufschieben neigen, in den Tests grössere Probleme, sich Ziele zu setzen und diese zu verfolgen.

Die Forscher hoffen, mit diesen und weiteren Erkenntnissen Prokrastinierern künftig helfen zu können: «Wenn wir mehr über die Basis des Aufschiebens erfahren, hilft uns das, gezielter psychologische Methoden zu entwickeln, mit denen sie diese tief sitzende Neigung überwinden können.»

(fee)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • stef am 13.04.2014 09:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    später

    mag jetzt grad nicht lesen...

  • Brigitta am 13.04.2014 08:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kann wohl nichts dafür ;-))

    Ich gehöre wohl auch zu denen... Wenns um Steuererklärung geht, verlängere ich vorsorglich bis Oktober... Im Büro habe ich auch eine Unordnung... Entscheiden kann ich mich blitzartig, manchmal zu schnell. Wenn impulsiv mit ausflippen/ausrasten gemeint ist, gehöre ich nicht dazu. Jetzt weiss ich wenigstens, dass ich für die rausschieberei nichts dafür kann - das hatte mein Vater auch ;-))

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  • Klar Denker am 13.04.2014 14:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jede Eile ist des Teufels

    Ein guter Aufschieber hat gemerkt, dass vieles gar nicht nötig war oder sich von selbst erledigt hat. Die so gewonnene Zeit kann mit entspannen, gesundschlafen oder klardenken ausgefüllt werden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Aufschieberin am 14.04.2014 16:22 Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Endlich brauche ich nicht dauernd ein schlechtes Gewissen zu haben, weil das und das IMMER noch nicht gemacht ist und ich trotzdem einen guten Film angeschaut oder ein Buch gelesen habe. Schliesslich kann ich ja nichts dafür.. ;-) Ich KANN gar nicht anders! Alles vererbt.. :)

  • Johnny English am 14.04.2014 12:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glaub ich kaum

    Also meine eltern sind beide top fleissig, meine geschwister genauso. Nur ich nicht ^^ nix da mit vererben

  • - - am 14.04.2014 06:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht stressen

    Was du heute kannst besorgen, geht genau so gut auch morgen!

  • Marcel am 14.04.2014 03:23 Report Diesen Beitrag melden

    Erziehungsfrage, nicht Vererbung

    Das wird nicht veererbt sondern über die Erziehung weiter gegeben. Aber auch die heute kaum mehr stattfindende Erziehung fördert solches Verhalten. Wenn Fleiss, Arbeit und Perfektion als Uncool gelten, dann wird oft nicht verstanden, wie unser Wohlstand zu Stande kam...

    • busta k9 am 14.04.2014 14:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      verkauf!

      hehe marcel du hast keine ahnung. ich bin soeben 20jahre Alt geworden. hab mich noch nie angestrengt ausser bei frauen. hab sogar meine lap beim 1.mal bicht bestanden und beim 2.mal auch fast vergeigt haha. als ich 19 war konnte ich mir einen richtig guten job zulegen ohne abschluss. lohn: 11'000 chf. heute verdiene ich 70k - 80k im monat und gab schon eine eigene firma. man muss nicht fleissig sein um es weit zu bringen, man muss sich nur gut verkaufen ;)

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  • JungeFrau am 13.04.2014 23:32 Report Diesen Beitrag melden

    Unsinn

    Naja diese Wissenschaftler sehen wohl alles nur schwarz-weiss... Bei mir ist es so, dass ich manche Sachen sofort bzw. frühzeitig erledige und andere Sachen auf die lange Bank schiebe