Professor Zufall

17. Februar 2019 17:30; Akt: 17.02.2019 17:30 Print

Magnetschild der Erde schwingt wie eine Trommel

Seit Jahrzehnten vermuten Forscher, der Magnetschild der Erde schwinge von Zeit zu Zeit. Einen Beweis dafür gab es nicht – bis jetzt.

45 Jahre lang wurde es vermutet, nun wurde der Beweis erbracht. (Video: Nasa Video)
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Der magnetische Schild der Erde vibriert wie eine Trommel. Das zeigen Messungen der Themis-Satelliten der US-Raumfahrtbehörde Nasa, wie ein Team um Martin Archer von der Queen Mary University in London im Fachblatt «Nature Communications» berichtet. Die Beobachtung könne Konsequenzen für die Vorhersage von Schäden durch Sonnenstürme und andere Weltraumwetterereignisse haben.

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Das Erdmagnetfeld formt einen grossen Schutzschild im All, der energiereiche elektrisch geladene Teilchen aus dem Kosmos abwehrt. Eine Quelle dieser Teilchen ist die Sonne, von der ein kontinuierlicher Teilchenstrom abfliesst, der sogenannte Sonnenwind. In unregelmässigen Abständen schleudert unser Zentralgestirn geballte Wolken energiereicher Teilchen ins All. Rast so eine Wolke Richtung Erde, kann sie Satelliten im Orbit und Stromnetze auf dem Erdboden beschädigen, Kommunikation und Luftverkehr lahmlegen und andere Probleme verursachen.

45 Jahre ohne Nachweis

Um mögliche Schwierigkeiten vorhersehen zu können, müssen Forscher das Verhalten des magnetischen Schutzschilds möglichst gut kennen. Schon vor 45 Jahren sagten einige Experten, dass der Magnetschild in bestimmte Schwingungen versetzt werden könnte, wenn er von einer Teilchenwolke getroffen wird. Bislang konnten diese stehenden Wellen jedoch nicht nachgewiesen werden.

«Es gab Spekulationen, dass diese trommelähnlichen Vibrationen vielleicht gar nicht entstehen, da seit ihrer Vorhersage vor 45 Jahren die Belege fehlten», berichtet Archer in einer Mitteilung der Hochschule. «Eine andere Möglichkeit war, dass sie einfach sehr schwer definitiv nachzuweisen sind.»

Wie Klöppel auf Trommel

Mit den Themis-Satelliten der Nasa ist den Wissenschaftlern der Nachweis nun gelungen. Die fünf Satelliten waren gerade richtig verteilt, als ein grosser Impuls von der Sonne den irdischen Magnetschild anschlug wie ein Klöppel eine Trommel. Tatsächlich liessen sich stehende Wellen nachweisen, wie sie sich auch auf dem Fell einer Trommel ausbilden. «Wir haben die grösste Trommel der Welt entdeckt», kommentierte Archer in einem Begleitvideo seiner Universität. «Diese Trommel ist dutzende Male grösser als der Planet Erde.»

Die Forscher gehen davon aus, dass auch die Magnetschilde anderer Planeten wie Merkur, Jupiter und Saturn auf dieselbe Weise schwingen können. Weitere Untersuchungen sollen nun klären, wie oft diese Vibrationen im irdischen Magnetschild vorkommen und welche Konsequenzen sie unter anderem für die technische Infrastruktur unseres Planeten haben können.

Magnetschild der Erde schwingt wie eine Trommel

So tönt die grösste Trommel der Welt. (Video: M. Archer/Queen Mary University of London)

(fee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Berichter Sebi am 17.02.2019 18:28 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht immer alles Berichten

    Sagt aber den Menschen nicht das ein Polsprung überfällig ist das verkraften einige nicht.

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  • Hellas Sellas am 17.02.2019 17:56 Report Diesen Beitrag melden

    Sonnen klar

    Der Brexit ist daran schuld!

  • Herr Max Bänzli Live am 17.02.2019 20:08 Report Diesen Beitrag melden

    genau

    der Magnetismus gehört zu den Kräften der Universen

Die neusten Leser-Kommentare

  • leser am 18.02.2019 16:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hmmm ... leben geht weiter"

    oh russlamd.. immer ist russland schuld!" (ihr wisst schon wie ich dass meine!)

  • Herr Max Bänzli live am 18.02.2019 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    Genau

    3 Leute, 10 Meinungen dazu

  • Linksgrün am 18.02.2019 14:58 Report Diesen Beitrag melden

    Ob ihr's hören wollt oder nicht

    Daran sind einzig und allein Diesel-SUV fahrende Mütter schuld!

  • Markus B. am 18.02.2019 11:06 Report Diesen Beitrag melden

    Ach so was

    Das Einzige was ich wollte war Frieden auf Erden. Wie sieht es damit aus, liebe Forscher?

    • karma am 18.02.2019 12:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Markus B.

      Da braucht es ganz andere Schwingungen, glaub mir und die kennen nur ganz ganz wenige auf dieser Erde!

    • Trey am 18.02.2019 13:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Markus B.

      wieso sollte Frieden auf Erden der Job der Forscher sein? Wenn du Frieden auf Erden willst, dann ist das DEIN Job dafür zu sorgen. Also wieso gibt es noch keinen Frieden auf der Welt mein lieber, guter Markus? Wieso nicht?

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  • Schönewelt am 18.02.2019 09:57 Report Diesen Beitrag melden

    Menschen

    Mit jedem Start einer Rakete nimmt der Weltraumschrott,der um unsere Erde kreist, zu. An jedem Ort wo Menschen sind/waren, bleibt Müll zurück und das nur weil viel Geld für das hinbringen der Projekte/ Objekte, nicht aber für deren restlose Entsorgung eingesetzt wird. Nach dem Meer (in nicht mal 100 Jahren zugemüllt) haben wir nun auch Müll auf dem Mond, Mars und grosse Mengen im Orbit um unsere Erde. Der Mensch, die grösste Fehlentwicklung der Evolution, macht für Geld seinen eigenen Lebensraum unbrauchbar. Kein anderes Lebewesen tut Dass!

    • Jerome am 18.02.2019 10:59 Report Diesen Beitrag melden

      Abfall ist natürlich und unvermeidbar

      Ökohippie Alarm hoch 100.

    • Bertb am 18.02.2019 15:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Schönewelt

      dein letzter satz stimmt nicht! es gab und gibt es bei anderen lebewesen auch. z.b. 5-7 millionen jahre nach dem austerben der dinos, passierte es als eine biomasse vegan überhand nahm und von west nach ost alles kahl frass und ausstarben und die natur verödete beim kahlfrass, bei microlebewesen passiert es auch usw..

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