Altlast

31. Oktober 2019 21:33; Akt: 31.10.2019 21:33 Print

Mann lebte 18 Jahre mit Marihuana in der Nase

Seine Kopfschmerzen waren so stark, dass Ärzte bei einem 48-jährigen Australier einen CT-Scan durchführten. Was sie dabei entdeckten, liess sie staunen.

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Nach 18 Jahren war aus dem Drogenpäckchen, das sich ein Australier in die Nase gesteckt hatte, ein Rhinolith, also ein Nasenstein geworden. Er ist auf dem CT-Scan im rechten Nasenloch (auf der Aufnahme links) zu sehen. Doch wie die Ärzte des Australier bemerkt haben, ist die Nase nicht die bevorzugte Öffnung, wenn es darum geht, dass Menschen sich etwas in den Körper schieben. Das zeigt Radiopeadia.org, eine Art Wikipedia für Röntgenspezialisten. Dort erfährt man, dass es tatsächlich Menschen gibt, die sich ein Instant-Kaffee-Glas einführen. Rektal, wohl gemerkt. Dieser Patient hat immerhin zu etwas nicht ganz so Absurdem gegriffen: einem Vibrator. Ebenso wie dieser Kandidat, der wohl darauf aus war, sich mit einem «besonders grossen Sex-Toy» zu vergnügen, wie der behandelnde Arzt berichtet. Ob sich dieser Betroffene aus Versehen auf die Orange gesetzt hat, die nun in seinem Darm feststeckt, ist hingegen nicht bekannt. Auch darüber, wie diese Zucchetti dorthin gekommen ist, wo sie nun steckt, herrscht Unklarheit. Gleiches gilt für diese beiden Eier. Damit keine Missverständnisse aufkommen, hat der behandelnde Radiologe die Fremdkörper sicherheitshalber angeschrieben. Auch Alltagsgegenstände scheinen auf wundersame Weise in den Darm gelangen zu können, so wie diese Dose Anti-Mücken-Spray. Ebenfalls schon gesichtet wurden Stössel, ... ... Getränkeflaschen und ... ... eine Packung Berocca, die der Betroffene aus unerfindlichen Gründen in diesem Fall mit einer Spraydose kombiniert hat. Auch Deos wurden schon im Darm gesichtet. Genauso wie Plastikfäuste. Wie es sich angefühlt hat, als dieses Monstrum den Weg dorthin fand, möchte wohl niemand so genau wissen. Schliesslich gibt es Männer, die sich offenbar gerne auch vorne etwas einführen. Ein Beispiel ist der Fall eines 22-Jährigen von 2019. Der Mann aus Grossbritannien hatte sich vier Jahre zuvor eine Pinzette in den Penis geschoben. Das Problem: Die Pinzette hatte sich in der Zwischenzeit geöffnet ... ... und bei jedem Versuch, sie zu entfernen, stiessen ihre Enden ins Fleisch. Um dem entgegenzuwirken, spannten mehrere Chirurgen zusammen. Während der eine den Fremdkörper vorsichtig herauszog, ging ein weiterer am Penisschaft ans Werk. Er drückte von aussen die Pinzette zusammen – ... ... mit Erfolg: Schon kurz danach konnte der Patient das Spital verlassen. Die Ärzte empfahlen ihm noch, sich einer psychiatrischen Untersuchung zu unterziehen. Weiter rieten sie ihm, Derartiges nicht noch einmal zu tun. Doch davon wollte er offenbar nichts wissen. Auch zum Nachsorgetermin erschien er nicht mehr. So ungewöhnlich der Fall klingt, so ungewöhnlich ist er gar nicht. In China hatten es Ärzte des Harbin-Kinder-Spitals 2018 mit einem ähnlichen Fall zu tun. Ein 13-Jähriger hatte sich ein USB-Kabel in seinen Penis eingeführt und bekam es nicht mehr heraus. Auch die Ärzte scheiterten zunächst beim Versuch, den rund 20 Zentimeter langen Fremdkörper aus der Harnröhre des Buben zu ziehen. Den Grund offenbarte eine Röntgenaufnahme: Das Kabel hatte sich im Körper des Buben verheddert. Nur eine Operation, bei der die Blase des Buben aufgeschnitten werden musste, konnte helfen. Allerdings lösten die Mediziner nur den Knoten. Das Kabel selbst entfernten sie dann auf dem gleichen Weg, auf dem es hineingelangt war. Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass chinesische Ärzte mit einem derartigen Fall konfrontiert waren. So hatte 2018 ein 60-Jähriger ein Spital in der Millionenmetropole Dalian aufgesucht. Bei ihm griffen die Ärzte zum Laser, um den Mann aus seiner misslichen Lage zu befreien. Über den Fall berichtete im April das chinesische Portal «KNews».

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Es mag nach einer guten Idee ausgesehen haben: Vor 18 Jahren steckte sich ein Häftling einen mit Marihuana gefüllten Ballon in die Nase, um die Wärter zu täuschen. Das Päckchen war dem damals 30-jährigen Australier von seiner Freundin bei einem Gefangenenbesuch zugesteckt worden. Tatsächlich ging der Plan auf. Niemand schöpfte Verdacht.

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Dumm nur, dass der Häftling beim Versuch, das wertvolle Geschenk aus der Nase zu holen, das Paket noch weiter hineinschob. Irgendwann gab er auf, weil er vermutete, das Gras inzwischen geschluckt zu haben.

Wie sich nun herausstellte, war das aber nicht so. Das ergab eine Computertomografie (CT) im Westmead Hospital in Sydney. Dabei entdeckten die Ärzte eine «feste graue Masse» in der rechten Nasenhöhle des inzwischen 48-jährigen Mannes, wie sie im Fachjournal «BMJ Case Reports» schreiben. Der Ex-Häftling hatte das Spital aufgesucht, weil er seine chronischen Kopfschmerzen nicht mehr aushielt. Er litt zudem an wiederkehrenden Naseninfektionen, wie er den Ärzten später sagte.

Marihuana-haltiger Rhinolith

Die Ärzte entfernten daraufhin den 1,9 Zentimeter langen Fremdkörper aus der Nase. Er war mit Kalk und anderen Mineralien verkrustet, war also über die Jahre zu einem Rhinolithen, einem Nasenstein geworden. Bei genauerer Betrachtung entdeckten die Ärzte unter der Kruste eine «Gummikapsel, die verfallenes pflanzliches Material beinhaltete».

Nun fiel dem Australier wieder ein, was vor 18 Jahren im Gefängnis geschehen war. Die Ärzte beschrieben den Fall als den wohl ersten Bericht über einen Marihuana-haltigen Rhinolithen der Medizingeschichte. Sie gehen davon aus, dass Drogen meist geschluckt werden, um danach wieder ausgeschieden zu werden. «Das Einführen in die Nasenhöhle zu diesem Zweck ist verhältnismässig selten», so die Ärzte weiter.

Tatsächlich ist in der Forschungsliteratur nur ein weiterer Rhinolith verzeichnet, der auf einen Schmuggelversuch zurückgeht. Er wurde bei einem 21-jährigen Mann im Iran entdeckt und bestand aus in Nylon eingewickeltem Codein und Opium,wie Sciencealert.com schreibt.

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • BRUMMPÄNGLI am 31.10.2019 22:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zum Glück

    Gut hat er sich nicht Hanfsamen in die Nase gesteckt :))

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  • Bartli am 31.10.2019 23:24 Report Diesen Beitrag melden

    Mit Absicht oder per Zufall?

    Ich weiss nicht so genau wozu man uns mit derartg viel Schrott eindecken muss. So viel Informationen verwirren doch nur. Was wir früher mit Printmedien in einem Monat zu lesen bekamen, bekommt man heute in einem Tag. Will man uns Leser vom wesentlichen ablenken?

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  • MiRi am 31.10.2019 22:51 Report Diesen Beitrag melden

    Röntgenbild

    Ja also..auf Bild 8 sehe ich nur 1 Ei. Das andere ist der Hüftkopf, der gebrochen ist.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Alex am 03.11.2019 22:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was zum

    Wie zur Hölle bekommen die Leute diese Dinge rein?! Dat muss doch auffallen vorallem wenn die ein Schlüssel verschluckt haben Wird wohl nix mit Dubai

  • Reto am 01.11.2019 11:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie?

    Würde mich interessieren wie das stück in seinen zinken gelangt ist

    • Tom am 01.11.2019 13:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Reto

      Wenn man es nicht liest weiss man es halt nicht.

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  • Thea am 01.11.2019 10:35 Report Diesen Beitrag melden

    Ja, will man

    sie haben es erfasst. Jetzt reagieren und sich nicht mehr ablenken oder manipulieren lassen.

  • Dodo am 01.11.2019 10:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sinnlos

    Was haben andere Bilder mit dem Thema zu tun?

    • Vol am 01.11.2019 12:18 Report Diesen Beitrag melden

      Eedeeoht

      Was ist denn anders an dwn anderen Bildern?

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  • Ende des am 01.11.2019 09:51 Report Diesen Beitrag melden

    Schauermärchen

    Wäre das Päckchen geplatzt, wäre er heute noch auf dem Volltrip!

    • Marc am 01.11.2019 13:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @SP

      Ein kollege ass ein jögi mit 5 gr hasch und musste danach denn magen auspumpen. Hasch essen kann sehr wohl zu einer überdosis führen im gegensatz zum rauchen.

    • Kiffer am 01.11.2019 14:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marc

      Also ich muss Marc recht geben, kenne es aus eigener erfahrung.

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