Hühner getötet

31. Dezember 2011 13:16; Akt: 02.01.2012 09:50 Print

Mann stirbt in China an Vogelgrippe

Ein 39-jähriger Mann hatte kurz vor Weihnachten starkes Fieber bekommen. Im Spital wurde er positiv auf das Vogelgrippe-Virus getestet. Am Samstag haben seine Lunge, Herz und Leber versagt.

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In Hong Kong wurden seit dem neuerlichen Auftreten des Vogelgrippe-Virus tausende Hühner getötet. (Bild: Keystone/AP)

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In China ist am Samstag erstmals seit 18 Monaten ein an Vogelgrippe leidender Mensch an der Krankheit gestorben. Die chinesischen Behörden mahnten in der Folge zur Ruhe.

«Es gibt für die Bürger von Shenzhen keinen Grund zur Panik», zitierte die Nachrichtenagentur Xinhua am Montag aus einer Mitteilung der örtlichen Gesundheitsbehörde.

Ein mit dem H5N1-Virus infizierter 39-jähriger Busfahrer aus Shenzhen in der südlichen Provinz Guangdong war am Samstag an der Vogelgrippe gestorben. Der Mann einem Lungen-, Herz- und Leberversagen. Es war aber noch unklar, wo sich der Mann mit dem Virus infizierte.

Shenzhen grenzt an die Metropole Hongkong, wo bereits tausende Hühner getötet wurden, nachdem das Virus Mitte Dezember bei drei Tieren nachgewiesen worden war. Der Verstorbene hatte die Stadt in den Wochen vor seiner Erkrankung offenbar nicht verlassen und auch keinen direkten Kontakt mit Geflügel gehabt.

Die Vogelgrippe tritt vor allem bei Vögeln selbst auf und kann auf den Menschen übertragen werden. Übertragungen von Mensch zu Mensch sind äusserst selten.

Keine weiteren Fälle

Der Busfahrer hatte kurz vor Weihnachten starkes Fieber bekommen und war wenige Tage später ins Spital eingeliefert worden, wie die Behörden mitteilten. Dort wurde eine schwere Lungenentzündung diagnostiziert, ausserdem wurde er positiv auf das Vogelgrippe-Virus H5N1 getestet.

Den Angaben zufolge wurden 120 Personen, die engen Kontakt mit dem verstorbenen Patienten gehabt hatten, ebenfalls auf das Virus getestet. Keiner von ihnen habe jedoch entsprechende Symptome gezeigt.

Die Behörden in China erklärten, eng mit Hongkong zusammenzuarbeiten und die Massnahmen zu verstärken, um die Ausbreitung des Virus' unter Kontrolle zu halten. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Hongkong sagte, die Wachsamkeit werde erhöht.

WHO ist besorgt

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sei über den jüngsten Fall in Shenzhen informiert worden, teilten die örtlichen Behörden weiter mit. Nach Angaben der WHO sind weltweit bisher 336 Menschen nachweislich an der Vogelgrippe gestorben, 26 davon in China.

Zuletzt war im Juni 2010 in der zentralen Provinz Hubei eine 22- Jährige nach engem Kontakt mit krankem und totem Federvieh an der Vogelgrippe gestorben.

Die WHO zeigte sich «zutiefst besorgt», nachdem zwei verschiedene Forscherteams jeweils in den Niederlanden und in den USA das Virus so verändern konnten, dass es theoretisch von Säugetier zu Säugetier übertragen werden könnte. Bislang sind Übertragungen von Mensch zu Mensch äusserst selten.

Wissenschaftler fürchten, dass das Virus bei einer häufigeren Übertragung von Mensch zu Mensch mutieren und so eine weltweite Pandemie auslösen kann.

(sda)