Humboldt-Fichtenmarder

04. Juli 2018 22:00; Akt: 04.07.2018 22:00 Print

Marihuana-Boom sorgt in Kalifornien für tote Tiere

In Kalifornien darf seit Anfang des Jahres Cannabis offiziell geraucht werden. Doch der illegale Anbau von Gras läuft weiter, was zum Teil tödliche Folgen hat.

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Seitdem in Kalifornien Cannabis legal verkauft und konsumiert werden darf ... ... schiessen in dem amerikanischen Bundesstaat Marihuana-Plantagen aus dem Boden – legale genauso wie ... ... illegale, die im Geheimen und ohne Kontrolle agieren. Letztere werden für einige der dort lebenden Tiere zu einem grossen Problem, insbesondere für den vom Aussterben bedrohten Humboldt-Fichtenmarder (Martes americana humboldtensis), wie die kalifornische Umweltbehörde CNRA berichtet. Denn um ihre Pflanzen vor Schädlingen zu schützen, setzen die Betreiber der illegalen Plantagen im grossen Stil Rattengift ein, sogenannte Rodentizide. Die Nagetiere nehmen das Gift auf und sterben daran ... (Symbolbild) ... jedoch nicht, ohne es an die sie fressenden Humboldt-Fichtenmarder weiterzugeben. Die Marder verenden entweder sofort daran oder werden chronisch krank. Zudem pflanzen sie sich weniger fort, weil die Chemikalien ihre Fruchtbarkeit senken und die Embryonalentwicklung hemmen. Diesen Zusammenhang haben Biologen auch schon bei bedrohten Fleckenkauzen (Strix occidentalis) und ... ... Fischermardern (Pekania pennanti) nachgewiesen. Allerdings ist bei ihnen das Problem weniger gravierend. Nicht berücksichtigt in dem Bericht der CNRA ist, welche Folgen mit Rodentiziden belastetes Marihuana für den Konsumenten hat. Erinnert man sich aber an das im Film «Lammbock» eingesetzte Pestizid, das von den Protagonisten liebevoll «Gehirnzellenmassaker» genannt wird, dürfte es nichts Gutes bedeuten. (Im Bild: «Lammbock»-Szene, 2001)

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1996 wurde Cannabis in Kalifornien zu medizinischen Zwecken legalisiert. Seit Anfang 2018 darf offiziell auch zum Vergnügen gekifft und Marihuana gezüchtet werden.

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In viele anderen US-Bundesstaaten ist das noch nicht der Fall. Doch auch dort kommt man an Gras – das oft aus Kalifornien stammt. Weil die legale Produktion aber nicht ausreicht, um diesen Bedarf zu decken, gibt es zahlreiche Hanfbauern, die – wie vor der Legalisierung – im Geheimen und ohne Kontrolle agieren.

Das hat für den Humboldt-Fichtenmarder (Martes americana humboldtensis) tödliche Folgen, wie die kalifornische Umweltbehörde CNRA berichtet.

THC mit Rattengift

Diese Marderart galt bereits Ende des letzten Jahrhunderts als ausgestorben, wurde dann aber 1996 in Teilen Kaliforniens und Oregons wiederentdeckt. Häufig ist er jedoch bis heute nicht: Sein Bestand wird derzeit auf etwa 100 bis 200 Tiere geschätzt, Tendenz abnehmend.

Der Grund: Die Mader ernähren sich überwiegend von Eidechsen, Mäusen und Ratten, die sich wiederum auf den zahlreichen Mariuhanafeldern satt futtern und die Bewässerungsanlagen annagen. Um sie davon abzuhalten, setzen die Betreiber der illegalen Plantagen im grossen Stil Rattengift ein, sogenannte Rodentizide.

Die Nagetiere nehmen das Gift auf und sterben daran. Jedoch nicht, ohne es noch an die Fichtenmarder weiterzugeben, wenn diese deren Kadaver verspeisen.

Auch andere Tiere betroffen

Die Marder sterben entweder sofort daran oder werden chronisch krank. Zudem pflanzen sie sich weniger fort, weil die Chemikalien ihre Fruchtbarkeit senken und die Embryonalentwicklung hemmen, wie es in dem Bericht heisst.

Die Humboldt-Fichtenmarder sind allerdings nicht die einzigen Tiere, bei denen ein Zusammenhang zwischen dem Pestizideinsatz in der Marihuanaproduktion und einem Artensterben nachgewiesen wurde. Auch bei den bedrohten Fleckenkauzen (Strix occidentalis) und Fischermardern (Pekania pennanti) wurde er bereits festgestellt. Allerdings dürfte das Problem bei keiner Tierart so gravierend sein wie beim Humboldt-Fichtenmarder, der bereits angezählt ist.

Nicht berücksichtigt in dem Bericht der CNRA ist, welche Folgen mit Rodentiziden belastetes Marihuana für menschliche Konsumenten hat.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Maria Anna am 04.07.2018 22:37 Report Diesen Beitrag melden

    Ach ne?

    Nagergift tötet Ratten. Und das nicht nur bei Marihuanaplantagen, sondern bei ALLEN Plantagen, die es einsetzen. Und da es anscheinend frei erwerblich ist, kann das absolut JEDER machen. Und jetzt stellt sich die Frage: Wieso wird nur Marihuana thematisiert?

    einklappen einklappen
  • Hummel am 04.07.2018 22:36 Report Diesen Beitrag melden

    Und die Bienen?

    Bitte korrigiert den Titel! In diesen geschriebenen Zeilen entnehme ich, dass ein grosser cannabis Gegner am Werk war. Es wurden rodentizide eingesetzt, ja, aber; was ist mit all den anderem gemüse, früchten, ... die direkt mit pestiziden und anderem vergiftet werden und in unseren Läden liegen? Bitte nicht verteufeln, sondern klar recherchieren und vergleichen.

  • mülle4 am 04.07.2018 22:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    joachim

    Weil Pestizide fungizite rotezide usw. ja nur beim mariuahna Anbau verwendet werden.. Würden sie in der ganzen USA die Legalisierung Vollziehen gäbe es das Problem nicht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • MadChengi am 08.07.2018 10:18 Report Diesen Beitrag melden

    California über alles

    In Cali herrschen die Drogenkartelle, brutale Gewalt um ein Milliardengeschäft. Und jetzt kommen diese Ökobubis und wollen ein Stück vom Kuchen, das wird Ärger geben!

  • Dumm und Dümmer am 08.07.2018 10:16 Report Diesen Beitrag melden

    Sie verkaufen uns wie immer für

    Es sind ja nur die Hanfbauern die Gift, Pestizide und Chemiedünger einsetzen.

  • MadChengi am 08.07.2018 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    Geniale Drogenpolitik

    Die Ankündigung der Legalisierung war doch hierzulande nur ein Trojanisches Pferd um alle lichtscheuen Konsumenten endlich mal erfassen zu können. Wie rotte ich Kakerlaken aus? Zuckerberg ;O) mitten in die Küche, warten bis sie kommen, alle zählen, das Gegenmittel produzieren und eliminieren!

  • Erika am 05.07.2018 15:32 Report Diesen Beitrag melden

    Meinungsmache

    Die Überschrift dieses Artikels stimmt nicht mit den Fakten überein. Die eigentliche Ursache für das Sterben der Marder ist der Einsatz von Rattengift. Daraus abzuleiten, dass der Marihuana-boom dafür verantwortlich sei, ist zu weit hergeholt. Rodentizide, wie auch die, die "unsere" Syngenta herstellt, werden in verschiedenen Wirkstoffkonzentrationen von vielen Privaten aber auch gewerblich in der Schweizer Landwirtschaft und in der städtischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Wessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe ?

  • Gernot am 05.07.2018 15:09 Report Diesen Beitrag melden

    Kurz gesagt

    Es ist ein Riesengeschäft auch mit dem ganzen Drum und Dran. Grosse Gewinne ziehen immer skrupellose Menschen an, legal oder illegal - scheissegal.